Alles so schön bunt hier

Schwarz-Weiß-Denken ist unter Schachspielern weit verbreitet. Das hängt mit unserem Spielgerät zusammen. Dabei ist die Welt so bunt. Heute feiern wir 50 Jahre Farbfernsehen in Deutschland nach dem Motto: „Alles so schön bunt hier. Ich glotz‘ TV.“

Nö. 50 Jahre später glotzen wir Blog. Das Blog der Schachfreunde Hannover natürlich. Bunter geht’s nicht. Den Unterschied zu herkömmlichen Schwarz-Weiß-Webseiten deutscher Schachvereine möchte ich euch anhand eines Beispiels demonstrieren. Dafür müsst ihr einen Blick nach unten werfen. Wem dabei nicht ein: „Wow!“ entweicht, ist nicht zu helfen.

Freude, schöner Wasserfunken
Freude, schöner Wasserfunken

16 Gedanken zu „Alles so schön bunt hier“

  1. Dem Vernehmen nach sitzen jetzt unzählige Schachfreunde vor ihren Bildschirmen und warten darauf, dass unser Besucherzähler auf 888.888 schaltet. Der Hype um die Sonnenfinsternis am vergangenen Montag in den USA war nichts dagegen. – Das Blog der Schachfreunde Hannover ist nicht nur kunterbunt, sondern immer einen Schritt schneller als die Journaille. Die HAZ veröffentlicht heute ein Leserfoto meines Strohmanns (Brelinger Riese). Der Leser ist ein guter Bekannter von mir. Er ist umtriebig und sympathisch zugleich. Seine Sammlung an historischen Zweirädern ist sehenswert. Walter Euhus heißt er, ist Ehrenvorsitzender von Blau Gelb Langenhagen und Chef seines eigenen Verlags: http://www.die-speiche-verlag.de/walter.html

  2. Aus Freude über den 888.888. Besucher unseres Blogs habe ich die große Fontäne in den Herrenhäuser Gärten angeworfen (siehe oben).

    Ja, wer auch nur eine Seele
    Sein nennt auf dem Erdenrund!
    Und wer’s nie gekonnt, der stehle
    Weinend sich aus diesem Bund!

    Freude trinken alle Wesen
    An den Brüsten der Natur;
    Alle Guten, alle Bösen
    Folgen ihrer Rosenspur. (Friedrich Schiller)

    Wer den Brüsten von Barbara Schöneberger zu nahekommt, sollte sich indes in Acht nehmen. Die schwingen nämlich eine Acht, wie sie selbst auf Instagram berichtet. Bei uns schwingen gleich sechs Achten. Ergo: Hier seid ihr richtig.

  3. LiLaLu

    „Ihr dürft selber denken“, sei eine Kernbotschaft Luthers, hieß es am Samstag in unserer Landeshauptstadt. Gilt das auch für Schachspieler? „Im Prinzip ja“, weiß Radio Eriwan, „aber bitte nicht so laut.“ Stichwort Lautstärke: „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“, wusste Luther schon vor 500 Jahren. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Es sei denn, ihr macht es wie die Schachfreunde Hannover. Oder wie die Freunde Luthers. Die hatten ihr Idol in lila Glitzerfolie gehüllt. Das war der Hingucker. Derart angetörnt ließ sich auch die Stadtwette gewinnen: „Halleluja!“ (siehe oben)

  4. Mit Schirm, Charme und Terrier

    Heute endet der August. Er wurde bunter als es anfangs den Anschein hatte. Hannover war der Hot Spot. Für diejenigen, die das bunte Treiben nicht miterlebt haben, habe ich meine Bildergalerie um einige Schnappschüsse ergänzt. Während am Hauptbahnhof ein Blasorchester den Herrn pries, baggerten ein paar hundert Meter entfernt am Steintor die Beachvolleyballer. Von den Beachvolleyballern können wir Schachspieler einiges lernen. Meine Tageszeitung (HAZ) veröffentlicht heute ein Interview mit Deutschlands Vorzeigedamen: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Auf die Frage, wie die beiden die „Eventisierung“ ihrer Sportart sehen, antwortet Laura Ludwig:

    „Unser Sport ist mit einem Festival zu vergleichen. Partystimmung, professionelles Spiel und harte Arbeit da unten auf dem Platz – ein cooler Mix. Das Publikum hat in Wien und Berlin geschrien ohne Ende, aber wenn man beim Aufschlag stand, dann konntest du eine Stecknadel fallen hören. Wir sind wie Gladiatoren in einer Arena.“

    Wenn wir Schachspieler am Werk sind, herrscht nicht selten eine Stimmung wie auf dem Zentralfriedhof von Chicago. Liegt das am mangelnden Vitamin D oder am fehlenden Waschbrettbauch? Auf der Bundesvereinskonferenz in Berlin hat der 1. Vorsitzende des SC BG Buchen gezeigt, dass es auch anders geht. Bei Mannschaftskämpfen wird die „Atmosphäre“ großgeschrieben. Am Anfang und am Ende gibt’s Musik!

    Musik gab’s auch am Sonntag vor dem Wilhelm-Busch-Museum im Georgengarten. Die Chopin-Gesellschaft Hannover hatte zur 29. Ausgabe des Open-Air-Konzerts eingeladen. Anderthalb Stunden vor Konzertbeginn hatte sich die Dame auf meinem Foto einen freien Platz auf der Wiese reserviert. Am Ende waren es 7.500 Zuhörer, die es sich auf dem Grün auf unterschiedliche Weise gemütlich gemacht hatten. Rotwein und Sahnetorten gehörten zur Grundausstattung. – Nun liegt klassische Musik bezogen auf die „Eventisierung“ nicht gerade im Trend. Dennoch trafen sich so viele Menschen mehr oder weniger spontan zu einer Veranstaltung auf der grünen Wiese. Zum Vergleich: Der NSV hat knapp 5.500 Mitglieder. Wie viele dieser Mitglieder würde man wohl zu einer Feier ohne Schach zusammenbekommen? Schließlich sind wir eine Familie. Okay, ein Schrebergarten wäre noch zu groß. Eine Charmeoffensive könnte vielleicht helfen. Wadenbeißer inklusive.

  5. Ich denke, dass Laura Ludwig die durchschnittliche deutsche Schachmannschaft (>50, keine Bikinifigur) durchaus (wieder-)beleben würde…
    Obwohl obgleich, darf sie DWZ-mäßig eigentlich in unseren SFH-Teams spielen???

    Warum sind WIR uns am Sonntag eigentlich nicht über den Weg gelaufen?
    Ich bin eine halbe Stunde vor Chopin-Beginn angereist und hatte einen guten Platz inmitten, ohne Maulwurfhügel 🙂
    Zur Halbzeitpause habe ich dann auf die Westtribüne gewechselt, wo ich ein komisches wie grandioses erstes BL-Heimspiel erleben durfte.
    …und schon eine Stunde später – Pool-Billard auf Zeit zum Ausklag des bunten Sonntags 😀

    1. Moin Uwe,
      wir sind uns nicht über den Weg gelaufen, weil ich schon weg war. Es fehlte mir an allem: an Rotwein, an Sahnetorten und an Sitzgelegenheiten. Wie wichtig dieses Equipment war, zeigen meine Belege, die ich oben angefügt habe. Die eigene Frau an der Seite macht noch keine Wiesn.

  6. Damit ihr nicht denkt, der September beginnt grau in grau, habe ich meine Galerie um drei bunte Bilder erweitert, die ich heute Abend aufgenommen haben. Sie haben im weitesten Sinne etwas mit Politik zu tun, der wir uns in Wahlkampfzeiten nicht entziehen können. – Ein Fassadengerüst am Schwarzen Bären (Linden-Mitte) sorgt seit Jahren für Unmut unter Lokalpolitikern. Nun ist es mit einem gewaltigen Werbebanner verhüllt worden. Ob Gerhard Schröder seine Finger im Spiel hat, ist nicht bekannt. – Am Kröpcke sorgten zwei bekannte Ü70-Herren für Stimmung. Jeder auf seine Weise.

    1. Zweimal war ich gestern auf dem Limmerstraßenfest. Zweimal hat es geschüttet, als ich mittendrin war. Besonders perfide war es am Abend. Auf Höhe des Debakels musste ich mangels Schirm rund eine Stunde unter einem Vordach ausharren. Eine Wolke überschaubaren Ausmaßes hatte ihre Schleusen geöffnet. Das Ende der Wolke war in Sicht, doch leider zog es diese vor, sich im Zeitlupentempo fortzubewegen. Die Sonne hatte ihre Freude daran. Sie zauberte quer zur Limmerstraße einen Regenbogen in den Himmel, der sich die ganze Zeit über in voller Pracht zeigte. Jeder, der eine Kamera oder ein Smartphone bei sich hatte, fing das Schauspiel ein. Ich gehörte nicht dazu. Vorsorglich hatte ich mein Schanzzeug zuhause gelassen. Ersatzweise zeige ich euch ein Regenbild aus Düsseldorf, das ich am 1. Juli aufgenommen habe (siehe oben). Das Szenario war ähnlich.

      Trotz des – temporären – Shitwetters war unglaublich viel los auf der Limmerstraße. Die Menschen drängten sich in Scharen. Links und rechts gab es zu trinken, zu essen, zu tanzen, zu hören, zu gucken und zu informieren. Sogar die FDP hatte einen Stand aufgebaut. In Linden ist das so erfolgversprechend wie der Verkauf von Kühlschränken auf Grönland. Die CDU hatte deshalb von vornherein verzichtet.

  7. Mein Rückgriff auf ein Foto aus Düsseldorf brachte mich auf die Idee, heute Mittag ein anderes Dorf in der Region Hannover aufzusuchen. Der dort heimische Schachverein hat 5 Mitglieder gemeldet. Wie das funktioniert, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber bunt war’s in dem Dorf. Das will ich euch nicht vorenthalten (siehe oben). Wenn jemand weiß, wo ich war, zeige ich einen Blick von oben aufs Dorf. Ich bin nämlich den Kirchturm hinaufgeklettert. Das war Spannung pur. Bei bester Fernsicht konnte ich bis zum Harz gucken.

    1. Yeah! Burgdorf ist richtig. Der Aufstieg in den Kirchturm ist nichts für Feiglinge (siehe oben). Die Kirche heißt übrigens St. Pankratius. Sie wurde nach einem Märtyrer benannt, der im Jahr 309 mit 14 Jahren für seine Überzeugung starb. Der römische Kaiser Diokletian war der Übeltäter. – Es dauert eine Weile (Gegenverkehr!) bis wir oben angekommen sind. Wer die Aussicht genießen will, muss ein bisschen Geduld aufbringen.

      1. Den Anblick des Gegenverkehrs zeige ich euch lieber nicht, obwohl dies mein witzigstes Foto des Tages war. Da wir warten müssen, können wir einen Blick in die Glockenstube werfen (siehe oben). Vier Glocken hängen dort:

        • Glaube 1.886 kg
        • Liebe 4.682 kg
        • Hoffnung 958 kg
        • Historische Glocke (1815) 1.164 kg

        Dass die „Liebe“ am schwersten ist, macht „Hoffnung“, wenngleich diese am leichtesten ist. Mit dem „Dicken Pitter“ im Kölner Dom können die vier nicht mithalten. Pitter wiegt schlappe 24 t. Dafür überragen die Burgdorfer „Recken“ derzeit alle, die mit der Hand den Klöppel – äh Ball – schwingen.

      2. Geschafft! Wir sind oben angekommen. Gemeinsam gucken wir auf Burgdorfs Altstadt, erst in Richtung Nordwesten, dann in Richtung Nordosten. Von links nach rechts haben wir Burgdorfs Flaniermeile im Blick: die Marktstraße. Rechts, an deren Ende, liegt das Spiellokal des heimischen Schachclubs. Nach eigener Angabe befindet sich dies im Stockwerk über Mäc Geiz. Womöglich ist das der Grund dafür, dass die Zahl der im DSB gemeldeten Schachspieler so gering ausgefallen ist.

        Gestern Abend war ich in der Gilde-Parkbühne. Ich wollte einmal miterleben, was die Kollegen von Udo Harms in ihrer Freizeit anstellen. Einige von denen bilden das Kabarett-Ensemble „Salon Herbert Royal“. Das hatte zum Picknick eingeladen, und rund 600 Madsack-Sympathisanten waren gekommen. Im Publikum konnte ich den Musikproduzenten Mousse T. ausmachen.

        Im Programm ging es hauptsächlich um die schönste Stadt der Welt zwischen Wunstorf und Lehrte. Die Limmerstraße spielte dabei eine zentrale Rolle. Einen aus dem Ensemble möchte ich besonders erwähnen: Imre Grimm, witzigstes Zeitungsschreiber südlich des Polarkreises. Sowohl auf der Bühne als auch in den Printausgaben ist sein skurriler Humor überragend. – Auf das Ablichten der Szenerie habe ich verzichtet. Die Arbeit habe ich von Profis machen lassen. Wer Interesse hat, möge sich diese Fotostrecke auf HAZ-Online angucken: http://www.haz.de/Hannover/Fotostrecken-Hannover/600-Fans-picknicken-mit-dem-Salon-Herbert-Royal#p1

  8. Limmerstraße

    Die Limmerstraße steht heute im Fokus der Stadtteilausgabe meiner Tageszeitung (HAZ). Auf zwei Seiten taucht insgesamt 17 Mal (!) die Limmerstraße bzw. das Limmerstraßenfest auf. Es geht zum einen um das Straßenfest vom vergangenen Samstag, zum anderen um den geplanten Hochbahnsteig der Üstra. Auf beides will ich nicht näher eingehen, aber eine grammatikalische Besonderheit erklären:

    Warum wird Limmerstraße zusammengeschrieben?

    • Falsch: Limmer Straße
    • Richtig: Limmerstraße

    Dass die richtige Schreibweise auch unter Profis nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Artikel im Handelsblatt vom 30. Juni 2017. Darin ging es um „Trendviertel 2017“ mit der Überschrift „Einfach mal limmern gehen“. Fälschlicherweise wird in dem Artikel die Limmerstraße getrennt geschrieben.

    Die Ursache des Fehlers liegt in der Annahme, dass Straßennamen mit einem Orts-, Völker- oder Familiennamen auf –er grundsätzlich getrennt geschrieben werden. Dem ist nicht so. Sofern die Endung fester Bestandteil des Namens ist, schreibt man zusammen.

    Voraussetzung für die Getrenntschreibung ist die Deklination (Beugung) des Bestimmungsworts. Da der Ort „Limmer“ heißt (also auf –er endet), liegt keine Deklination vor. Anders sieht es aus, wenn der Ort „Limm“ hieße. Dann müsste „Limmer Straße“ getrennt geschrieben werden.

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