Showdown im LA8

LA8 Kulturhaus in Baden-Baden

CR7 kennt jedes Kind (Cristiano Ronaldo). Aber wer kennt LA8? LA8 ist die Adresse in Deutschlands Schachszene. Es handelt sich um das Kulturhaus in Baden-Baden. Heute Nachmittag findet dort „der ganz besondere Höhepunkt des Denksports“ statt (Zitat von der Webseite der OSG Baden-Baden). Die OSG Baden-Baden trifft im Stichkampf um die Deutsche Schachmannschaftsmeisterschaft auf die SG Solingen. Die Spannung steigt. Um 15:00 Uhr geht’s los. Mal sehen, wie viele Topstars aufgeboten werden. Die GRENKE AG wird sich auf Seiten der OSG bestimmt nicht lumpen lassen. Können die Solinger dagegenhalten? Deren Einsatz wird durch den plötzlichen Tod ihres Urgesteins, Herbert Scheidt, überschattet.

Ab 14:30 Uhr ist das Spiellokal geöffnet. Der Eintritt ist frei. Es gibt Getränke, Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen. Wer will, kann auf den Geburtstag von Peter Heine Nielsen anstoßen. Er wird heute 45 Jahre alt. Es ist allerdings kaum damit zu rechnen, dass er spielen wird. Das Privileg ist der Weltklasse vorbehalten.

Vor dem Kurhaus ist ein Public Viewing vorgesehen. Ich habe schon mal die Stühle rausgestellt. Wer nicht vor Ort ist, kann sich die Übertragung im Internet angucken. Es kommentiert GM Klaus Bischoff. Für gute Unterhaltung ist also gesorgt.

Silberschale weg – Schwarzes Wochenende für Braunschweig

Die Braunschweiger sind heuer nicht zu beneiden.

Gestern wurde eine grandiose zehnjährige Trainerlaufbahn „zurück auf Los“ geschickt. Die Braunschweiger starteten damals unter wirtschaftlich bedenklichen Umständen in der dritten Liga, schafften trotz eines nachhaltigen soliden Sanierungskurses des Vereinspräsidenten Sebastian Ebel (auch bekannt als Vorstand eines hannoverschen Touristik-Konzerns) mit leidenschaftlichem Fußball die Aufstiege in Liga 2 und 1. Gestern ging man in einem kuriosen Spiel bei zweimaliger Führung mit 2:6 unter (hat es sowas je gegeben?) und verpasste die magische 40-Punkte-Grenze um einen Zähler, das Ganze in einem Saisonfinale, das alle Teams zwischen Platz 12 und 17 hätte treffen können. Das Ergebnis waren Tränen, Tränen und nochmals Tränen – und heute dann die einvernehmliche Trennung.

Ganz so dramatisch war es trotz Blitz und Donner am Himmelfahrtstag beim traditionellen Turnier des SC Braunschweig-Gliesmarode nicht. Dennoch gelang hier die Entführung der Silberschale durch Christian Müller-Dehn in die Landeshauptstadt, noch vor dem haushohen Favoriten Matthias Tonndorf. Der Autor bemühte sich redlich, gelangte aber nur bis Platz 6 von 18 Teilnehmern. Blitz-Spezi Andreas Hartmann (früher SvG, heute Hildesheim) machte es einen Platz besser. Trotz anderslautender Ankündigung wurden die Brettpaarungen jeder Runde vorgelesen – SwissChess tut sich schwer mit dem Rutschsystem :-(. Warum das so ist und damit Turnierleitern wie Teilnehmern das Leben unbequem und langwierig macht, frage ich mich immer wieder von Neuem.

Anyway, es war ein nettes Turnier mit zahlreichen jungen Spielern, die ihren Weg noch gehen werden. Ich komme wieder!
Erste fotografische Eindrücke gibt es auf www.nsv-online.de – die Vereinsseite www.sbg1869.de kennt Stand jetzt nur die Ausschreibung 😉

Schach als Investition

Walter Rädler, Vizepräsident für Verbandsentwicklung im DSB, hat gestern Unterlagen von der 2. Bundesvereinskonferenz mit einer E-Mail verschickt. Einige von euch werden diese ebenfalls erhalten haben. In seinem Begleittext hat Walter Rädler folgende rhetorische Frage gestellt und gleich selbst beantwortet:

Ein Freund hat mich gefragt: Warum investierst Du so viel Geld und Zeit, damit dein Sohn Schach lernen und spielen kann? Meine Antwort: Nun, ich habe ein Geständnis zu machen: Ich bezahle nicht, damit mein Sohn Schach spielt. Weißt du, warum ich bezahle?

• Ich zahle, damit mein Sohn lernen kann, diszipliniert zu sein.
• Ich zahle, damit mein Sohn seinen Verstand pflegen und so seine Kreativität entwickeln kann.
• Ich zahle, damit mein Sohn lernt, mit Enttäuschungen umzugehen, wenn er nicht bekommt, was er erwartet hat.
• Ich zahle, damit mein Sohn lernt, seine Ziele zu erreichen.
• Ich zahle, damit mein Kind versteht, dass es Stunden um Stunden harter Arbeit und Training kostet, eine Meisterschaft zu erreichen und dass der Erfolg nicht über Nacht geschieht.
• Ich zahle für die Chance, die mein Sohn hat, Freundschaften fürs Leben zu schließen.
• Ich bezahle dafür, dass mein Sohn Turniere spielt und nicht vor dem Fernseher, Tablet, elektronischen Spielen und mehr sitzt.
• Meine Bezahlung dient für alles, was dieser wunderschöne Sport ihm gibt: „Verantwortung, Demut, Freundschaft, Geduld, Respekt, Konzentrationsfähigkeit, usw.“
• Ich könnte weitere Dinge aufzählen, aber um mich kurz zu fassen:
• Ich zahle nicht für Schach, sondern für die Chancen, die dieser Sport meinem Sohn bietet, für die Entwicklung von Attributen und Fähigkeiten, die Ihm nützlich für sein Leben sein werden.
• Ich glaube, es ist meine beste Investition – es ist eine Universität des Lebens!

Am hehren Ziel dieser Antworten gibt es keinen Zweifel. Etwas stört mich indes. Geht es um den Sohn (Tochter?), oder geht es um den, der bezahlt? Bezahlen heißt, eine Schuld zu begleichen. Sind wir unseren Kindern etwas schuldig? Oder wollen wir ihnen eine bestmögliche Zukunft bereiten? Ohne Eigennutz!? Eine Investition ist eine Kapitalanlage. Früher waren Kinder als Altersvorsorge unverzichtbar. In vielen Teilen unserer Welt gilt das noch heute. Aber gilt es das auch für unser Land in der heutigen Zeit?

Mit diesem Beitrag möchte ich keinesfalls an der Wortwahl von Walter Rädler herummäkeln, sondern diese zum Anlass nehmen, unsere wahren Beweggründe auf den Prüfstand zu stellen. Dazu passt diese wahre Begebenheit:

Um die Ecke meiner Straße gab es einen Kiosk. Das ist rund dreißig Jahre her. Betrieben wurde dieser von einem Mann mit türkischen Wurzeln. Immer, wenn jemand bei ihm etwas kaufen wollte, antwortete er: „Geb‘ ich gerne!“ Dieser Satz ist meiner Frau und mir als geflügeltes Wort bis heute in Erinnerung geblieben. „Gerne geben!“ Die Bezahlung wird dabei zur Nebensache.

Schachfreunde gewinnen beim JHGT

Unser Team mit Andreas Liebau, Andreas Herrmann, Bernd Fritze und Tom Kaimer haben heute im Kargah das Jochen-Hagemann-Gedenkturnier gewonnen!

Als ich zur 5. Runde eintraf lief das vorentscheidende Duell gegen den SK Rinteln. Andreas L. remisierte sicher gegen IM Plischki, Andreas H. verlor gegen Felix Gerland. Bernd punktete sicher. So lag es an Tom der das Nervenspiel letztendlich gewann und den Mannschaftssieg sicherte. In der vorletzten Runde wurde SK Neustadt (mit Gast A. Izrailev) besiegt. Auch in der letzten Runde gab es gegen die Lehrter Jugendmannschaft keine Probleme und so wurde unser Team ungeschlagen, bei zwei Unentschieden gegen den NSV-Vorstand und Hameln, Turniersieger.

Die besten Einzelergebnisse erzielten Tom und Bernd mit jeweils 6,5 aus 7. Am meisten zu tun hatte  sicherlich Andreas Liebau am 1. Brett mit Gegner wie Laubsch, Plischki, Bode und Izrailev.

Weitere aktive Vereinsmitglieder waren Friedmar, Gerd und Uwe, die für die Doppelkopfgemeinschaft Benthe starteten, aber hinter den Erwartungen zurückblieben.

Das genaue Ergebnis gibt’s bestimmt zeitnah auf der Seite des Schachbezirks.

Vor der letzten Runde gegen Lehrtes Jugendmannschaft

Karl Marx der Schachspieler

Lasst euch nicht verwirren, das nachfolgende Briefmarkenset ist 50 Jahre alt. Heute geht es um Marx‘ 200. Geburtstag.

Die Beurteilung seines Lebenswerks ist nicht mein Ansinnen. Es geht um eine seiner Leidenschaften: das Schachspiel. Dazu möchte ich an einen Beitrag in unserem Blog erinnern, den ich dank Jürgen Juhnke vor 4 Jahren geschrieben habe:

https://www.schachfreunde-hannover.de/arbeiterschach/

Auch wenn die Schrift nicht leicht zu entziffern ist, solltet ihr euch die Mühe machen, nach unten zu scrollen und die Arbeiterschachzeitung aus dem Jahr 1933 lesen. – Im Internet habe ich eine Partie gefunden, die Marx 1867 gegen einen gewissen Meyer gespielt haben soll. Wenn das so stimmt, hatte Karl Marx durchaus Talent.

http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1278768

Auf Zeit-Online hat Helmut Pfleger vor drei Jahren einen kleinen Artikel über Marx als Schachspieler geschrieben:

https://www.zeit.de/2015/45/spiele-schach-45

Ansonsten könnt ihr über Karl Marx denken, was ihr wollt, aber diesen Satz werden wohl alle unterschreiben:

Tapetenwechsel

Ich brauch‘ Tapetenwechsel sprach der Schachfreund
Und macht‘ sich in der Sommerpause auf den Weg
Ich brauche frischen Wind um meine Krone…

Okay, Hildegard Knef sang einst von einer Birke, doch sind wir nicht alle ein bisschen Birke, Bluna oder neugierig auf ein anderes Umfeld? An diejenigen wollen wir uns mit diesem Aufruf wenden:

We want you!

Die Mannschaftssaison deutscher Schachvereine ist seit heute Nachmittag beendet. Fast. Um den Titel „Deutscher Mannschaftsmeister“ wird es einen Stichkampf zwischen der OSG Baden-Baden und der SG Solingen geben. Die Absteiger aller Klassen stehen indes fest. Gehört deine Mannschaft etwa dazu? Kein Problem. Für unsere Oberligamannschaft und für unsere Verbandsligamannschaft suchen wir nette Schachfreunde, die frischen Wind um ihre Krone brauchen. – Wir wollen ausdrücklich niemand abwerben. Wer sich in seinem Stammverein wohlfühlt, möge diesem die Treue halten. Für die anderen haben wir ein paar Plätze frei. Geld könnt ihr bei uns nicht verdienen; über Fahrtkosten lässt sich indes reden.

Insider wissen, dass wir unseren Spielabend abgeschafft haben. Das ist weitgehend dem Zeitgeist geschuldet und stimmt uns nach knapp 100 Jahren Vereinsgeschichte wehmütig. Andererseits bietet das Vorteile. Niemand muss Gewissensbisse haben, wenn er einen Spielabend schwänzt. Die Mitgliedschaft in unserem Schachverein konzentriert sich auf die Mannschaftskämpfe. Ansonsten kommunizieren wir virtuell, u.a. über unseren deutschlandweit bekannten Blog. Die Ortszugehörigkeit spielt deshalb eine untergeordnete Rolle. Ob ich von Hannover oder von sonst wo zum Mannschaftskampf nach Hellern aufbreche, ist zweitrangig.

Wer sich angesprochen fühlt, wende sich bitte mit einer E-Mail vertrauensvoll an unseren Vorstand: vorstand@schachfreunde-hannover.de

Anfragen werden diskret behandelt. Sollte sich dein Interesse verflüchtigen, wird niemand etwas darüber erfahren. Die Tapeten kannst du dir aussuchen: Oberliga oder Verbandsliga.

Tapetenwechsel auf dem Schachbrett:

Faites votre jeu bei den Schachfreunden Hannover!

Die besten Webseiten niedersächsischer Schachklubs

Am kommenden Wochenende findet in Berlin die 2. Bundesvereins-konferenz statt.

1. Bundesvereinskonferenz 2017

An der ersten habe ich bekanntlich teilgenommen. Die Herausforderungen an Schachvereine haben sich seitdem nicht geändert. Insofern ist es ein Jahr später hilfreich, uns die Einschätzung des Referenten Dirk Schröter (DS Sportmarketing) vom 29. April 2017 zu vergegenwärtigen. Die Herausforderungen sind:

Soziodemografischer Wandel
• Langtage an Schulen und Kindergärten
• Kommerzielle Konkurrenz
• Individualisierung/Selbstentfaltung
• Digitaler Wandel

11 Tipps gibt Dirk Schröter, diesen Herausforderungen zu begegnen. Tipp Nr. 7 ist die „Zeitgemäße Kommunikation“. Dazu gehört eine lebendige Homepage. Wie sieht es damit in Niedersachsen aus? Welche Schachvereine haben die besten Webseiten? Diese Frage beantworte ich hiermit selbst auf Grundlage einer semiwissenschaftlichen Fleißarbeit. Dafür habe ich mir sämtliche Internetdarstellungen der niedersächsischen Schachvereine, die auf der Webseite des NSV genannt sind, angesehen und ausgewertet.

Eine gelungene Homepage ist wie eine gelungene Darbietung im Zirkus. Die Zuschauer sollen begeistert werden. Konkurrenzkampf ist überall, und so gehört es dazu, dass diejenigen ausgezeichnet werden, die es am besten machen. Beginnen möchte ich mit der Preisverleihung. Dabei orientiere ich mich am berühmten Circus-Festival in Monte Carlo. Statt Clowns verteile ich Springer.

Ein Goldener Springer geht an:

Sportverein Hellern, Schachabteilung (Bezirk 6) https://schach-hellern.de/

Je ein Silberner Springer geht an:

SK Lehrte (Schachbezirk 1) http://sk-lehrte.de/home.php
Hamelner SV (Schachbezirk 3) https://www.hamelnerschachverein.de/

Je ein Bronzener Springer geht an:

SD Isernhagen (Schachbezirk 1) http://www.schachdrachen.de/
SV Winsen (Schachbezirk 4) https://sv-winsen.org/
SK Union Oldenburg (Schachbezirk 5) http://skunion.de/
SKP Bad Zwischenahn (Schachbez. 5) http://www.schwarzer-springer.de/
SK Nordhorn-Blanke (Schachbezirk 6) http://sknb-online.de/joomla1/

Ehrende Erwähnungen gehen an:

KSV Rochade Göttingen (Bezirk 2) http://www.rochade-goettingen.de/
Blau-Weiß Buchholz (Bez. 4) https://www.blau-weiss-buchholz.de/schach
Post SV Uelzen (Schachbezirk 4) http://schach.post-sv-uelzen.de/

Die Preise sind immateriell. Das sage ich ausdrücklich, damit niemand auf die Idee kommt, wie Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008 zu sagen: „Ich nehme diesen Preis nicht an!“ Und da es kein „Echo“ ist, könnt ihr ihn auch nicht zurückgeben. Spaß beiseite. Meine Auszeichnungen sind ehrlich gemeint. Diejenigen, die ich nicht genannt habe, bitte ich um Verständnis. Es gibt über die Preisträger hinaus viele gute Internetauftritte, aber hier und da fehlt das gewisse Etwas. Für meine Bewertung habe ich 10 Kriterien herangezogen:

• Webdesign
• Aktualität der Berichte
• Kontinuität der Berichte
• Themenvielfalt
• Illustrationen (Fotos, Diagramme usw.)
• Blick über den eigenen Tellerrand
• Humor
• Interaktion (Blog, Gästebuch)
• Schreibkunst
• Gesamteindruck

Für jede Eigenschaft habe ich 0 bist 6 Punkte vergeben. Die Maximalausbeute hätte somit 60 Punkte betragen. Die hat kein Verein erzielt, aber der SV Hellern kommt dem am nächsten. Hervorheben möchte ich die fachlich und stilistisch hervorragenden sowie stets aktuellen Berichte der Osnabrücker. Es gibt ein Gästebuch, das ein bisschen genutzt wird. In den meisten anderen Vereinen ist die Interaktion gar nicht möglich. Diesbezüglich herausragend ist der Hamelner SV. Die Homepage lebt von den Kommentaren. Mitglieder und Gäste können sich gleichermaßen zu Wort melden.

Meine ehrenden Erwähnungen gehen an den KSV Rochade Göttingen wegen der speziellen Ausrichtung auf Kinder und Jugendliche. Blau-Weiß Buchholz und Post SV Uelzen ehre ich deshalb, weil sich beide Schachvereine als Sparten in Großvereinen nicht unterkriegen lassen. Deren Webseiten sind üppig und informativ. In der Regel ist es umgekehrt. Die Darstellung der meisten Schachvereine geht in Sportvereinen unter.

164 Schachvereine habe ich insgesamt ausgewertet. Die zuvor genannte Benotung habe ich in eine Excel-Liste eingetragen. – Meine Gesamtbeurteilung ist zwiespältig. Etwa die Hälfte der Internetauftritte ist sehr gut bis ausreichend. Die andere Hälfte der Vereine hat entweder keine Homepage oder dermaßen schlechte, dass sie besser aus dem Netz genommen werden sollten. Dabei gibt’s Kuriositäten. Zwei Vereine aus dem Schachbezirk 1 empfangen den geneigten Besucher mit:

„Frohe Weihnachten“

Dass ich die Schachfreunde Hannover nicht mitbewertet habe, bedarf keiner Erklärung. Wer mein Resümee von der 1. Bundesvereinskonferenz nicht mehr vollständig in Erinnerung hat, kann es sich hier noch einmal anschauen: https://www.schachfreunde-hannover.de/1-bundesvereinskonferenz-ein-resuemee/

Falls ein Offizieller des NSV mitliest, habe ich folgenden Hinweis zur Liste der Vereins-Websites. Die Webseiten der Vereine mit diesen Nummern funzen nicht mehr:

70158, 70235, 70328, 70338, 70347, 70403, 70451, 70507(?), 70516, 70527, 70529, 70560, 70610, 70615, 70618, 70620, 70627 und 70645.

Bei Nr. 70477 (FG Wohlde) ist Vorsicht geboten! Wer den Link anklickt, riskiert einen Virenbefall.

Darüber hinaus sind in der Liste noch Vereine enthalten, die sich mittlerweile vom Spielbetrieb abgemeldet haben. Ein Frühjahrsputz wäre nicht schlecht.

Aufrückzwang

Bei meinem Ausflug auf die Webseite des Saarländischen Schachverbands habe ich das Wort „Aufrückzwang“ entdeckt. Bislang war mir dieses Wort fremd. Deshalb hat es mich neugierig gemacht und schließlich derart fasziniert, dass ich darüber diesen Beitrag schreiben muss. Okay, wir Schachspieler kennen den „Zugzwang“, zu dem uns in Wirklichkeit keiner zwingt, aber ein Aufrücken von Mannschafts-kameraden zu erzwingen, die nicht beißen, sondern nur spielen wollen, ist ein Zeichen dafür, dass unsere Turnierordnungen ihr Hauptgewicht nicht auf die Förderung der Spielfreude legen, sondern darauf ausgelegt sind, jede Abweichung von der Norm mit Strafen zu belegen.

Ob die Saarländer die einzigen waren, die bislang den Aufrückzwang in ihrer Turnierordnung verankert hatten, weiß ich nicht, aber in der Regel sieht es in deutschen Turnierordnungen wie folgt aus:

Zulässig ist die Nichtbesetzung einzelner Bretter unter Namensnennung der fehlenden Spieler. Unzulässig ist die Nichtbesetzung einzelner Bretter ohne Namensnennung der fehlenden Spieler. (B 1.13 Turnierordnung Niedersachsen/Bremen)

Wer früher im Saarland einen Spieler für einen Mannschaftskampf gemeldet hatte, der dann – aus welchen Gründen auch immer – nicht antrat,  verlor auch alle Kämpfe der folgenden Bretter. Dass das zu unbilligen Härten führen kann, haben nun auch die Saarländer eingesehen, diese Regel nach einer öffentlichen Umfrage (Hört, Hört!) abgeschafft und den üblichen Gepflogenheiten angepasst.

Der Saarländische Schachverband hat rund 1.000 Mitglieder, davon sind 90 Prozent männlichen Geschlechts. Zum Vergleich: der Schachbezirk Hannover hat rund 1.400 Mitglieder.

Was ich von Einschränkungen der Spielfreude halte, die sich wie ein roter Faden durch fast alle Turnierordnungen (es gibt hunderte in Deutschland) ziehen, habe ich an anderer Stelle bereits geschrieben. Manche Turnierordnungen lesen sich wie das Strafgesetzbuch. Zum Beispiel die des Berliner Schachverbands. Dort steht unter § 13 Meldungen und Ranglisten sage und schreibe 6 Mal, dass ein Spieler „gesperrt“ sei, wenn er abweichend von der Norm in einer Mannschaft seines Vereins Schachspielen möchte. Da kommt (Spiel)-Freude auf!

In der Turnierordnung des Saarländischen Schachverbands steht indes eine wichtige Regel, die aus unerfindlichen Gründen in Niedersachsen fehlt:

5.10 e) Alle Paarungen der Schlussrunde einer Klasse müssen gleichzeitig stattfinden.

Diese Regel macht wirklich Sinn. Übermorgen kommt es in der Verbandsliga Süd zur vorgezogenen Begegnung der Schlussrunde zwischen der SG WB Eilenriede und unserer 2. Mannschaft. Eigentlich ein Unding, aber wohl regelkonform.

Events – Wiege-Zangen-Pokal verlässt Hildesheim in Richtung Hamburg

Am Karfreitag fand die fünfte Auflage des Wiege Zangen Pokals statt, diesmal ausschließlich indoor. Eingeladen hat die Hildesheimer Familie Wiege, die häufig auch den Sieger stellte (das Excel-Sheet scheint „biegsam“) 😉

Der Wiege-Zangen-Pokal soll in erster Linie Spaß machen und Geselligkeit verbreiten. Unsere Hildesheimer Sportkameraden wissen gut damit umzugehen 😀
Nur der Präsident schwächelte – „Vergnügungsverbot“.

Den Beginn machte ein Doppelkopfturnier. Gleich mein erstes Spiel habe ich als 98%-Solo versemmelt – dann eben „nur“ noch dabei…
Hernach wurden die 16 Teilnehmer in zwei Gruppen gelost, die sich abwechselnd bei Darts (501+301 einfach) und Tischfussball (4 Einzel und 7 Doppel – spontanes Teamwork war gefragt!) vergnügten. Mein Joker im Kicker-Doppel ging daneben, aber egal. Er muss zu Beginn auf genau eine Aktivität gesetzt werden, deren erreichte Punkte sich verdoppeln. Dafür konnte ich beim 501 als Erster auschecken – Glückspfeil – denn beim 301 schaffte ich die 9 in 9 Versuchen NICHT. Zuguterletzt nun endlich das von allen geliebte Blitzschach. Mit 4,5 Punkten habe ich das CH-System prächtig abgeschnitten. In der 1900er Gruppe war dann André Wiege eine Klasse für sich.

Den Pokal schnappte sich letztlich Jürgen de Voogt (früher: Schwetje), der heute in Hamburg ansässig ist und eine Anreise im Superstau hatte. Gemeinsam mit dem Ex-Svgler Andreas Hartmann, einem Blitz-Spezi vor dem Herrn, bin ich Siebter geworden – Nebensache!

Davor, dawährend, danach – stets lockten nicht nur Kaffee und Cola, sondern auch ein frisch angezapftes Bierfass, Ouzo sowie Kuchen, Suppe und Käse. Alles in allem habe ich einen wundervollen Abend mit netten Menschen verleben dürfen und komme gern im Spätsommer wieder! Danke an Matze und André für die Ausrichtung und Gastfreundschaft!!!

29. Osterblitz in Ricklingen – SFH „unterwegs“

Das Osterblitz in Ricklingen war mal wieder eine Reise wert – nettes Turnier mit Preisen in allen Gruppen, nette Leute, nette Gespräche, brauchbares Zockerschach (meist jedenfalls). Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass ich als einziger von 5 aktiven SFHlern ohne Preis nach Hause gegangen bin. Ohne Preis – selbst das nicht ganz richtig, denn Willi hat mich an seiner Beute teilhaben lassen – Merci 🙂

Hinter dem zwölffachen Dauersieger Izi konnten sich Martin und Tom platzieren – die ELO-Zahlen der Gegner lassen diese Leistung vielleicht nicht so toll erscheinen – aber die haben immerhin andere 2000er verdrängt, müssen also gut drauf gewesen sein. Andreas konnte das B-Finale gewinnen, Willi schnappte sich das D-Finale.

Drei unserer Ex-Mitglieder konnten zwei Preise erringen, wirklich erfreulich also. Der Abend klang für Martin und mich im Salz und Pfeffer aus – hat Potenzial zum Stammlokal 🙂

Vielen Dank an Ricklingen für die Ausrichtung. Ich freue mich schon jetzt auf den Gründonnerstag 2019!