Bescherung am zweiten Advent

Na, ist denn heut‘ schon Weihnachten? Diese Frage hätten wir uns am Sonntag nach dem Mannschaftskampf gegen die Bremer SG stellen können.

Wobei das weniger an dem Schneegestöber in Hannover lag, als vielmehr an dem doch etwas glücklichen doppelten Punktgewinn in der Oberliga.

Alles begann mit zwei ruhigen  Remisen, so dachte ich. Während das bei meiner Partie auch absolut zutraf, war bis zu Jürgens Remisschluss deutlich mehr passiert. Das merkte ich aber erst beim Nachspielen der Partie. Sein Gegner opferte früh eine Qualität um Jürgens König an der Rochade zu hindern. Ob das so schlimm gewesen wäre, wage ich nicht zu beurteilen, allerdings gab Jürgen die Qualität postwendend zurück, brachte seinen König in Sicherheit und kurz danach wurde Remis vereinbart.

Dann war es Zeit, das erste Geschenk auszupacken. Andreas H. hatte nach der Eröffnung bereits eine Qualität eingebüßt, spielte aber unbeeindruckt weiter und konnte einige Verwicklungen schaffen. Sein Gegner schien eigentlich alles unter Kontrolle zu haben, geriet dann aber kurz vor der Zeitkontrolle doch ins Straucheln. In der folgenden Stellung konnte Andreas mit 40. Txb4 die zweite Qualität geben und danach waren die Freibauern nicht mehr zu halten.Andreas_H_BremerSG

Der nächste volle Punkt ging auf das Konto von Bernd und war sehr schön herausgespielt. Alle weißen Figuren strebten in Richtung des gegnerischen Königs und in der nachstehenden Stellung musste Bernd mit 23.Sxg5 schon Platz schaffen, um den nächsten Springer herbeizuholen. Bernd_BremerSG1

Nach 23. .. hxg5 24. Sf3 brach die schwarze Stellung bald auseinander. Nach diesem Erfolg steht Bernd jetzt bei 3,5 aus 4 in dieser Saison – läuft!

Bei Andreas L. und Dennie lief es dagegen nicht rund. Beide mussten ihren Gegner gratulieren, somit liefen beim Spielstand von 3 – 3 noch die Partien von Tom und Friedmar.

Während es bei Tom ein Spiel auf die zwei Ergebnisse Sieg oder Remis war, musste Friedmar nach einem Fingerfehler im ausgehenden Mittelspiel eine Stellung mit einem Minusbauern  verteidigen. Friedmar spielte die Verteidigung sehr aktiv, so dass die Dramatik bei folgender Stellung begann:

49. Ke2 war also das zweite Geschenk des Tages, allerdings zeigen die Varianten mit dem schwarzen Durchbruch f4 davor, dass Schwarz keineswegs ohne Gegenspiel war. Die Varianten hier auf der Seite deuten natürlich nur an, welche Möglichkeiten in der Stellung stecken. Es macht tatsächlich Spaß (und ist wahrscheinlich auch lehrreich), diese Stellung mal auf dem eigenen Brett zu analysieren.

Nun blieb also noch Tom beim Stand von 3,5, – 3,5. Dieser spielte eine Wolga-Gambit Modellpartie. Erst erorberte er den Gambitbauern zurück, machte weiter Druck und drang schließlich mit seinen Figuren in die weiße Stellung und erspielte sich einen Mehrbauern.

Hier kam der genaue Zug 51. .. Tf3, der weiße König wurde abgeschnitten und danach eilte der Springer über g6 nach f4 und machte dem Weißen den Garaus.Tom_BremerSG2

Endstand 4,5 – 3,5!

Mit 5-3 Mannschaftspunkten ist der Start in die Saison wirklich gelungen, zur Sicherung des Klassenerhalts werden allerdings noch ein paar Zähler benötigt. Die nächste Chance darauf besteht am 21. Januar bei der starken Mannschaft des SV Hellern.

SFH-BremerSG

Nikolaustag

„Seid ihr auch alle weltoffen gewesen?“, ist eine Frage, die wir Schachspieler uns heute vom Nikolaus gefallen lassen müssen. Wer dabei an die nach oben offene DWZ-Skala denkt, bekommt die Rute zu spüren. Für die anderen habe ich unseren berühmten Heimatdichter gebeten, ein Gedicht zu verfassen, das sich mit einem Problem unserer Zeit beschäftigt. Wer das Gedicht auswendig aufsagt, wenn der Nikolaus vor ihm steht, wird von Caissa mit einem Lächeln belohnt.

Dicke Luft

Die Straßen sind in Smog gehüllt.
Knecht Ruprecht atmet schwer.
Mit Sprüchen ist sein Sack gefüllt.
Einer stammt von Steinbrücks Peer.

„Was wolltest Du mit der Kette? Schweig!“
„Die Stadt von den Autos befreien.“
Vom ADFC gibt’s dafür ein Like.
„Das sollst Du am Wahltag bereuen!“

Ruprecht prüft derweil den Schlitten.
Es hilft dabei der Hackl Schorsch.
Die Umwelt hat enorm gelitten.
Feinstaub macht die Hirne morsch.

Die Engel sind total frustriert
Und woll‘n ‘ne Frauenquote.
Mit Brille wär‘ das nicht passiert.
Nun drohen Flugverbote.

Wer sind die schlimmsten Klimakiller?
Die Engel schau’n sich fragend an.
Das sind doch wohl die Auftragsgriller
Mit Holz und Kohle, Mannomann!

Ohne Chance

Am vergangenen Sonntag ging es für die Zweite gegen die favorisierte Mannschaft vom HSK LT 2. Unser Gegner war bis zu Brett 6 top besetzt, und auch an den letzten beiden Brettern uns an DWZ überlegen. Bei uns fehlte u.a. Martin, der nicht spielen durfte da er in der vergangenen Runde für die Erste im Einsatz war.

Nach relativ kurzer Zeit sah es schon recht schlecht aus. Die letzten vier Brettern spielten schon mit dem Rücken zur Wand, Gerhard und Uwe kompliziert, aber ausgeglichen, Arthur auch schon in Schwierigkeiten, nur ich hatte deutliche Vorteile.

Willi’s Partie war als erstes vorbei. Er konnte seine passive Stellung beharrlich verteidigen und schaffte doch noch das Remis. Glückwunsch! Danach mußte Jürgen die Waffen strecken, er hatte mutig angegriffen, wurde dann jedoch souverän ausgekontert. Auch Ulrich hatte wenig zu melden, letztendlich war es eine Qualität weniger und ein Freibauer zu viel. Auch er gab dann auf. Gerhards Stellung war inzwischen soweit verflacht, das er keine Möglichkeit mehr sah und das Remisangebot annahm. Auch Günthers Gegner wollte nichts mehr riskieren und bot Remis an.

Mein Gegner hatte die Eröffnung mißhandelt und ich hatte deutlichen Vorteil. Doch ich verwarf aus Respekt vor Gegenspiel die gewinnbringende Abwicklung, aktivierte das gegnerische Läuferpaar und stellt zum guten Schluß noch eine Figur ein.

joergEs geschah 12… b5 und nun gewinnt 13. Sxf6 Lxf6 14. Ld5 Ld7 15. Lxf7 Txf7 16. Dxd7

Arthur konnte gegen Jürgen Juhnke nichts aus der Eröffnung rausholen und Jürgen nahm immer mehr das Zepter in der Hand. Überraschender Weise überlebte Arthur den Angriff und landete „nur“ in einem verloren Endspiel. Er opferte seinen Läufer um die gegnerischen Bauern abzuholen, der Engine zeigt Ausgleich, doch Arthur verlor leider noch. Rechnet selbst:

arthurStellung nach 56. Kf4

Uwe lieferte sich ein taktisches Handgemenge mit Klaus Cordes, übrig blieb ein Endspiel mit D+T+Mehrbauer für Uwe. Immer noch taktisch schwierig, konnte Klaus genug Gegenspiel generieren um das Remis zu sichern.

Weiter geht’s in zwei Wochen zuhause gegen Isernhagen.

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Spenner, Frank (HSK Lister Turm II) – Streich, Gerhard (SFH II)
Brett 4
Weiß am Zug

Stellung nach 18... f7-f5
Stellung nach 18… f7-f5

Schwarz am Zug: Die Qual der Wahl (g3 oder e3?)

Stellung nach 23. f2xe3
Stellung nach 23. fxe3

1 Million Besucher

Ein Feuerwerk für die Sinne: Das Blog der Schachfreunde Hannover
Ein Feuerwerk für die Sinne: Das Blog der Schachfreunde Hannover

Emotionen lassen sich nicht in Worten ausdrücken, wissen diejenigen, die einen Maserati fahren (man gönnt sich ja sonst nichts). Wir Schachfreunde lassen Zahlen sprechen:

1 Million Besucher seit dem 9. August 2013

356 (123) Beiträge

1.751 (312) Kommentare

1.190 (310) Medien (Fotos, Diagramme, Dokumente)

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf den 1. Geburtstag, den wir vor drei Jahren feiern konnten. Es lohnt sich, zurückzuschauen:

http://www.schachfreunde-hannover.de/das-sfh-blog-wird-1-jahr-alt/

Den Millionsten Besucher können wir leider nicht identifizieren. Es ging alles so schnell. Dem Vernehmen nach ist er durch den Schornstein in unser Spiellokal eingedrungen. Aber wir wissen, wer sich an den Kommentaren namentlich beteiligt hat. Unsere eigenen Mitglieder muss ich nicht erwähnen, die Namen der Gäste lesen sich indes wie das „Who is Who“ der deutschen Schachszene. In alphabetischer Reihenfolge möchten wir diesen Schachfreunden für ihre Wortmeldungen ausdrücklich danken.

Allerheiligen, Jens (Hannover)
Bredemeier, Dirk (Oldenburg)
Brandes, Stephan (Hildesheim)
Brunotte, Peter (Hameln)
Butscher, Daniel (Leipzig)
Hagemann, Sven (Braunschweig)
Hebbinghaus, Holger (Harburg)
Heinbuch, Detlef (Münster)
Henze, Prof. Dr. Norbert (Karlsruhe)
Hoeffer, David (Delmenhorst)
Juhnke, Jürgen (Hannover)
Küver, Dr. Manfred (Bonn)
Langer, Michael S. (Wolfenbüttel)
Maric, Davor (Kassel)
Müller, Alfred (Göttingen)
Meessen, Max (Oldenburg)
Niehaus, Stephan (Hannover)
Ohlrogge, Dr. Birger (Darmstadt)
Oppitz, Peter (Wolfenbüttel)
Piehl, Reinhard (Sottrum)
Plumhoff, Bernd (Calenberg)
Prenzler, Daniel (Nordhorn)
Reefschläger, Dr. Helmut (Baden-Baden)
Rick, Uwe (Lüneburg)
Schnegelsberg, Karl-Heinz (Kassel)
Schmidt, Eckhardt (Bad Godesberg)
Schmidt, Dennis (Hameln)
Schulze, Torben (Hannover)
Trescher, Manfred (Leipzig)
Werner, Dr. Hermann (Nürnberg)
Wetjen, Andreas (Oldenburg)
Wittur, Helge (Langenhagen)
Wockenfuß, Klaus (München)
Zeltwanger, André (Salzgitter)

Insel der Glückseligen oder wie man Black Friday mit White Christmas verbindet

„Es ist besser, nicht Schach zu spielen, als falsch Schach zu spielen“, sagen sich immer mehr Falschspieler in Niedersachsen. Vor einer Woche war der Bezirk Braunschweig mit der Bezirksblitzmannschaftsmeisterschaft dran. Lediglich 4 Schachvereine waren dem Aufruf gefolgt. Am 8. Oktober waren es im Schachbezirk Oldenburg zwei Mannschaften. Die haben zweimal doppelrundig gespielt. Im Schachbezirk Süd waren am 13. August auch nur zwei echte Schachvereine angetreten, dafür haben die Hamelner gleich vier Mannschaften gestellt. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist“, gab der Philosoph Karl Valentin einst zu bedenken; und da war Markus Söder noch gar nicht geboren.

Ein anderer Philosoph sitzt heute beim NDR auf dem Roten Sofa: Rolf Dobelli. Mutmaßlich wird er sein neues Buch vorstellen. Sein altes: „Die Kunst des klaren Denkens“ kann ich wärmstens empfehlen. Für Schachspieler ist es besonders geeignet, wobei der Untertitel: „52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“, richtig gemein ist. Wir Schachfreunde wollen, dass niemand einen Fehler macht – von unserem unmittelbaren Gegner einmal abgesehen. „Warum Sie niemals selber schuld sind“, ist so ein Denkfehler. „The Self-Serving Bias“ nennt ihn Rolf Dobelli.

Friday-01Keinen Denkfehler darf sich der erste Mann im Staate, Frank-Walter Steinmeier, leisten. Immerhin geht es um unsere Zukunft. „Die Kirche im Dorf lassen“ oder „Wer zum Rathaus geht, ist schlauer“? Welches Sprichwort wiegt schwerer? Einen gut gelaunten Bundespräsidenten konnte ich euch am 27. Oktober präsentieren. Da hatte er gerade die Kirche verlassen. Ein paar Schritte weiter auf dem Weg zum Rathaus verfinsterte sich seine Miene schlagartig. Hat er etwa geahnt, was auf ihn zukommt?

Ein begnadigter Truthahn ersetzt noch keine Weihnachtsgans. Soll heißen: Heute ist Black Friday und damit Zeit für Mega-Schnäppchen. Wer heute spart, kann sich in einem Monat eine knusprige Weihnachtsgans leisten. Für das passende Ambiente sorgt eine Schneekanone.

Das passende Ambiente in einem Schachblog ist natürlich ein Schachfoto. Aus geheimen Quellen ist mir dieses zugespielt worden:

Friday-02Ursprünglich wollte ich den Partieverlauf ausführlich analysieren. Deutschlands geschäftsführender Innenminister hat mir davon jedoch abgeraten: „Ein Teil dieser Analysen würde die Bevölkerung verunsichern.“

„Rom ist auch nicht an einem Tag verstaut worden“, sagte der einarmige Möbelpacker. In diesem Sinne: In einem Monat ist Heiligabend. Trotz Black Friday. Oder um es mit Schweinchen Dick zu sagen: „Immer schön fröhlich bleiben!“

Straße der Verdammten oder wie man am Sonntagmorgen nochmal Deutscher Meister wird

Eine Fahrt nach Delmenhorst an einem kalten, verregneten Novembersonntag. Ich hatte damit gerechnet, dass alle, die ich zu diesem Ausflug überreden konnte, sich möglichst viel Zeit lassen würden, um eventuell am Treffpunkt in Linden vergessen zu werden. Aber nix da. Dennie wartete bereits am Parkplatz und zum vereinbarten Zeitpunkt  waren die beiden Autos beladen und machten sich auf den Weg an die Delme. Ziel dort war die von Sven Regener besungene Straße der Verdammten (Delmenhorst – Element of Crime), die Bremer Straße mit dem Hotel Thomsen.

Unsere Gegner hatten eine starke Aufstellung gewählt, so dass wir an den vorderen Brettern eher Außenseiter waren und unsere Chancen an den hinteren Brettern suchen sollten. Es kam anders.

Während einige sich noch an ihren Brettern orientieren mussten, war für andere der Arbeitstag bereits erledigt. Jürgen und Dennie erhielten nach wenigen Zügen von ihren Gegner Remisangebote, die sie aufgrund der nominellen Überlegenheit auch annahmen. Hätten wir einen Matchplan gehabt, dann hätten diese Resultate dort sicherlich hineingepasst. Spielstand 1 : 1

Bei Andreas lief eigentlich alles wunderbar. Leider wickelte er im entscheidenden Moment in der falschen Zugreihenfolge ab und geriet dann noch unnötigerweise in ein Mattnetz um seinen König. Nach gut drei Stunden, Spielstand 2 : 1 für Delmenhorst.

Bei Tom war allerdings bereits in der Eröffnung der Wurm drin. Er versuchte seine Figuren durch Bauernopfer zu aktivieren, der Gegner wehrte aber alle Angriffe ab und erhöhte für die Gastgeber. Spielstand 3 : 1 für Delmenhorst.

Jetzt wurde es Zeit, mal selber Punkte zu holen.

Friedmar war der erste, der dies in die Tat umsetzte. In einem Maroczy-Aufbau konnte er die ungenaue Zugreihenfolge seines Kontrahenten zu seinem Vorteil nutzen. Beim Übergang ins Endspiel kam er dann mit seinem Freibauern soweit vor, dass dieser nur noch unter Materialverlust aufzuhalten gewesen wäre. In der abendlichen Debakel-Analyse stellte Friedmar sehr genau die Pläne beider Seiten in diesem Aufbau dar. Warum der schwarze Königsflügelturm nach c8 und nicht nach e8 gehört etc.. Interessanterweise wird auf der Seite des SV Hellern zum aktuellen Mannschaftskampf von der Partie David-Weist berichtet, wo der Schwarze sich genau nach diesem Muster aufgebaut hat. Allerdings mit dem Turm auf c8 und nicht wie Friedmars Gegner auf e8.

Neuer Spielstand nur noch 3:2 für Delmenhorst.

Bei mir lief die Eröffnung nicht unbedingt wie erhofft. Mein Gegner hatte ein starkes Bauernzentrum und eigentlich alle Freiheiten, um am Damenflügel aktiv zu werden. Glücklicherweise konnte ich das Zentrum blockieren und einige Drohungen in Richtung des gegnerischen Königs schicken.

Spielstand 3:3

In den beiden verbliebenen Partien sah es erfreulicherweise recht gut für uns aus, aber trotzdem dauerte es noch fast zwei Stunden bis zur nächsten Entscheidung.

Bernd spielte einen zähen altindischen Aufbau so geduldig, wie es sich für einen frischgebackenen deutschen Meister gehört. Deutscher Meister? Richtig, Bernd wurde auf der Fahrt nach Delmenhorst beim Schwelgen in alten Geschichten von der Tatsache überrascht, dass er in den Achtzigern nicht nur an einer Deutschen Hochschulmannschaftsmeisterschaft beteiligt war, sondern diese sogar gewonnen hatte. Zwei seiner damaligen Mannschaftskollegen saßen nämlich mit im Auto und konnten Bernd davon überzeugen. So voller Adrenalin (und Bananen, aber das ist ein anderes Thema…) gewann er durch ein kleine Kombi einen Bauern und behauptete diesen bis in ein Leichtfigurenendspiel. Jetzt musste er nur noch aufpassen, dass sich die Figuren des Gegners nicht für alle Bauern opfern konnten. Aber auch diese Bananenschale umkurvte Bernd und brachte die Schachfreunde erstmals in Führung. Spielstand 3:4

Bernd
Der deutsche Meister

Martin hatte im Mittelspiel eine Figur gegen zwei Bauern gewinnen können. Dummerweise war die Stellung aber ziemlich blockiert, so dass viel Lavieren notwendig war. Dieses verschlang nun wiederum einen Großteil seiner Bedenkzeit, irgendwann war eigentlich nur noch das Inkrement übrig. In seinem Spielbericht <Oberliga live> gibt er eine sehr lebendige Beschreibung seiner Partie. Als Schlussakkord setzte er seinen Gegner noch matt und stellte damit den Endstand von 3:5 sicher.

Zwei wichtige Punkte gegen den Abstieg waren damit unter Dach und Fach und der Anschluss zum Mittelfeld der Tabelle ist hergestellt. Nächste Runde (am 10.Dezember) geht es gegen die Bremer SG, die bisher noch ohne Mannschaftspunkt ist, allerdings auch schon drei sehr starke Gegner hatte.

Delmenhorst_SFH

Bitterer Ausgleich in der Nachspielzeit

Hochmotiviert fuhr heute die Zweite nach Barsinghausen um Revanche für die Niederlage aus der vergangenen Saison zu nehmen. Martin spielte Ersatz in der Ersten, deshalb kam Marc zum Einsatz.

Als erstes war ich fertig, mein Gegner konnte in komplizierter Stellung Vereinfachungen herbei führen, als die Türme vom Brett waren, bot ich Remis an.

0,5-0,5

Kurz danach konnte Ulrich den vollen Punkt verbuchen, er ging am Königsflügel vor, sein Gegner am Damenflügel. Dieser opferte dann eine Figur für 2 Bauern, nahm noch einen dritten, doch der war vergiftet. Punkt für uns.

1,5-0,5

Weiter ging es an Brett 8, Marc spielte gut, verpasst an einer Stelle jedoch den klaren Gewinn. Doch er blieb dran und sein Gegner beging noch einen entscheidenden Fehler. Erster Sieg im ersten Verbandsliga-Kampf für Marc!

2,5-0,5

Arthurs Gegner investierte 70 Minuten für die ersten 6 Züge, doch Arthur fand in der Folge nicht das richtige Konzept und er bot Remis an, bevor sein Gegner in Vorteil kam.

3,0-1,0

Den vierten Punkt besorgte Gerhard, nachdem er in der Eröffnung aufpassen mußte und sein Gegner am Drücker war. Doch er behielt einen Bauern über und er konsolidierte seine Stellung immer mehr. Sein Gegner brach dann in der Zeitnot die Brücken hinter sich ab, doch Gerhard blieb cool, kassierte eine Figur ein und wanderte mit seinem König seelenruhig aus den Schachs. Am Ende war er dran mit Matt setzen.

4,0-1,0

Während die Kibitze dann schon die Höhe des Sieges diskutierten nahm das Schicksal sein Lauf.

Uwe hat hatte mit Schwarz zu kämpfen seine strukturellen Schwächen unter Kontrolle zu halten, als dann ein Bauer weg war, schien es zuende zu gehen. Doch im 40. Zug gab es noch mal die Möglichkeit nahezu auszugleichen. Leider nicht gespielt und wenig später war nichts mehr zu machen. Nur noch

4,0-2,0

Jürgen hatte aus der Eröffnung heraus immer kleinen Vorteil und wickelte in ein besseres Endspiel ab. Doch er unterschätzte die aktiven Möglichkeiten seines Gegner der in Jürgens Stellung eindran und ein paar Bauern einkassierte. Danach war nichts mehr zu machen. Turmendspiele sind leider doch nicht immer remis.

4,0 – 3,0

Unsere Hoffnung lag dann bei Günther, der nach der Eröffnung in etwas besserer Stellung einen Bauern eingestellt (?) / geopfert hatte und lange mit dem Rücken zur Wand gegen den Verlust kämpfte. Es sah lange nicht schlecht aus, die Stellung war blockiert und sein Gegner kam nicht voran. Bis Günther seinem Gegner die Gelegenheit zu einem Figurenopfer gab. Doch der Gegner opferte auf dem falschen Feld (der Engine zeigte später zuhause sofort 0.00 an). Leider spielen ja keine Engines sondern Menschen und so verlor Günther die Partie noch zum Endstand von 4,0 – 4,0.

Auf dem Rückweg erreichte uns dann die gute Nachricht aus Delmenhorst. Glückwunsch an unsere Erste!

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BLITZE im November

An diesem Wochenende hatten zwar die Ligen Pause, aber es gab zwei spannende – wenn nicht gar dramatische Turniere im schnellen Blitzschach (5+0).
… und die Schachfreunde waren dabei!

Am Samstag war Barsinghausen Gastgeber der niedersächsischen Einzelmeisterschaft. Unser Andreas Liebau hat sich mit Platz 7 von 23 Teilnehmern sehr gut geschlagen und ist auch gleich fürs nächste Jahr einen Platz auf Landesebene gesichert. Alle drei Qualifikationsplätze zur Norddeutschen Meisterschaft gingen nach Hannover. Hier im Bezirk wird offenbar sehr gepflegt Blitz zelebriert. Dritter wurde Felix Gerland, die beiden Top-Plätze waren erst nach vier Stichpartien vergeben (Torben vor Izi).

Heute fanden sich zehn 4er-Teams zur 2018er(!) Bezirksmannschaftsmeisterschaft bei Kargah ein. Die Spielstärke klaffte vom Anfänger bis zum Semiprofi. Eigentlich spielten je 5 Teams um die Plätze 1-5 und 6-10. Obere gegen untere Häfte war 8-0 ein häufiger Score. Wir hatten beinahe zwei Viererteams am Start, allerdings hatten weder Tom noch Gerd Ambitionen auf einen Schachwettkampf. Gerd lief immerhin als Papiertiger auf. Mit Inken und Willi hatten wir sogar zwei Fans – und wurden als Tabellenfünfter „nur“ Meister derer Herzen. Woran lags? Gegen den neuen Champion Lister Turm und 96 kamen wir mächtig unter die Räder. In Summe nur drei Brettpunkte zeugen von der Übermacht. Wer von uns dabei vorne/hinten spielt – egal! Gegen den Zweiten Rinteln hatten wir wie viele andere vorne nichts zu holen – 0 aus 4 gegen die Topscorer Plischki (17 aus 18) und Felix (16,5/18), hinten reichten 3,5 aus 4 nicht. Gegen Lehrte kam keiner von uns über 50% hinaus – das wäre vielleicht noch eine Möglichkeit für eine bessere Platzierung gewesen.

Unsere Scores aus 18 Partien:
Vorderes Paarkreuz: Andreas Liebau 11,5 und Bernd 8
Hinteres Paarkreuz: Uwe 13 und Jörg 12

Bemerkenswert war der Auftritt von 96. Mit drei Mannschaften angetreten spielten in einem Team vorn zwei sehr starke junge Frauen. Gegen das dritte Team gelang mir das Kunststück, mit Schwarz in 6 Zügen Matt zu setzen. Mein Tischnachbar war noch beim Händedruck…

Für beide Turniere sind zügige Online-Ergebnisse bislang Fehlanzeige. Kann man ob der Ehrenamtlichkeit verstehen, aber man ist heutzutage verwöhnt. Guckst Du beim Schachbezirk oder beim NSV.
Am Freitag geht es wieder um Blitz – in Linden und in der List.