Gelungene Partien in Lingen

Knapp war’s am vergangenen Sonntag beim Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Das habe ich bereits berichtet. Wie knapp es war, könnt ihr euch anhand der Partien ausmalen, die ich im Anschluss zeige. Die interessantesten Momente zeige ich in chronologischer Reihenfolge. Wobei ich auf die Bretter Nummer 7 und 8 verzichte. Am 7. Brett spielte Jörg ein Salonremis, und meine total ausgeglichene Schlussstellung kennt ihr schon. Los geht’s mit Dennie Ackermann am 1. Brett gegen Großmeister Milos Perunovic aus Serbien.

Ackermann, Dennie (SFH) – GM Perunovic, Milos (SV Lingen)
Oberliga Nord-West (9) Brett 1
15.04.2018
Schwarz am Zug setzt in 8 Zügen matt

Dennie und die Zigarette danach

Dennie hatte nach guter Eröffnungsbehandlung – immerhin verfügte er über einen Mehrbauern – den Faden verloren. Im 25. Zug hätte er nach 24… Da1+ mittels Db1 (da stand sein Springer noch auf d2) das Eindringen der schwarzen Dame auf der 1. Reihe verhindern können. GM Perunovic hätte danach keine zwingende Fortsetzung gehabt. Jetzt gibt’s indes kein Halten mehr. Das sehenswerte Matt in 8 Zügen lässt sich nicht mehr verhindern.


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Gegen einen Großmeister mit Schwarz ein Remis herauszuholen ist für uns Amateure ein beachtliches Erlebnis. Bernd durfte sich nach starker Leistung zu recht darüber freuen. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass in dieser Stellung mehr für ihn drin war. Die Partie endete durch Zugwiederholung. Die Engines halten die Stellung tatsächlich für ausgeglichen. Aber die verstehen nichts von unseren menschlichen Schwächen.

GM Milanovic, Danilo (SV Lingen) – Fritze, Bernd (SFH)
Oberliga Nord-West (9) Brett 2
15.04.2018
Weiß am Zug


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Kaimer, Thomas (SFH) – GM Gutman, Lev (SV Lingen)
Oberliga Nord-West (9) Brett 3
15.04.2018
Weiß am Zug

Tom grübelt über seinen 43. Zug

Mit der Berichterstattung steige ich im 51. Zug ein. Es war ein Duell auf Augenhöhe. In dieser komplizierten Stellung leistete sich Tom seinen einzigen echten Fehler, der zum Glück ungeahndet blieb. Nach 51. Kf3? hätte Lev Gutman einen Offizier gewinnen können (guckt ihr im Anschluss). Auch ein Großmeister sieht nicht alles. Danach hätte Tom die Partie halten können, wenn er nicht unerwartet zum Läufertausch gezwungen gewesen wäre. Der Mehrbauer im Turmendspiel entschied nach über 6 Stunden die Partie. Trotzdem eine starke Leistung von Tom.


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Den Skalp eines Internationalen Meisters holte sich Andreas Herrmann auf beeindruckende Weise. Den weißen Angriff auf dem Königsflügel neutralisierte Andreas mit Druck auf das Feld c2, hinter dem sich der weiße König versteckt hatte. Guckt euch zunächst die Schlussstellung an. Zwei Türme gegen zwei Damen! Das sieht man nicht alle Tage. Wie es dazu kam, könnt ihr euch im Anschluss angucken.

IM Milenkovic, Mladen (SV Lingen) – Herrmann, Andreas (SFH)
Oberliga Nord-West (9) Brett 4
15.04.2018
Weiß zieht 55. Td7-g7+ und gibt auf


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Unspektakulär ging es am 5. Brett zu. Martin stand stets ein Hauch besser. Für einen vollen Punkt genügte das nicht, und so endete die Partie folgerichtig mit einem Remis durch Zugwiederholung.

Ploog, Dr. Martin (SFH) – FM Kollen, Zyon (SV Lingen)
Oberliga Nord-West (9) Brett 5
15.04.2018
Schwarz am Zug


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Tragisch war der Partieausgang für Uwe am 6. Brett. Unser ewiger Schwarzspieler stand die ganze Partie über gut und hatte in diesem Moment eine gewonnene Stellung:

FM Gazic, Josip (SV Lingen) – Gabriel, Uwe (SFH)
Oberliga Nord-West (9) Brett 6
15.04.2018
Schwarz am Zug nach 41. gxf6+

Nach 41… Kf7! hätte der weiße Turm in der h-Linie für den Rest der Partie dumm aus der Wäsche geguckt. Leider übersah Uwe dessen Befreiungstrick nach 41… Kxf6?. Danach war die schwarze Stellung noch längst nicht verloren. Erst als Uwe seinen letzten Turm im 59. Zug zum Tausch anbot, war die Partie nicht mehr zu halten. Das war jammerschade. – Ihr seht, ein bis anderthalb Brettpunkte waren für uns in Lingen zusätzlich möglich.

Ein Punktgewinn in Lingen war möglich

Der SV Lingen ist die überragende Mannschaft in der Oberliga Nord-West. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord stand bereits vor der letzten Runde fest. Die meisten Gegner wurden haushoch geschlagen. So wäre gestern für uns alles andere als eine hohe Niederlage eine Überraschung gewesen, sofern die Lingener mit ihren Titelträgern antreten würden. Das taten sie bis auf GM Vladimir Epishin, der diesmal fehlte. Wir mussten hingegen im letzten Moment improvisieren. Unser Mannschaftsführer, Thomas Edel, war von mehreren Viren befallen worden. So sprang ich virenfrei ein und musste mich am 8. Brett mit einer jungen Dame auseinandersetzen.

Bevor ich mit meiner Berichterstattung über unsere 3:5 Niederlage fortfahre, zeige ich euch dieses Bild unserer Mannschaft, das kurz vor unserer Abfahrt aufgenommen wurde:

So sehen Verlierer aus, wenn sie trotzdem zufrieden sind. Sogar unser Tom war zu Späßchen aufgelegt, obwohl er gerade nach über 6 Stunden zähen Ringens gegen GM Lev Gutman verloren hatte. Ich bin davon überzeugt, dass er die Partie zumindest remis halten konnte. Aber das ist im Nachhinein leicht gesagt. Das gilt auch für den einen oder anderen halben Punkt, den wir womöglich liegengelassen haben. Nachdem Jörg und ich zeitgleich remisiert hatten, war auf den anderen Brettern noch alles offen:

Bretter 4-1
Bretter 5-6

Derweil analysierte Jörg seine Partie mit seinem Gegner:

FM Aleksandar Milosovic mit Schwarz gegen Jörg

Ich zog es vor, Lingen zu erkunden. Noch nie zuvor in meinem Leben war ich in dieser Stadt, die schließlich auch zu Niedersachsen gehört. Aber es ist halt das Emsland. Auf Mallorca kennen wir Hannoveraner uns besser aus. Dabei kann sich Lingen wirklich sehen lassen. Ein paar Schnappschüsse von meinem Rundgang zeige ich euch in der Bildergalerie. Dabei ist die Nähe zu Holland anhand der Bauweise für Reihenhäuser auszumachen. Irgendwie praktisch, andererseits komisch. Das Auto wird kurzerhand unter dem Schlafzimmer geparkt. Fehlt nur noch eine Stange wie bei der Feuerwehr, an der man schnellstmöglich nach unten rutschen kann.

Auf die Bewertung der Partien werde ich in einem gesonderten Beitrag eingehen, sobald mir die Notationen vorliegen. Dennies Niederlage am 1. Brett und mein Remis am 8. Brett möchte ich vorab kommentieren. Dennie hatte es mit Großmeister Milos Perunovic aus Serbien (Elo 2596) zu tun. Dennie hatte sich wie immer gut vorbereitet, aber nicht gut genug. Sein Gegner kannte sich in der Benoni-Verteidigung besser aus und just in dem Moment, als Dennie von einem Remis träumte, setzte dieser zu einem Mattangriff in 7 Zügen an. Dennies König wurde zu einer Wanderung nach g6 gezwungen. Dort stand er Tête-à-Tête dem schwarzen König auf g8 gegenüber. Das Matt mit Dame h7 wollte sich Dennie nicht mehr zeigen lassen.

Ich hatte mit einer jungen Dame namens Hannah Möller die vermeintlich leichteste Aufgabe. Pustekuchen. Es wurde die ausgeglichenste Partie meines Lebens. Logische Folge: Remis. Guckt ihr hier nach 32 Zügen:

Hannah Möller (SV Lingen) 1/2 – 1/2 Gerhard Streich (SF Hannover)

Das kommt dabei raus, wenn niemand einen schwachen Zug macht. Die ersten 10 Züge waren in der Theorie kein Neuland; der Rest war auf beiden Seiten immer folgerichtig. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich eine andere Eröffnung gewählt. Hätte, hätte, … ihr wisst schon. Aber meine junge Gegnerin (U 18) ist keine blutige Anfängerin. Im Gegenteil. In der Lingener Tagespost gab es im vergangenen Jahr einen Artikel über sie mit der Überschrift:

Lingenerin Hannah Möller spielte schon mit drei Jahren Schach

Als ich drei Jahre alt war, kannte ich nur Drogen, Alkohol und Sex. Kleiner Scherz. Nee, die Hannah spielt richtig gut, u.a. in der 2. Frauenbundesliga beim SC Steinfurt.

Der schönste Moment bei meinem Aufenthalt in Lingen war das Wiedersehen mit einem Schachfreund, der Hannover und damit unseren Verein vor 44 Jahren verlassen hatte und aus beruflichen Gründen nach Lingen gezogen war: Manfred Rockel.

Ich habe ihn sofort wiedererkannt. Er hat nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Immer positiv gestimmt, immer geistreich, immer umtriebig. Manfred hatte Geschichte und Englisch an der TU in Hannover und in Bristol studiert, bevor es ihn als Pädagoge ins Emsland verschlug. Dort hat er bis heute ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Wahlheimat, wie ich seinem Gedichtband „Emsiges Land“ entnommen habe, das er mir geschenkt hat. Wer mehr über Manfred erfahren möchte, sollte auf seiner Webseite stöbern: http://www.manfredrockel.de/

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Auszug aus dem SCHACHKURIER der Schachfreunde Badenstedt, veröffentlicht im Mai 1970; siehe meinen Kommentar vom 17. April 2018:

Fuchs gegen Wolf in der Verbandsliga

Gelächter! Auch das gibt es unter Schachspielern vor einem ernsten Mannschaftskampf. Auslöser war die Verlesung der Mannschaftsaufstellungen vor unserer letzten Runde in der Verbandsliga Süd: „An Brett 8 Fuchs gegen Wolf“. Genauer gesagt: Dr. Michael Fuchs gegen Dr. Ulrich Wolf. Die Partie endete unentschieden. Dazu später mehr.

In der 9. Runde mussten wir mit unserer 2. Mannschaft bei der SG Weiß-Blau Eilenriede antreten. Die Begegnung war vorverlegt worden. Dass das ein Unding ist, habe ich an anderer Stelle bereits thematisiert. Am nächsten Sonntag läuft das eigentliche Finale auch in der Landes- und in der Oberliga. Dann wird die Abstiegsfrage in dieser und in anderen Klassen endgültig geklärt. Fakt ist, dass die SG BW Eilenriede nach ihrer 3:5 Niederlage gegen uns als Tabellenletzter absteigen muss. Ob sich eine weitere Mannschaft dazugesellt, wird meines Wissens vom Ausgang in der Landesliga Süd abhängen. Wir können jedenfalls mit 8:10 Mannschaftspunkten nicht mehr absteigen. Darauf können wir nach einer durchwachsenen Saison stolz sein.

Der Teamgeist hat gestimmt. Nicht jeder wird mit seinem individuellen Ergebnis zufrieden sein. Zu hadern gibt es immer etwas. Da nehme ich mich nicht aus. Mit 5,5:2,5 Punkten (ohne Niederlage) habe ich mein selbst gestecktes Soll erfüllt; wenngleich es zwei halbe Punkte mehr sein konnten. Unsere Einzel- und Mannschaftergebnisse könnt ihr hier nachlesen:

http://www.nsv-online.de/ligen/nsv-1718/?mannschaft=5088

Mit einem Sieg gegen uns hätten die Weiß-Blauen noch die Chance gehabt, die Rote Laterne in der Verbandliga Süd abzugeben. Aber es sollte nicht sein. Bereits nach kurzer Zeit gab es am zweiten und am dritten Brett Salonremisen, die zum einen der Freundschaft und zum anderen dem fantastischen Wetter geschuldet waren. An den anderen Brettern wurde richtig gekämpft. Zwei davon konnten wir gewinnen, die anderen endeten ebenfalls mit einem Unentschieden. Die vier interessantesten Partien zeige ich euch in Ausschnitten. – Zuvor möchte ich noch etwas Positives loswerden. Am Rande der Veranstaltung habe ich erfahren, dass sich der schwerkranke Fritz-Günther Obert auf dem Weg der Besserung befinden soll. Der allseits beliebte Fritz ist die gute Seele der Weiß-Blauen und die des Schachbezirks Hannover. Hoffentlich wird er bald zur alten Stärke zurückfinden. Als Schachspieler und als Funktionär.

Am 1. Brett spielte unser Martin wie ein Großmeister und das nach wenig Schlaf. Er hatte am Vorabend an einem 50. Geburtstag (nicht seiner) teilgenommen, der zünftig ausgefallen sein soll. Mit einfachen Zügen erreichte Martin ein Endspiel, das für Schwarz kaum zu retten war. Interessant ist dabei die uralte Frage, wer in solchen Endspielen stärker ist, der Läufer oder der Springer? In diesem Fall ist Antwort eindeutig.

Ploog, Dr. Martin (SFH II) – Kleinschroth, Roland (SG WB Eilenriede)
Verbandsliga Süd (9) Brett 1
08.04.2018
Schwarz am Zug

Der naheliegende Zug 32… Kc7 konnte Schwarz nicht retten. Den Rest der Partie könnt ihr hier nachspielen:

Garthof, Günther (SFH II) – Jagst, Hilmar (SG WB Eilenriede)
Verbandsliga Süd (9) Brett 5
08.04.2018
Schwarz am Zug

Nach einer verkorksten Saison hatte Günther diesmal Grund zum Jubeln. Sein Gegner kam ihm durch ein verfehltes Bauernopfer in der h-Linie entgegen. Nach 37 Zügen entstand diese für Schwarz hoffnungslose Stellung. Sein Befreiungsversuch scheiterte unmittelbar:

37… f5+ 38. exf6 e.p. 1-0

 

„Der Wolf und der Fuchs“ ist ein Tiermärchen der Brüder Grimm. Obwohl der Wolf der Stärkere von beiden ist, triumphiert am Ende der schlauere Fuchs. In diesem Fall haben sich beide neutralisiert. Einmal hatte der Fuchs die Gelegenheit zuzubeißen, als der Wolf im 18. Zug patzte und eine Qualität nebst Bauern verlieren konnte. Als der Fuchs den tödlichen Zugriff verpasste, war der Wolf bis zum Ende dominierend. Es ergab sich eine lehrbuchartige Stellung.

Fuchs, Dr. Michael (SG Blau-Weiß Eilenriede) – Wolf, Dr. Ulrich (SFH II)
Verbandsliga Süd (9) Brett 8
08.04.2018
Schwarz am Zug

59… Kf3? Nach 59 Zügen entscheidet ein kleiner Unterschied die Partie. Richtig war Kf4! und Schwarz gewinnt:

Zum Schluss präsentiere ich euch meine Partie:

Lampe, Thomas (SG Blau-Weiß Eilenriede) – Streich, Gerhard (SFH II)
Verbandsliga Süd (9) Brett 4
08.04.2018
Weiß am Zug

33. Lxh5?!

Nachdem die Eröffnung in Bahnen der Theorie verlaufen war, hatte ich mir im Mittelspiel eine vorteilhafte Stellung erarbeitet. Das sah Thomas Lampe auch so und entschloss sich spontan zu diesem inkorrekten Figurenopfer, das sich in psychologischer Hinsicht jedoch auszahlen sollte. Mir war in dem Moment klar, dass Weiß nicht viel für das Opfer bekommt, aber ich wollte einfach nicht zulassen, dass mich mein Gegner vorübergehend unter Druck setzt. Deshalb entschloss ich mich zu der hasenfüßigen Fortsetzung 33… Df4?. Noch schlimmer als diese Fehleinschätzung war indes, dass ich im Anschluss zweimal die Springergabel nach Dxf2+ übersah. Das Ende war humorlos. Guckt ihr hier:

Nordhorn ist keine Reise wert

Der gestrige Sonntag stand für die Schachfreunde unter keinem guten Stern. 2 Spieler mit Grippe ausgefallen, 2 Spieler in fernen Ländern und so mußten dann sogar zwei Geburtstagskinder spielen. Dafür schon mal danke!

Die Erste mußte (fast) nach Holland, der SK Nordhorn Blanke erwartete uns, wie schon vergangene Saison. Und auch dieses Mal durfte ich als Ersatzmann mit. Kurz nach dem unsere Eishockey-Jungs in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer kassierten ging es los. Und so waren wir schon um 10.20 Uhr in Nordhorn.

Friedmar fiel aus, daher spielte Dennie an Brett 1. Brett 2 musste frei gelassen werden.

0 – 1

Nach 2 Stunden entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, mit etwas Glück wäre ein Punkt nicht unmöglich. Bevor es kompliziert wurde bot ich meinem Gegner im leicht besserer Stellung Remis an. Auch Dennie erreichte in ausgeglichener Stellung ein sicheres Remis.

1 – 2

Kurz vor der Zeitkontrolle mußte dann Thomas E. die Segel streichen. Er fand mit Weiß keinen richtigen Plan gegen den Aufbau seinen Gegners.

1 – 3

Auch Bernd erreichte nur ein Remis, sein Gegner lehnte vorher bereits sein Remisangebot ab, doch am Ende war nicht mehr drin. Das zeigte auch der Stockfisch am späten Nachmittag im Debakel.

1,5 – 3,5

Tom hat eine komplizierte Stellung auf dem Brett, ließ zwischendurch mehrere Möglichkeiten aus in Vorteil zu kommen. So hatte am Ende der Gegner zu viel Material eingesammelt.

1,5 – 4,5

Gerhard stand meiner Ansicht nach die ganze Partie über nicht schlechter. Beim Übergang ins Endspiel erlaubte er seinem Gegner einen entfernten Freibauern. Dieser wurde ihm dann am Ende zum Verhängnis. Hier werden die Computer zeigen, ob das alles so nötig war.

1,5 – 5,5

Den Schlußpunkt setzte Andreas, er hat seinem Gegner die Dame für Turm und Läufer abgenommen, doch dieser konnte gekonnt eine Festung aufbauen die nicht zu überwinden war.

2.0 – 6,0

Abschließend bleibt zu hoffen, das die Schachfreunde aus Nordhorn nächste Saison bei uns zu Besuch sind.

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Bos, Robin (Nordhorn Blanke) – Streich, Gerhard (SF Hannover)
Oberliga Nord West (7) Brett 8
25.02.2018
Schwarz nach 43. Sc5-a6 am Zug


43… Ke6? Der Verlustzug. Richtig war 43… d3! und die Partie wäre vermutlich Remis ausgegangen. Guckt ihr hier:

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Siehe Kommentar von Gerhard als Antwort auf Torben:

Tempolimit in der Oberliga

Unsere 1. Mannschaft hat am Sonntag in der Oberliga gegen den SC Tempo Göttingen mit 3:5 verloren. Offenbar sind unsere Mittel gegen die Göttinger, die bislang noch punktlos waren, limitiert. Bereits in der vergangenen Saison gab es eine deftige Niederlage. Nun können die Göttinger wieder Mut im Abstiegskampf schöpfen. Wir müssen indes aufpassen, dass wir dort nicht hineingeraten.

Meine drei Fragen, die ich in meinem letzten Kommentar gestellt habe, bleiben unter Verschluss. Nach Rücksprache mit unserem kommissarischen Innenminister gibt es dazu folgenden Kommentar: „Ein Teil dieser Antworten würde die Schachwelt verunsichern.“ Unser Mannschaftführer hält sich ebenfalls bedeckt. Deshalb fasse ich mich statt seiner kurz: Irgendwie war der Wurm drin.

In der nächsten Runde müssen wir die Wasserstädter (Nordhorner) aufs Trockendock befördern. Oder so ähnlich. Die Vorfreude auf den Ausflug ist groß. Wie spannungsreich Mannschaftskämpfe sind, zeigt ein Blick in die Gesichter der Protagonisten. Zu Beginn des Mannschaftskampfes gegen Göttingen habe ich einige mit meiner Kamera festgehalten. Drei Fotos zeige ich euch im Anschluss.

Willi wollt‘ es wissen

Was – ihr kennt Willi nicht? Den lustig-schlauen Kinderserienheld aus der Kika-Sendung „Willi wills wissen“? Zum Glück haben wir in der Schachfreunde-Zweiten auch einen Willi-Schlaukopf, der einen bemerkenswerten Punkt zum 5,5-2,5 gegen die Schachdrachen aus Isernhagen beitrug. Unser Willi (Kwiotek) strafte die Kiebitze Lügen, die leichtfertigt mutmaßten, ungleichfarbige Läuferendspiele seien notorisch remis, schon gar mit einem einzigen Mehrbauern. Man muss nur einfach die richtige Idee haben.

(An dieser Stelle würde ich eine Partiestellung oder sowas einfügen, wenn ich dergleichen bei der Hand hätte. Das kann ja jemand anders nachreichen. Bittedanke.)

Tatsächlich: Wir haben im vierten Anlauf unseren ersten Saisonsieg erreicht. Und das sogar erstaunlich souverän. Nur der arme Günther musste diesmal gegen Werner Zoch dran glauben, während die übrige Truppe durchgängig remis spielte oder gewann. Warum das nicht immer so gehen kann? Weil Schach eben auch ein Nervenspiel ist.

Mindestens denkwürdig erschien mir auch Uwes voller Punkt gegen den wahrlich nicht schwachen Isernhagener Eilert. Uwe hatte einen Mehrbauern, aber eine ziemlich gedrückte Stellung. Optimisten würden statt „gedrückt“ den Terminus „fest“ verwenden. Tatsächlich gelang es uns versammelten Besserwissern nach Partieende nicht, auch nur eine Gewinnchance für Uwes Gegner nachzuweisen. Wahrscheinlich hätte sich der digitale Fritz darüber kaputtgelacht, bis die Schaltkreise glühen, aber für menschliche Hirne aus der Verbandsliga war das eine echt unknackbare Nuss.

(Und auch hier ließe sich eine Stellung aus Uwes Partie einfügen. Falls jemand das Formular hat.)

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Streich, Gerhard (SF Hannover II) – Essmann, Julian (SD Isernhagen)
Verbandsliga Süd, Brett 4, 10.12.2017
Weiß am Zug

Streich-Essmann32. Df3 Dg7??
33. Dh5+ Ke7
34. Th7 Tdf8
35. Dg5+ Ke8
36. Txg7 1-0

Siehe Kommentar

Dreierlei Maß

Tritt eine Schachmannschaft zum angesetzten Termin nicht an, muss sie büßen. So weit, so gut. Was derzeit an Bußen in den Turnierordnungen festgeschrieben ist, ist jedoch haarsträubend. Die aus meiner Sicht sittenwidrigen Regelungen beginnen damit, dass das Strafmaß in den Landesklassen Niedersachsen/Bremen, in der Oberliga Nord und in der 2. Bundesliga unterschiedlich ausfällt. Damit wird gegen das Gleichheitsprinzip verstoßen. Am härtesten trifft es die Mannschaften in der Oberliga Nord.

Turnierordnung Oberliga Nord

2.10 Spielausfälle und Nichtantreten
2.10.1 Tritt eine Mannschaft zum angesetzten Termin nicht an, so wird der Wettkampf mit 0:8 verloren gewertet. Eine Mannschaft ist nicht angetreten, wenn 30 Min. nach Spielbeginn weniger als vier Spieler am Spielort erschienen sind.

2.10.2 In Ausnahmefällen „Höhere Gewalt“ kann der Turnierleiter einen neuen Termin ansetzen.

2.10.3 Die nicht angetretene Mannschaft erstattet in jedem Fall ihrem Gegner alle für die Durchführung des ausgefallenen Wettkampfes nachweisbaren Kosten bis zu einer Höhe von 100,00 € und hat außerdem ggf. angefallene Schiedsrichterkosten zu tragen.

2.10.4 Abgesehen von Fällen nach Ziff. 2.10.2 wird die nicht angetretene Mannschaft zur Zahlung einer Buße in Höhe von 1000,00 € herangezogen. Diese Mannschaft verliert ihren Kampf mit 0:8, zudem werden ihr zwei weitere Mannschaftspunkte in der Tabelle abgezogen. […]

Gegen 2.10.1 ist nichts einzuwenden; gleichwohl gegen 2.10.2. Der Turnierleiter entscheidet als einzige Person, ob „Höhere Gewalt“ vorliegt und damit, ob eine Mannschaft drastisch bestraft wird oder nicht. In der Rechtsprechung ist die Definition „Höhere Gewalt“ ein schwieriges Thema. Ob der Turnierleiter allein ein objektives Urteil fällen kann, darf bezweifelt werden. Den Hinweis auf Höhere Gewalt gibt es in der Turnierordnung der 2. Bundesliga nicht. Dazu später mehr. – Gegen 2.10.3 wäre nichts einzuwenden, wenn es den 2.10.4 nicht gäbe.

Eine Mannschaft, die aus welchen Gründen auch immer, nicht angetreten ist, muss 1.000 € Buße + ca. 200 € Nebenkosten an den Verband zahlen. Diese Geldbuße ist der Höhe nach inakzeptabel. Wer den Etat der meisten Schachvereine kennt, weiß, dass ein Verein auf diese Weise ruiniert werden kann. Was soll das?

Dass dieser Betrag abschrecken soll, ist zwar einleuchtend, die Denkweise, die dahintersteht, ist einer fairen Maßregelung jedoch unwürdig, weil sie impliziert, dass der Verein vorsätzlich gehandelt hat. Zur Rechtsprechung gehört die Unschuldsvermutung. Was ist, wenn ein Auto bei der Anfahrt streikt, in dem 5 Schachfreunde sitzen? Ist das Höhere Gewalt? Nein.

Vor vielen Jahren kam es in der Regionalliga Nord zu folgendem Zwischenfall: Wir hatten unser Spiellokal für einen Mannschaftskampf  gegen die SG Osnabrück verlegen müssen und dies rechtzeitig angekündigt. Die Osnabrücker hatten das verpennt. Als sie im richtigen Spiellokal ankamen, war es zu spät. Den Mannschaftskampf hatten sie damit kampflos verloren. Das war bitter genug, aber nachvollziehbar. Nach der heute gültigen Turnierordnung müssten sie dafür rund 1.200 € Strafe bezahlen und weitere zwei Mannschaftspunkte einbüßen.

Selbst wenn man für die Höhe der Buße Verständnis hätte, widerspricht der Abzug zweier Mannschaftspunkte, die redlich erworben wurden, dem gesunden Rechtsempfinden. Offensichtlich hat sich der Vater (die Väter?) dieser zusätzlichen Strafe von ähnlichen Strafen aus dem Profifußball leiten lassen. In seltenen Fällen wurden Fußballvereine mit einem Punktabzug vor oder während der Saison bestraft. In all diesen Fällen lag die Ursache in falschen Tatsachenbehauptungen der Vereine. Im Klartext: sie hatten den Verband wissentlich getäuscht. Zu unterstellen, jeder Nichtantritt einer Mannschaft sei vorsätzlich erfolgt, ist abwegig und widerspricht den hehren Zielen der FIDE (Gens una sumus).

Turnierordnung 2. Bundesliga

H-2.7.1 Tritt eine Mannschaft nicht an, verliert sie ihren Kampf mit 0:8. Bei schuldhaftem Nichtantreten hat der Verein eine Geldbuße von € 500,00 zu zahlen, zudem werden ihr zwei weitere Mannschaftspunkte in der Tabelle abgezogen. Bei Nichtantritt in einer der letzten drei Runden erhöht sich die Geldbuße auf € 1.000,00.

Es fällt auf, dass in der 2. Bundesliga ebenfalls zwei weitere Mannschaftspunkte abgezogen werden, wobei ein „schuldhaftes Nichtantreten“ vorliegen muss. Was „schuldhaft“ ist, bleibt im Dunkeln. Höhere Gewalt wird in der Turnierordnung nicht genannt. Wer ohne Schuld ist, ziehe die ersten Punkte ab (kleine Anleihe aus der Bibel).

Weiterhin fällt auf, dass in den ersten 6 Runden ein Nichtantreten „nur“ mit 500,00 € bestraft wird; also die Hälfte dessen, was in der Oberliga Nord fällig wird. – Es geht auch anders. Von Humanismus geprägt ist diese Turnierordnung:

Turnierordnung Niedersachsen/Bremen für Landes- und Verbandsliga

B.1.12 Spielausfälle
(1) Tritt eine Mannschaft zum angesetzten Termin nicht an, so wird der Kampf für sie mit 0:8 verloren gewertet. Eine Mannschaft, die zu zwei Mannschaftskämpfen nicht angetreten ist, scheidet aus der Spielgemeinschaft aus. Sie steigt in den zuständigen Regionalbereich ab und hat eine Geldbuße in Höhe von 250 EUR an die jeweilige Verbandskasse zu zahlen. Die erzielten Ergebnisse werden annulliert.

(2) Die nicht angetretene Mannschaft erstattet in jedem Fall ihrem Gegner alle für die Durchführung des ausgefallenen Kampfes nachweislich entstandenen Kosten bis zu einer Höhe von 50 EUR.

(3) In Ausnahmefällen – höhere Gewalt – kann der Turnierleiter der Spielgemeinschaft Niedersachsen/Bremen einen neuen Termin ansetzen.

(4) Abgesehen von Fällen von höherer Gewalt wird die nicht angetretene Mannschaft zur Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 1,00 EUR je Kilometer einfache Entfernung, mindestens jedoch in Höhe von 100 EUR herangezogen. Falls keine Absage bis zum Tag vor dem Spieltermin um 18:00 Uhr erfolgt ist, verdoppelt sich die Geldbuße. Dieser Betrag verfällt der jeweiligen Verbandskasse.

(5) Zieht ein Verein eine Mannschaft nach Turnierbeginn zurück, so werden die bisher erzielten Ergebnisse gestrichen. Die Mannschaft gilt als erster Absteiger und zahlt eine Geldbuße in Höhe von 250 EUR. Dieser Betrag verfällt der jeweiligen Verbandskasse.

Das nenne ich fair und ausgewogen. Das Wort „Schuld“ kommt gar nicht vor! Beim ersten Nichtantritt fallen nur die nachweislich entstandenen Kosten des Gegners an – gegenüber 1.000 € in der Oberliga. Am Ende können es 250,00 € +Nebenkosten sein. Das ist angemessen. Kein Schachverein bleibt einem Mannschaftskampf aus niedrigen Beweggründen fern.

Warum erzähle ich das? Den meisten Schachspielern wird das alles egal sein. Die wollen nur spielen. Anders sieht es bei den Verantwortlichen in den Vereinen aus. Die müssen im Ernstfall den Kopf hinhalten. Außerdem sorgen solche Strafen für erheblichen Unmut und konterkarieren die satzungsgemäße Pflicht, das Schachspiel zu fördern. Keinem Verein in der Oberliga Nord und in der 2. Bundesliga wünsche ich ein Szenario, das mit einer Buße >1.000 € und Punktabzug geahndet wird. Aber sollte es so sein, werden sie nicht mit der Solidarität der anderen Vereine rechnen können. Jeder ist sich selbst der Nächste. Es wäre besser, wenn sich die Vereine dieser Ligen gemeinsam für eine ausgewogene Sportgerichtsbarkeit stark machen würden. Für die Saison 2018/19 ist es noch nicht zu spät.

2,5 verloren, aber Oberliga gehalten!

An diesem achten Spieltag hatten wir mal wieder Heimspiel und eine echt gute Besetzung beisammen. Aus den Top-8 fehlte nur unser Edelreservist Reinhard. Kaffee und Kaltgetränke stand bereit. Inken hatte sogar noch belegte Brötchen für unsere Gäste vom SV Hellern angerichtet, die wie gewohnt von IM Carsten Lingnau angeführt wurden. Doch der Reihe nach: Gegen zwölf Uhr war ich mit der Eröffnungsausbeute im Mittel zufrieden: Zwar standen Friedmar gedrückt und und Andreas Herrmann pleite, dafür machten die offenbar besseren Theoriekenntnisse an den Brettern zwei und drei Freude. Zudem hatten Tom und Bernd, beide mit Weiß, Wunschvarianten auf dem Brett. Das passt leider nicht zum Endergebnis von 2,5-5,5. Was geschah also dazwischen?

Andreas remisierte eine recht ereignisarme Partie, wohingegen Friedmar am Spitzenbrett gegen den Profi-IM unterlag, der einige feine Züge zauberte. Die Stellung von Andreas Herrmann verschlechterte sich immer mehr. Zwischenzeitlich fehlten gleich 4 Bauern. Ich selbst spielte eine typische Brett 8 Partie: Es wogte hin und her – und war keinswegs perfektes Schach! Auch im Endspiel mussten beide stets auf der Hut sein – es endete schließlich friedlich mit Remisschluss bei KTBB-KTBB.

(P.S. das Analysezentrum List spricht nach erstem Check übrigens auch hier von einer ereignisarmen Partie in stetiger Remisbreite)

Bernd schwächte mit Sc4 seine Stellung doch zu sehr und geriet mit cleveren Zügen des Gegners schließlich chancenlos unter die Räder. Jürgen Böhm krönte seine Leistung vom Grenke Open (H-Zahl knapp 2300) mit einem Start-Ziel-Sieg gegen eine schottische Hauptvariante. Zwar langzügig erst im Endspiel, aber sehr souverän – Well Done! Dennie konnte im Mittelspiel mit einem Wenigerbauern nur im Trüben fischen. Das sah oft gefährlich aus, brachte aber nichts – und am Ende nur die Null. Thomas hatte mehrere Möglichkeiten fürs Spiel auf ein Tor, endschied sich aber an zwei Stellen falsch. Sein junger Gegner versuchte im Turmendspiel noch einmal alles, aber auch hier Remis.

Schön zu sehen, dass der SV Hellern mit einem gesunden Altersmix und talentierten Jugendlichen unterwegs ist. Wir haben den Klassenerhalt mittlerweile auch theoretisch gesichert, obwohl am letzten Spieltag noch der Tabellendritte Delmenhorst auf uns wartet.

Die Saisonplanung 2017/18 hat also bereits begonnen. Die Karten werden wieder gemischt!

Stippvisite bei der Zweiten

Der Horrortrip nach Nordhorn blieb mir erspart. Einen Tag vor dem Weltglückstag hatte ich somit die Gelegenheit, vor der Haustür in die Gesichter von Schachspielern zu schauen, die ihr Glück in der Verbandsliga suchen. Das Heimspiel unserer Zweiten gegen die Erste vom SK Ricklingen stand im FZH Linden auf dem Programm. Solange ich denken kann, war der SK Ricklingen das Mauerblümchen unter den hannoverschen Schachvereinen. Nun blüht es auf dank einiger Neuzugänge. Allen voran sei IM Dennes Abel genannt. In den vergangenen Jahren spielte er bei den Schachfreunden Berlin in der 1. Bundesliga. Nach eigenem Bekunden waren ihm die Reisen zu strapaziös. Das kann ich nachvollziehen. Reisen macht Spaß, aber wer kein Vollprofi ist und das Leben noch vor sich hat, stellt sich irgendwann die Sinnfrage, vor allem dann, wenn es Nullen hagelt.

Mit 5 Siegen in 5 Spielen hatte Dennes (DWZ 2446) eine blütenweiße Weste. Umso bravouröser ist das Remis zu bewerten, das ihm Martin Ploog am 1. Brett abknöpfen konnte. Martins Remisserie (5 aus 5) hält damit. Am 2. Brett holte Arthur Kölle einen souveränen Sieg gegen Jan Hendrik de Wiljes (DWZ 2365). 1 ½ Punkte an den ersten beiden Brettern klingt verheißungsvoll. Leider war’s das. Die restlichen Punkte gingen allesamt an die Ricklinger. Das Endergebnis lautete somit:

SF Hannover 2    1,5 : 6,5    SK Ricklingen

Einzelheiten guckt ihr hier: http://www.nsv-online.de/ligen/nsv-1617/?r=&staffel=946

Lobend erwähnt sei die Siegesserie von Torben Schulze (ehemals Hannover 96) auf Seiten der Ricklinger mit 6 Siegen in 6 Partien.

Zum Verlauf der Partien kann ich nichts sagen. Blicke in die Gesichter der Akteure kann ich euch stattdessen im Anschluss bieten. Glückseligkeit drückt keines aus. Betreiben wir etwa die falsche Sportart? Nur mal so gefragt wegen des Weltglückstags.

Remis gegen den Tabellenletzten

Erst hatten wir kein Pech, und dann kam auch noch Glück dazu. Wer glaubte, dass wir nach unserem Auswärtssieg beim Tabellenführer der Oberliga Nord West leichtes Spiel mit dem punktlosen Tabellenletzten hätten, sah sich getäuscht. Wenn man von vornherein mit 1:0 führt, weil der Gegner ein Brett nicht besetzt hat, kann man nicht von Pech sprechen, es sei denn, man stellt sich die Frage, ob für den derart beschenkten Spieler der Sonntag nicht ein verlorener Tag ist. Solche Geschenke hat Hannover 96 in dieser Saison bereits fünfmal verteilt. Offenbar steckt bei denen der Wurm drin, was sich im Absturz der beiden ersten Mannschaften widerspiegelt.

Kommen wir zum Glück. Drei Stunden nach dem Anpfiff, den ich live erlebt hatte, kehrte ich in unser Spiellokal zurück. Zwischendurch vernahm ich Gold-Lauras derben Leitspruch, den sie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk lauthals zum Besten gab: „Scheiß da nix, dann feid da nix.“ Mein Wahlspruch: „Ein Leben ohne Magdalena Neuner ist möglich, aber sinnlos“, ist damit obsolet. Auf „obsolet“ komme ich später zurück. – Vor dem Eingang zum Spiellokal hörte ich die frohe Botschaft eines kompetenten Zuschauers: „Alle stehen gut, außer Bernd.“ Davon konnte ich mich selbst überzeugen, gleichwohl kippten im Anschluss die meisten Partien zu unseren Ungunsten.

So sehen Sieger aus: Dennie mit Hightec-Fahrrad
So sehen Sieger aus: Dennie mit Hightec-Fahrrad

Unser Glück wurde auf eine harte Probe gestellt. Bevor ich darauf – wie gehabt – subjektiv eingehe, möchte ich unseren jüngsten Spieler und jüngsten Vater besonders hervorheben. Nachdem Dennie mit Otto Borik zuvor einen Internationalen Meister am Rand einer Niederlage hatte, holte er sich diesmal den Skalp eines anderen IM, und zwar den von Alexander Bangiev. Das tat er so eindrucksvoll, dass ich aus dem Staunen nicht herauskam. Das Staunen begann bereits mit Dennies Anfahrt. Dass er mit seinem Drahtesel, bei dem der Draht völlig losgelöst dem Fahrtwind ausgesetzt war, unversehrt das Spiellokal erreicht hatte, war ein kleines Wunder.

Brett 1   Izrailev, Alexander (Hannover 96)  1-0  Schirm, Friedmar (SFH)

Alexander & Friedmar
Alexander I. & Friedmar

Weiß hatte lang rochiert. Friedmars Angriff auf dem Damenflügel sah verheißungsvoll aus, verpuffte jedoch und endete in einem Endspiel mit ein paar Minusbauern.

 

 

Brett 2  Ackermann, Dennie (SFH)  1-0 IM Bangiev, Alexander (Hann. 96)

Dennie & Alexander B.
Dennie & Alexander B.

Bangievs Stonewall in der Holländischen Verteidigung wurde von Dennie dermaßen zertrümmert, als wolle er dem größten Narzissten aller Zeiten eine Botschaft über den Großen Teich senden: „Mauern sind obsolet.“ Ein taktischer Schlag beendete die einseitige Partie. Bangiev hatte drei Möglichkeiten: auf g7 oder g8 mattgesetzt zu werden oder aufzugeben. Er entschied sich für die letzte Variante.

Brett 3  Piepho, Niels (Hannover 96)  1-0  Kaimer, Thomas (SFH)

Niels & Tom
Niels & Tom

Nach der Eröffnung hatte Tom eine dynamische Stellung erreicht. Leider fasste er einen falschen Plan, der ihn schnell in eine aussichtslose Lage brachte.

 

 

 

Brett 4   Liebau, Andreas (SFH)  ½ – ½  Helmer, Christoph (Hann. 96)

Andreas L.
Andreas L.

Suboptimal war auch der Verlauf von Andreas‘ Partie. Sein vermeintlicher Stellungsvorteil mündete in einer passiven Stellung, die er mangels geeigneten Hebels seines Gegners halten konnte.

 

 

Brett 5   Ljubarskij, Juri (Hannover 96)  1-0  Fritze, Bernd (SFH)

Juri
Juri

Unser Top-Scorer wurde mit seinen eigenen Waffen geschlagen: den Gegner positionell einschnüren, bis der wie das Kaninchen vor der Schlange keinen Ausweg findet. Was Juri in seinem hohen Alter (Jahrgang 1933) immer wieder aufs Schachbrett zaubert, ist bewundernswert.

Bernd
Bernd

Als die Partie eigentlich schon entschieden war, gab es einen ungewöhnlichen Zwischenfall: Bernd hatte – gezeichnet von den Anstrengungen – ein Schachgebot seines Gegners übersehen und stattdessen selbst Schach gegeben. Das war ein unmöglicher Zug. Juri glaubte, die Partie sei damit beendet und begann unversehens, die Figuren einzupacken. Er wurde eines Besseren belehrt. Bernds Zug wurde zurückgenommen. Im Anschluss bekam Bernd Oberwasser. Plötzlich sah es nach einem Remis durch Dauerschach aus. Eine längst abgeschriebene Partie versprach einen halben Punkt abzuwerfen. Glück, ick hör dir trapsen. Irgendwie gelang es Juri doch, den Schachgeboten zu entkommen und Bernd zur Aufgabe zu zwingen.

Brett 6  Meier-Hoffmann, Daniel (Hann. 96) ½ – ½  Herrmann, Andreas

Andreas H.
Andreas H.

Alles Glück dieser Welt hatte diesmal Andreas gepachtet. Seine gute Stellung nach der Eröffnung entpuppte sich als labil. Erst ein, dann zwei, dann drei Bauern waren perdu. Was macht man in solchen Fällen? Richtig, man fischt im Trüben (oder gibt auf). So trübe war die Stellung nicht, aber sein Gegner blickte dennoch nicht durch, verlor einen Springer und wenig später seine ganze Bauernherrlichkeit. Es entstand ein Endspiel mit Turm+Springer gegen Turm. Sowas kann man gewinnen, aber nur wenn der Gegner mitspielt. Der hatte jetzt den Durchblick. Andreas knetete ihn eine Weile. Als Arthur den vollen Punkt eingesackt hatte, willigte Andreas in das Remis ein. Das 4:4 war damit perfekt. Aber ein (unverdienter) 4,5:3,5 Brettpunktesieg lag in der Luft.

Brett 7  Edel, Thomas (SFH)  +-  Phunhon Lopez, Daniel (Hannover 96)

Thomas E. allein am Brett.
Thomas E. allein am Brett

Meinen Kommentar siehe Einleitung.

 

 

 

 

Brett 8   Kölle, Arthur (SFH)  1-0  Kiselev, Alexander (Hannover 96)

Arthur
Arthur

Grübel. Grübel. Ein schlapper Bauer war aus Arthurs überlegenem Mittelspiel übrig geblieben. Das Springerendspiel war kniffelig. Das Brett war leergefegt bis auf Arthurs Bauern, der auf f7 stand und den beiden Springern. Obwohl der gegnerische Springer das Umwandlungsfeld im Visier hatte, konnte Arthur diesen ablenken. Ob das zwingend war? Wer weiß? Wäre die Partie Remis ausgegangen, hätten wir den Kampf gegen Hannover 96 (nicht unverdient) verloren.