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Schachfreunde Hannover von 1919 e.V.





Der Favoritenrolle gerecht geworden


von Dieter Jakob


Teil 1 – 8.Runde - Die Kür zum Abschluss

Zu unserem letzten Spiel der Saison fuhren wir nach Barsinghausen, dem bisherigen Tabellenzweiten. Da uns der Aufstieg, ja sogar die Meisterschaft, unabhängig vom Ergebnis nicht mehr zu nehmen war, fuhren wir ohne den Druck Punkte holen zu müssen in den Deister. Die 2. Mannschaft bat um Verstärkung in Person von Heiko Lick, die wir in Anbetracht der genannten Tatsache auch gewährten. Dass Barsinghausen mit seinem Spitzenspieler, Bernd Watermann, auflaufen würde hatten wir eigentlich nicht erwartet. So hatten wir es mit einem nominell gleichwertigen Gegner zu tun.


Zunächst konnte man jedoch den Eindruck gewinnen, dass es ein leichtes Spiel für unsere Mannschaft werden sollte. Zwar spielte ich etwas zu passiv gegen den Barsinghausener Spitzenspieler, hatte jedoch zunächst noch eine ausgeglichene Stellung. Juri verlor durch einen Fehlzug schon frühzeitig einen Bauern, bekam dafür jedoch etwas Kompensation.


Deutlich besser spielte da Henning am 5. Brett und das gegen einen Spieler mit fast 100 DWZ-Punkten mehr und der Empfehlung von 5 Punkten aus 6 Partien. Es war schon erstaunlich wie unser jüngster Spieler seine Stellung mit kraftvollen Zügen immer weiter ausbaute. Dass er dann bei großem materiellem Vorteil nicht den schnellsten Gewinnweg fand, tut seiner guten Leistung keinen Abbruch. Nach eineinhalb Stunden konnten wir einen Punkt verbuchen.


Schon bald sollte ein zweiter hinzukommen, denn Edi konnte seinen jugendlichen Gegner schon in der Eröffnung überspielen. Sein Läuferpaar hielt den feindlichen König durch Fesselung bzw. Felderbeherrschung in der Brettmitte. Zur guten Stellung kam dann auch noch materielles Übergewicht hinzu. So blieb seinem wackeren Gegenspieler keine Chance mehr und er musste die Partie aufgeben.


Wenig später informierte mich Christiane, dass sie von ihrer Gegenspielerin ein Remisangebot erhalten habe. Diese besaß zwar einen Mehrbauern, den sie auch stolz präsentierte, hatte jedoch eine eingeengte Stellung. Wer jedoch Christianes Nervenkostüm kennt, weiß, dass sie unter dem Zwang unbedingt gewinnen zu müssen nicht optimal spielt. Daher stimmte ich zu, das Angebot anzunehmen.


Dadurch wurde auch der Druck auf die verbleibenden Barsinghausener Spieler erhöht. Diese kamen in der Folge jedoch gut damit zurecht.


So konnte sich Juri den geschickten Angriffen seines Gegners immer schwerer erwehren. Es drohte schließlich ein weiterer Bauernverlust und Juri gab die Partie auf.


Mit einem Tanz auf der Rasierklinge könnte man die Partie an Brett 3 beschreiben. Was da Ingo und seine Gegnerin auf das Brett zauberten war schon toll anzusehen. Kaum blieb dem Betrachter die Zeit eine komplizierte Variante zu berechnen, schon barg die neu entstandene Stellung wieder neue, tiefgründige Kombinationen. Letztlich konnte Tessa Kuschnerus den Druck auf den eigenen König abwehren. Sie zwang mit Ingo mit einem gewaltigen Gegenangriff in die Defensive und schließlich zur Aufgabe.


Auch unser bisheriger Punktegarant Rainer verlor erstmals in dieser Saison seine Partie. Nach ausgeglichener Eröffnung verlor er im Mittelspiel die Qualität, behielt als Kompensation jedoch einen Mehrbauern. Nicht so optimale Verteidigungszüge führten jedoch zu einer schlechteren Stellung und letztendlich zum Verlust des Spiels.


So war aus dem 2,5:0,5 Vorsprung ein 2,5:3,5 Rückstand geworden. Am 7. Brett hatte Phillip nicht nur einen Mehrbauern, sondern auch durch den Springer gegen den schlechten Läufer und somit einen deutlichen Vorteil.


Genau diese Konstellation versuchte ich in meiner Partie verzweifelt zu vermeiden. So wäre ich in dieser Situation sicher mit einem Remis zufrieden gewesen. Das daraus resultierende 4:4 nutzte jedoch den Barsinghausener nichts, denn sie würden, ein Sieg des PSC vorausgesetzt,  vom aufstiegsberechtigten 2. Platz verdrängt werden. In dieser Situation unterlief meinem Gegner ein schwerwiegender Fehler mit einem Figurenverlust in der Folge. Das nach Rückopferung der Mehrfigur entstandene Bauernendspiel war klar für mich gewonnen.


So entschied die Partie von Philipp über den Ausgang des Mannschaftskampfes. Nach einigen ungenauen Zügen fand unser Mister Hundertprozent 100 % schließlich den richtigen Weg zum Sieg und konnte somit seine tolle Leistung in dieser Saison mit 6 Siegen in 6 Partien – allerdings bei kampflosem Verlust einer Partie – krönen.


Insgesamt haben wir zwar gewonnen, aber diesmal erneut viel, viel Glück gehabt.


Die 5. Mannschaft beschließt somit die Saison mit einem Traumergebnis von 16:0 Punkten bei 47:17 Brettpunkten. Das sollte für die neue, schwere Saison genügend Ansporn sein die Klasse zu halten.


Teil 2 – die Saison - Der Favoritenrolle gerecht geworden

Letztendlich konnte die 5. Mannschaft der Schachfreunde Hannover den angestrebten sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisliga erspielen. Dies gelang zwar mit 16:0 Mannschaftspunkten und 47:17 Brettpunkten offenbar recht souverän, war in einigen Vergleichskämpfen aber auch auf viel Glück zurückzuführen.


Zwar konnten wir in der ersten Runde den Mitfavoriten SK Rinteln (2) 6,5:1,5 besiegen, doch schon das nächste Spiel in Eystrup brachte uns an den Rand eines Punktverlustes. Nur durch gravierende Fehler einiger Gegenspieler konnten wir schließlich 6:2 gewinnen.


Ja und wenn man einen Lauf hat, dann geht Vieles leichter von der Hand. Der zweite vermeintliche Mitkonkurrent um die beiden Aufstiegsplätze, die 5. Mannschaft des PSC, wurde ebenfalls mit 6:2 besiegt. Der Kurs stimmte also. So entschieden wir uns gegen Bückeburg (3), das viele Nachwuchsspieler aufbietet, mit einer verstärkten Jugendmannschaft anzutreten. Insgesamt waren 5 Jugendliche unter 15 Jahren – ein erfreuliches Novum in der Geschichte der Schachfreunde – in der Mannschaft aufgeboten. Durch der 6:2 Sieg behielten wir zur Halbzeit die Tabellenführung und gute Aussichten auf einen der beiden ersten Plätze, die zum Aufstieg berechtigen.


Ein überzeugender 6,5:1,5 Sieg gegen Stolzenau brachte uns, bedingt durch den Punktverlust der direkten Verfolger SK Barsinghausen (3), dem gesteckten Ziel deutlich näher.  Fast hätten wir im folgenden Vergleichskampf gegen Calenberg (2) diese gute Ausgangsposition wieder verspielt. Das einzige Mal mussten wir eine Partie kampflos abgeben und  gerieten bald 0:2 in Rückstand. Es spricht für die Moral der Mannschaft, dass sie sich dann aufbäumte und das Spiel noch zum 5:3 Erfolg drehte. Zwei Runden vor Schluss konnten wir nur noch theoretisch von einem der ersten Plätze verdrängt werden. So reifte die Idee am folgenden Spieltag die Kollegen der 4. Mannschaft zu unterstützen. Mit Hilfe unserer 3 Spitzenbretter erreichte sie gegen den übermächtigen Spitzenreiter der Kreisklasse Ost ein 4:4, das letztendlich zum Aufstieg beigetragen hat.


In der Kreisklasse West trat die 5. Mannschaft derweil gegen ein überwiegend aus Jugendlichen bestehendes Team von Neubruchhausen (2) an. Ein deutlicher 6,5:1,5 Sieg täuscht aber darüber hinweg, dass es bei korrektem Spiel der unerfahrenen Gegner, auch 2,5 bis 3,5 Punkte für uns weniger hätten sein können.


Nun, auch die letzte Begegnung war heiß umkämpft. Schließlich konnten wir mit Glück 4,5:3,5 gegen Barsinghausen (3) gewinnen und somit unsere weiße Weste behalten.


Zur Statistik:

14 von 17 gemeldeten Spielern haben gespielt.

Die 5. Mannschaft ist das gewollte Sprungbrett für die Jugendspieler der SFH: Alle 5 aktiven Spieler aus unserer U 16 Mannschaft kamen zum Einsatz.

Nur ein Punkt (1,6 %) wurde kampflos abgegeben.


Erfolge bei mehr als einer Partie:

Die meisten Punkte holten Philipp Eggers (6), Juri Degraf , Dieter und Henning Jakob (je 5)

Die höchste DWZ-Performance mit 1908 spielte Heiko Lick

Die Traumgewinnquote von 100 % erreichten Philipp Eggers (6/6), Edi Klicic (3/3) und Louis Schlusche (2/2).

Ungeschlagen blieben außerdem: Heiko Lick und Dieter Jakob


Für den Mannschaftsführer war es nicht immer leicht aus dem Angebot an Spielwilligen die Richtigen auszuwählen. Erfreulich ist die gute Mischung von Jung und Alt, so dass die Mannschaft eine tolle Integrationsplattform für die Jugendlichen darstellt.


In eigener Sache:

Wir werden nächste Saison versuchen die Klasse zu halten und dabei dem stärker werdenden Nachwuchs die Möglichkeit geben, sich mit spielstarken Gegnern zu messen.


Letzte Änderung: 20.Jun. 2010

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