Schach im Fernsehen bei Klein gegen Groß

Wenn Schach im Fernsehen kommt wirds manchmal peinlich. Ziemlich sicher vor Peinlichkeiten kann man noch sein, wenn Schachspieler wie Helmut Pfleger die Sendung vorbereiten.

Bei Kai Pflaume und seiner ARD-Crew ist dagegen nicht viel zu erwarten. Und was dieser Beitrag mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu tun hat verstehe ich sowieso nicht.

Am 16.12.2017 trat ein neun-jähriger namens Adam Szigeti gegen Anatoli Karpov an. Die Aufgabe war: „Wer erkennt mehr Schlussstellungen der offiziell anerkannten Schachweltmeisterschaften?“

Es gab ungefähr 50 Weltmeisterschaftskämpfe. Und es geht tatsächlich nur um die Endstellung der jeweils letzten Partie jeder Weltmeisterschaft. Also um 50 Stellungen. Zu jeder Stellung sollten Spieler, Jahr und Sieger angesagt werden.

Eine machbare Aufgabe. 50 Stellungen merken und dazu ein paar Metadaten aufsagen. Natürlich würde ich spontan scheitern. Aber mit ein paar Tagen Vorbereitung machbar.

Die einzige Frage ist also, wieviel Vorbereitung den beiden zur Verfügung stand. Da laut der Sendung Adam behauptete, mehr Stellungen zu erkennen als Anatoli muss ich davon ausgehen, dass Adam sich vorbereiten konnte.  Eine große Gedächtnisleitung kann ich daher nicht erkennen. Adam Szigeti hat übrigens eine Elo von 1251. In Anbetracht seines Alters möchte ich das nicht schlechtreden. Aber so zu tun als ob wir es hier mit einer herausragenden Geistesleistung zu tun haben, ist einfach nur Verarsche.

Für einen neunjährigen sicherlich eine ganz gute Leistung. Aber was soll das im Fernsehen? Und warum muss ich das Ganze auch noch finanzieren?

Video siehe https://www.youtube.com/watch?v=Nhr55Elm6B8

Ab 57:30 Min.

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