Gute Demos, schlechte Demos

Der Herausgeber einer Schachzeitung hatte im Netz dazu aufgerufen, nach Berlin zu kommen:

„Am 01. August findet in Berlin die größte Demo gegen den Corona Wahnsinn statt, die Deutschland bisher gesehen hat. 500.000 Menschen aus ganz Deustchland werden hierfür anreisen und wir alle werden dort für unsere Grundrechte einstehen.“

Der Buchstabendreher im zweiten Deutschland ist nicht von mir. Vermutlich eine Freud‘sche Fehlleistung des Verfassers. Dazu passen die Phantasiezahlen, die ein Superhirn(-spreader) vor Ort auf 1,3 Mio. Menschen schraubte. Gekommen waren rund 20.000. Die waren schlimm genug. Saskia Esken nennt sie #Covidioten. Das Netzwerk meiner Tageszeitung nennt sie Rücksichtslose. Was heißt das für uns Schachspieler? Die Normalität rückt in weite Ferne.

Am Freitagnachmittag gab es in Hannover eine Demo der ganz anderen Art. Es ging um unsere Zukunft (FFF), die durch die Rücksichtslosigkeit der anderen bedroht ist. Rund 500 Demonstrantinnen und Demonstranten waren mit ihren Fahrrädern auf den Opernplatz gekommen. Von dort aus ging es auf einem Rundkurs durch Hannover. Ich habe in deren Gesichter geschaut. Das war Friedfertigkeit pur. Kein Vergleich zu den hässlichen Bildern in Berlin.

Als Beleg zeige ich euch diese Nahaufnahme einer Teilnehmerin:

31. Juli 2020 – Opernplatz Hannover

Die Maskenpflicht wurde von ihr – wie von allen anderen – anstandslos befolgt. Als Ex-Radrennfahrer gefällt mir darüber hinaus ihre sportliche Erscheinung, ihr sportliches Outfit und ihr Rennrad im Retrolook, Marke Gazelle.

25. September 2020 – Raschplatz-Hochbrücke