Da wäre mehr dringewesen

Vorletzter Spieltag der Zweiten in Barsinghausen. Barsinghausen, derzeit etwas glücklicher Dritter, ist sicherlich stärker als wir, aber auch nicht unschlagbar.

Bernd Schmuckall gewann kampflos. Olaf Bergmeier übersah eine Bauerngabel, das wars. Jürgen Reschke bemühte sich zwar noch irgendwo einen Angriff zu finden, es gelang ihm aber nicht: Remis.

Martin Ploogs Partie war interessant. Irgendwann tauschte er einen oder zwei Bauern für die Qualität, um den 40. Zug verlor er aber etwas den Überblick und konnte die Stellung nicht mehr halten.

Ich hatte eine Remisstellung, wollte aber noch verschärfen. Der Zug war einfach nur schlecht: verloren.

Ulrich Wolf kam gut aus der Eröffnung mit Schwarz. Er verlor dann aber im gegnerischen Angriff einen Bauern und mußte feststellen, dass Bauernendspiele mit Minusbauern fast immer verloren sind, so war es auch hier.

Die beste Partie spielte Arthur Kölle. Sein Gegner wollte mit Läufer und Dame auf h7 mattsetzen. Arthur nahm trotzdem die angebotene Qualität, gab diese zurück um das Matt zu verhindern und gewann schließlich weil sein Gegner sich für den Angriff auch die Bauernstruktur hatte ruinieren lassen.

Günter eröffnete bescheiden, gewann aber im Mittelspiel einen Bauern, der aber nicht zum Sieg reichte (wobei ich mir nicht sicher bin, ob Fritz 15 hier auch nur ein Remis erreicht hätte).

Somit ein 3:5. Mehr wäre drin gewesen, wenn die teilweise vermeidbaren Verlustpartien zumindest mit einem Remis beendet worden wären.

Am letzten Spieltag gehts jetzt gegen den Tabellenletzten Hannover 96 gegen den Abstieg.

Da Hannover 96 mit sehr wechselhafter Aufstellung spielt ist von einer knappen Niederlage bis zu einem 8:0-Sieg alles drin. An diesem Spieltag haben Sie gegen Ricklingen vier Bretter freigelassen, aber das kann gegen uns auch ganz anders aussehen.

 

14 Gedanken zu „Da wäre mehr dringewesen“

  1. Ein rascher Blick in die Karten der ersten Mannschaft verrät, dass sich im letzten Mannschaftskampf nunmehr drei Spieler der zweiten Mannschaft „oben“ festgespielt haben. Ihr seid im letzten Spieltag also vermutlich hoher Favorit.

    1. Dazu kommen noch 3 Spieler der Zweiten, die sich jeweils ihre zweite kampflose Niederlage abgeholt haben und somit im letzten Mannschaftskampf nicht spielberechtigt sind.
      Spannend…

  2. Wer kennt Detlef Eike? Der Mann ist Mannschaftsführer in Barsinghausen und hatte am vergangenen Sonntag offenbar nicht seinen besten Tag. Nicht nur, dass er seine Partie gegen Arthur Kölle verlor, er hat ganz nebenbei die Muße gefunden, mich des Turniersaals zu verweisen!

    Das finde ich ganz unglaublich, denn im Laufe meines langen Schachspielerlebens habe ich es noch nie erlebt, dass irgendjemand aus irgendeinem Turniersaal verwiesen wurde. Und das, obwohl sich manche Schachspieler gelegentlich wüst daneben benehmen. Wenn ich also der Erste bin, der dieses Schicksal erleidet, muss ich wohl ganz besonders böse gewesen sein. Was also habe ich angestellt? Ich habe im besagten Turniersaal zu Martin Ploog gesagt, dass ich ihm einen Preis verleihe, falls er erneut remis spielen würde. Hintergrund war, dass Martin bis dahin in 5 Partien fünfmal remis gespielt hatte. Ich wolle die Partie beeinflussen, befand Herr Eike und sagte, ich solle vom Brett weggehen. Als ich stehen blieb, erhöhte er das Strafmaß: „Verlassen Sie den Turniersaal!“ Als ich wiederum stehen blieb, fasste er mich am Arm und schob mich vorwärts. Der Mann hat mich angefasst. Niemand fasst mich an!

    Hatte Herr Eike recht? Ja – wenn man die Turnierordnung streng auslegt und einen ganz schlechten Tag hat, kann man bestimmt einen lockeren Spruch in einen ganz falschen Hals bekommen und diese Konsequenz ziehen. Ich sehe schon ein ganzes Heer von Spießbürgern nicken und sagen: „Ja, das hat sich der Reschke doch selbst zuzuschreiben!“ Es ist halt dieselbe Frage, ob ein Fußball-Schiri eine gelbe Karte ziehen muss, wenn ein jubelnder Spieler sein Trikot auszieht und gleich die gelb-rote hinterher, wenn dieser Spieler sich über die Entscheidung beschwert. Ich meine: nein. Und NIEMAND fasst mich an…

    1. Laut Turnierordnung A.13 Absatz 1 Satz 3 nehmen bei Mannschaftskämpfen BEIDE Mannschaftsführer GEMEINSAM die Aufgaben des Schiedsrichters wahr, falls vom Turnierleiter der Spielgemeinschaft Niedersachsen/Bremen kein neutraler Schiedsrichter eingesetzt worden ist. Daher hätte der MF der Heimmannschaft hier nur im Einvernehmen mit dem MF der Gastmannschaft Ordnungsmaßnahmen ergreifen dürfen.

      1. So etwas ahnte ich, wusste ich aber nicht sicher. In der Tat habe ich Herrn Eike aufgefordert, mit meinem Mannschaftsführer Kontakt aufzunehmen. Aber er war der Meinung, das könne er alleine entscheiden. Wie das halt so ist, wenn man schlecht gelaunt ist und einen Feind gefunden hat.

  3. Die Entscheidung Jürgen des Saales zu verweisen ist wohl hart, aber vertretbar. Schließlich war er zu diesem Zeitpunkt nur noch Zuschauer. Da unser Mannschaftführer aber nicht einverstanden war, war, ist die Entscheidung rechtswidrig.

    Vor zwei jahren bin ich übrigens rausgeflogen, auch durch Detlef Eike! Ich hatte Andreas Herrmann darauf hingewiesen, dass er auf Zeit gewonnen hat. Andreas selber war sich nicht sicher und wollte weiterspielen. Das Plättchen wurde nach Ausführung des 40. Zuges angezeigt und damit ist die Partie verloren (Das Plättchen muss auch nach dem Drücken der Uhr noch oben sein, denn erst mit dem Drücken der Uhr ist der Zug ausgeführt). Eike fand diese Einmischung meinerseits wohl so schlimm, dass er sich genötigt fühlte Jürgen zwei jahre später ganz besonders hart anzugehen.

    Ich finde: Wer auf Zeit verliert, ist selber schuld und wäre ich damals Mannschaftsführer = Schiedsrichter gewesen hätte ich völlig legal Andreas auf die Zeitüberschreitung hinweisen können. Ich habe ja keine Züge vorgesagt, sondern nur darauf hingewiesen, dass der Verlust durch Zeitüberschreitung eingetreten ist.

    Aber das sieht Detlef Eike eben anders.

  4. Ich kenne Detlef Eike nicht, aber ich kenne dich, Jürgen. Deshalb habe ich keinen Zweifel daran, dass du mit deinem lockeren Spruch die Partie nicht zu Martins Gunsten beeinflussen wolltest. Vermutlich war dein Spruch unpassend. Das kann passieren, wenn man Schachwettkämpfe nicht bierernst nimmt. Dass der gegnerische Mannschaftsführer darüber not amused war, ist verständlich. Ein Mann von Welt reagiert in solchen Fällen gelassen. Den Zeigefinger als Zeichen des Schweigens auf die eigenen Lippen zu legen wäre ein probates Mittel gewesen, den Konflikt erst gar nicht entstehen zu lassen. Autoritäres Gehabe wirkt nie deeskalierend.

    Wie gesagt, ich kenne Detlef Eike nicht. Offenbar hat er überreagiert. Wenn er sich für sein Verhalten entschuldigt, solltest du den Vorfall schnell vergessen, wenn nicht, gibt es einen Schachspieler weniger, der das Attribut „Schachfreund“ verdient.

    1. Ich habe den Spruch von Jürgen kaum wahrgenommen, auch wenn ich grundsätzlich es eher störend finde, am Brett sitzend angesprochen zu werden. Der anschließende Tumult hat mich um den 40.Zug herum dann doch etwas irritiert. Wenn ich die Situation im Sinne von Detlef Eike interpretieren wollte, würde ich sagen, dass er schnell für Ruhe sorgen wollte, was aber komplett nach hinten losging.

      1. Es tut mir leid, falls ich dich oder jemanden anders gestört haben sollte. Aber es war definitiv der 41. oder 42. Zug, das weiß ich ganz sicher. Ich habe nicht in die Zeitnot reingelabert. Um Ruhestörung ging es dem MF auch gar nicht.

        Aber das ist jetzt das Letzte, das ich zu diesem Casus sage.

      2. Martin, dies kann ich nachvollziehen. Ich habe nie erlebt, dass Du so schnell nach einem Mannschaftskampf verschwunden bist.

        Bei mir ging es genauso. Die 30-minütige Tirade draußen hat auch für mich ein geregeltes Nachdenken unmöglich gemacht. Ich habe mich bei Herr Eike nach der Partie entschuldigt.

        So macht Schachspielen kein Spaß.

      3. Das alles hatte keinen Einfluss auf den Ausgang meiner Partie. Die zwischenzeitlich aussichtsreiche Stellung war zu diesem Zeitpunkt schon hinüber. Ich hatte die für mich persönlich unbedeutende Eskalation bei Partieende schon vergessen. Wenn darüber hinaus noch irgendetwas gesagt werden muss, sollten wir es direkt beim Kaltgetränk besprechen und dann mal gut sein lassen. Ich gebe einen aus…

  5. Torben und Thomas habens ja schon gesagt. Gehen wir die Aufstellung von 96 mal durch:

    1 Dr. Adibekian, Roubik 2053 3 Einsätze in der Ersten, festgespielt
    2 Kiselev, Alexander 2004 4 Einsätze in der Ersten, festgespielt
    3 Usachyi, Vladimir 1997 3 Einsätze in der Ersten, festgespielt
    4 Ananiadis, Paulos 1952 2 x kampflos, gesperrt
    5 Hilburt, Leonid 1900 spielberechtigt
    6 Zakidyshev, Gennadiy 1883 spielberechtigt, hat aber noch nie gespielt
    7 Kiesewetter, Oliver 1853 spielberechtigt
    8 Bannenberg, Michael 1750 2 x kampflos, gesperrt
    9 Beermann, Michael 1845 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.
    10 Kujawa, Bernhard 1775 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.
    11 Messmer, Martin 2205 spielberechtigt, hat aber noch nie gespielt
    12 Dr. Miranda Laferte, Erick 1762 2 x kampflos, gesperrt
    13 Richter, Stefan Vu 1632 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.
    14 Külshammer, Michael 1749 spielberechtigt
    15 Almeev, Timur 1735 spielberechtigt, hat aber noch nie gespielt
    16 Sanasi, Marcello 1601 spielberechtigt, hat aber noch nie gespielt (Mannschaftsführer)
    17 Hensen, Ingo 1599 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.
    18 Prange, Joerg 1547 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.
    19 Hülse, Klaus 1534 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.
    20 Niemann, Leon 1547 spielberechtigt, ist aber Stammspieler bei 96 3.

    1. Berücksichtigt man noch wer möglicherweise in der dritten von Hannover 96 antreten muß, sieht es ganz bitter aus – für 96 (siehe oben).

      1. Zumal die Dritte, an der Tabellenspitze der Kreisliga Ost stehend, sich schwer tun wird, Ersatzspieler an die Zweite abzugeben, falls denn der Aufstieg in die Bezirksklasse weiter ernsthaft angestrebt wird.

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