Tempoduell bei der Regionseinzelmeisterschaft 2014

Die Partie kann im Kommentar nachgespielt werden.

In der 2. Runde spielte ich gegen Gerd Wendland.  Weil ich danach noch einen Termin hatte (Kassenübergabe), musste ich zudem eine Stunde Bedenkzeit einsparen. Das war das erste Tempoduell (mein privates). Das zweite gab es auf dem Brett. Beide Gegner wollten abtauschen. Gerd Wendland, weil er dachte, dass das Bauernendspiel remis sein könnte. Ich, weil ich meinte es gewinnen zu können. Im Bauernendspiel folgte das zweite Tempoduell. Am Ende entschied das ich nach einem Fehler meines Gegners (39. Kd5) mehr Wartezüge hatte um seine Opposition zu verhindern.

Ich musste ca. um 14:30 fertig sein. Die Partie startete aber erst um 10:36, womit ich noch 84 Minuten hatte wenn mein Gegner seine Bedenkzeit voll nutzt. 1. d4 g6 2. c4 Lg7 3. Nc3 Es wir ein echter Sniper. Schwarz gibt seinen Läufer für den weißen Doppelbauern in der c-Linie.
c5 4. d5 Lxc3+ 5. bxc3 f5 6. Dc2 Da5 7. Ld2 Sf6 8. f3 d6 9. Tb1 Sbd7 10. e4 Se5 (Der normale Zug ist 10… Sb6. Ich dachte, dass Se5 hier stärker sei, was wohl falsch war. 11. Ld3 Da6 12. Se2 fxe4
13. fxe4 Sxc4 14. O-O Sg4)

11. f4 ! und Ausgleich. Sf7 12. Tb5 (12. exf5 Lxf5 13. Ld3 Lxd3 14. Dxd3 Tb8 ) 12… Da6 13. exf5 Lxf5 14. Db2?  (14. Ld3 Ld7 15. a4 ) 14… b6 15. Sf3 O-O 16. Le2 Tfe8 (16…Tae8) 17. O-O Se4 18. Sg5? Der junge Padawan zu ungeduldig er ist. Er will ins Remisendspiel abtauschen. 18… Sfxg5 Ich will auch abtauschen, weil ich nicht glaube, dass das Remis ist. 19. fxg5 Sxd2 20. Dxd2 Weiß hat neue Doppelbauern: g2+g5 20…Tf8 (1:18 / 1:22). Noch 46 Minuten. 21. g4 Ld7 22. Tbb1
Txf1+ 23. Txf1 Tf8 24. h4 Txf1+ 25. Kxf1 Dc8 26. Df4 Df8 27. Dxf8+ Kxf8 28. Kf2 Kf7 29. Ke3 Lc8 30. Kf4 La6 31. Ld3 e6 32. Ke4 Ke7 33. dxe6 Kxe6 34. h5 Lb7+ 35. Kf4 Kf7 36. Le4 ? Weiß will alles abtauschen. Ich auch. Lxe4 37. Kxe4 Ke6 38. a3 Ke7 39. Kd5 jetzt wird sehr kritisch. Weiß verliert gleich einen Wartezug. (39. Ke3 Ke6 40. Ke4 jetzt ist Schwarz am Zug. In der Partie war nach 40. Ke4/Ke6 Weiß am Zug was für ihn von Nachteil ist. a6 41. a4 Ke7 42. Kf3 Kd7 43. Ke3 Weiß macht mit dem
König Wartezüge. Nur nach dem schwarzen Kc6 oder Ke6 muss Ke4 folgen. 43..Ke6 44. Ke4 a5 45. Kd3 Ke5 (45… d5 46. cxd5+ Kxd5 47. c4+ Ke5 48. Ke3 ) 46. Ke3 d5 47. Kd3 dxc4+ 48. Kxc4 Ke4 49. h6 Ke3 50. Kd5 Kd3 51. Ke6 Kxc3 52. Kf7 c4 53. Kg7 Kb4 54. Kxh7 c3 55. Kxg6 c2 56. h7 c1D 57. h8D Dc2+ 58. Kh6 Dh2+ 59. Kg7 Dc7+ 60. Kh6 Qh2+ und Dauerschach.)

Weiter in der Partie: 39… Kd7 40. Ke4 Ke6 (0:34 / 0:52) Noch 16 Minuten. Jetzt ist Weiß am Zug. Um nicht zurückzuweichen opfert er einen Wartezug. 41. a4 Ke7 Unnötig, weil gleich a6 kommen kann. Hat Schwarz nach diesem Fehler noch eine Gewinnstellung? 41… a6 wäre identisch mit der Stellung nach 44../a6.
42. Kf4 Kd7 43. Ke3 Ke6 44. Ke4 Zweimalige Stellungswiederholung. Pos1

44… a6! Jetzt aber a6. 45. Kf4  d5 46. hxg6 hxg6 47. cxd5+ Kxd5 Weiß gibt auf (0:48 / 1:15) Nach 48. c4+ kommt am besten Kd4 und der weiße König muss schon wieder zurück.

3 Gedanken zu „Tempoduell bei der Regionseinzelmeisterschaft 2014“

  1. 1.) „Spielen unter Zeitdruck“ hatte ich auch schon häufiger. Bislang hatte ich jedes Mal in der ersten Runde des Ihme Cups (ist halt auch an nem Freitag) bereits irgendwas vor, und jedes Mal spielte ich gegen irgendein Jungtalent, so dass die Partie dauerte und dauerte und dauerte… letztes Mal gingen Theaterkarten über den Jordan.

    Am schlimmsten war das ganze in der letzten Oberligasaison, als ich in der letzten Runde gegen den HSK ursprünglich abgesagt hatte und dann in letzter Sekunde noch einspringen musste, da es Absagen gab (und sonst 200€ fällig sind). Ich bot im 5.ten Zug Remis und nach der Ablehnung blitzte ich mich einfach in den Untergang.

    2.) Ich hab Lxc3-Spielarten ja auch schon häufiger gespielt und kann deswegen evtl. was qualitatives zur Partie beitragen.

    a.) 7.Ld2 ist schon sehr schlecht, danach hat Schwarz auf jeden Fall ausgeglichen.
    b.) Wenn man Se5 spielen will, kommt im 10.ten Zug 10..fxe4 11.fxe4 Se5 in Betracht, damit Weiß nicht mit f4 losmarschieren kann. Man müsste dann das furchtlose 12.Sf3!? prüfen.
    c.) Sb6 ist allerdings schon noch der Standardzug, das ist wahr, oft orientiert sich eher der Sf6 (z.B. über g4) nach e5. Es gibt dazu z.B. eine Partie von mir gegen Hellwig in der REM 2007, abrufbar wie immer hier: http://schachtiger.de/archiv.html
    d.) Im 14.ten Zug hätte ich eher lang rochiert (spiked die Ungleichgewichte), aber das ist sicherlich Geschmackssache.
    e.) 16..Ta-e8!? (Larsen-Zitat: „Wir nehmen IMMER den falschen Turm“)
    f.) Die Linienöffnung mit 17..e6, die ja auch als Nebenvariante angegeben ist, ist auch sehr thematisch für das ganze Lxc3-Abspiel und mag auf den ersten Blick etwas verblüffen, da man ja vorher ganz brav auf die Struktur gespielt hat und jetzt „droht“, diese zu reparieren. e6 ist aber ein gänzlich unangenehmer Zug, denn Weiß kann nie selbst schlagen, da er sonst Strukturbankrott ist, und somit droht Schwarz immer seine Figuren schlagartig ins Spiel zu bringen, außerdem kann man den d5 ja schon mal verstärkt angreifen, so dass er nach exd5 komplett vom Spielbrett verschwindet.

    3.) Die REM hat dieses Jahr sowieso einen ganz kuriosen Verlauf (Majewski – Izrailev 1-0 und Kleinschroth – Diskin -+) … da wird noch einiges passieren!

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