Variationen des Patts

(120 Minuten für die gesamte Partie)

Inspiriert von meiner gestrigen Partie gegen Horst Peleikis, der mich in hoffnungsloser Stellung bei beidseitig sehr knapper Zeit patt setzte habe ich mal ein Patt-Szenario konstruiert (siehe Stellung).

Weiß zieht seinen Bauern nach f8 und nimmt einen Turm, stellt ihn auf den Kopf und ruft laut „Dame“, da er keine Dame zur Hand hat.

a.) Beide Spieler halten den auf den Kopf gestellten Turm für eine Dame und denken, dass die Stellung Patt = Remis ist. Die Regel, dass auch ein auf den Kopf gestellter Turm ein Turm ist, kennen beide nicht. Die Spieler packen ihre Sachen und verschwinden. Obwohl die Partie nicht beendet ist, muss man davon ausgehen, dass hier konkludent Remis vereinbart wurde denn weitergespielt werden kann die Partie ja nicht (es gibt keine Hängepartien).

b.) Weiss denkt, dass die Partie durch Patt remis ist und drückt die Uhr nicht. Schwarz wartet ab bis die weiße Zeit gefallen ist und reklamiert dann Zeit. Schwarz gewinnt, weil er noch einen Bauern auf a3 hat.

c.) Weiss drückt die Uhr und erkennt dann dass die Partie nicht patt ist. Schwarz zieht nicht mehr und verliert auf Zeit.

Bei meiner gestrigen Partie wars einfacher. Sowohl bei einer Umwandlung in einer Dame wie auch in einen Turm war die Stellung patt. Daher war das Ergebnis klar.

Wie macht man es richtig? Die Uhr anhalten und eine Dame suchen statt den Turm auf den Kopf zu stellen. Allerdings war ja gerade die Umwandlung in eine Dame in dieser Partie ein Fehler.

Schach im Fernsehen bei Klein gegen Groß

Wenn Schach im Fernsehen kommt wirds manchmal peinlich. Ziemlich sicher vor Peinlichkeiten kann man noch sein, wenn Schachspieler wie Helmut Pfleger die Sendung vorbereiten.

Bei Kai Pflaume und seiner ARD-Crew ist dagegen nicht viel zu erwarten. Und was dieser Beitrag mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu tun hat verstehe ich sowieso nicht.

Am 16.12.2017 trat ein neun-jähriger namens Adam Szigeti gegen Anatoli Karpov an. Die Aufgabe war: „Wer erkennt mehr Schlussstellungen der offiziell anerkannten Schachweltmeisterschaften?“

Es gab ungefähr 50 Weltmeisterschaftskämpfe. Und es geht tatsächlich nur um die Endstellung der jeweils letzten Partie jeder Weltmeisterschaft. Also um 50 Stellungen. Zu jeder Stellung sollten Spieler, Jahr und Sieger angesagt werden.

Eine machbare Aufgabe. 50 Stellungen merken und dazu ein paar Metadaten aufsagen. Natürlich würde ich spontan scheitern. Aber mit ein paar Tagen Vorbereitung machbar.

Die einzige Frage ist also, wieviel Vorbereitung den beiden zur Verfügung stand. Da laut der Sendung Adam behauptete, mehr Stellungen zu erkennen als Anatoli muss ich davon ausgehen, dass Adam sich vorbereiten konnte.  Eine große Gedächtnisleitung kann ich daher nicht erkennen. Adam Szigeti hat übrigens eine Elo von 1251. In Anbetracht seines Alters möchte ich das nicht schlechtreden. Aber so zu tun als ob wir es hier mit einer herausragenden Geistesleistung zu tun haben, ist einfach nur Verarsche.

Für einen neunjährigen sicherlich eine ganz gute Leistung. Aber was soll das im Fernsehen? Und warum muss ich das Ganze auch noch finanzieren?

Video siehe https://www.youtube.com/watch?v=Nhr55Elm6B8

Ab 57:30 Min.

Fernschach (2)

Ein hannoverscher Wald- und Wiesenspieler erzählte mir mal folgende Geschichte: Es begab sich, dass er eine Fernschachpartie gegen einen bekannten Meister spielte. Der bekannte Meister eröffnete mit 1. d4. Der Wald- und Wiesenspieler antwortete mit g6 und schrieb dazu: „Egal was sie jetzt spielen, ich antworte mit Lg7“. Im Fernschach sind solche Zusagen bindend und so antwortete der Meister mit dem Zug 2. Lh6, worauf der Wald- und Wiesenspieler gemäß seiner Zusage Lg7 antworten musste. Der Meister schlug auf g7 mit dem Läufer. Die Partie zog sich noch einige belanglose Züge hin, dann gewann der Meister.

Mail an Chessbase

Seit einiger Zeit plagen mich beim Schach mit ChessBase Verbindungsabbrüche auf meiner Seite. Nach wenigen Sekunden wurde die Verbindung dann wieder hergestellt. Wenn der Gegner möchte, kann er nach einem Verbindungsabbruch auf „Gewinn reklamieren“ klicken. Einige Partien habe ich auf diese Weise schon verloren. Was besonders ärgerlich war, wenn ich mich gerade auf der Siegesstraße befand.

So sandte ich eine E-Mail an Chessbase mit der Frage, ob sie mir den Grund für diese Verbindungsabbrüche erklären könnten.

Eigentlich finde ich, dass Verbindungsabbrüche ein interessantes Thema sind (zumindest für verkopfte Typen wie mich).

Man könnte es von der Programmlogik her untersuchen.

Wie definiert ChessBase 14 den Verbindungsabbruch? Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit er eintritt? Wer pingt hier wen ständig an um die Verbindung zu testen?

Oder von der Philosofischen: Warum verliert jemand, wenn für drei Sekunden sein Computer mal die Verbindung verliert? Könnte man keine Karenzzeit einrichten, während der zwar die Zeit läuft, aber die Partie nicht gleich verloren ist? Was kann ich dafür, dass die Verbindung abreisst (und zwar an meinem Desktop, nicht an einem Handy)? Meine Fritzbox hat übrigens keine Störungen protokolliert.

 

 

 

Verbandsliga Süd: Spielabsage durch Hannover 96

Hannover 96 hat das Spiel am kommenden Sonntag in der Verbandsliga Süd abgesagt. Drei Spieler würden spielen können. Das ist einer zu wenig um antreten zu können.

Damit lautet das Ergebnis 8:0 für uns.

Ich hatte schon mit der Spielabsage gerechnet.

20 gemeldete Spieler bei 96 II
– 3 in der Ersten festgespielte
– 3 durch zweimaliges Nichtantreten gesperrte Spieler
– 7 Stammspieler bei 96 III
–  4, die noch nie gespielt haben
= 3

Für uns bedeutet dass im schlimmsten Fall Platz 8. Laut dem Liga-Orakel hat Platz 8 noch eine Abstiegswahrscheinlichkeit von 2,1 % https://www.schachklub-bad-homburg.de/LigaOrakel/LigaOrakel.php?staffel=NSV_VLS

Die derzeitige Tabelle, guckstu hier: http://www.nsv-online.de/ligen/nsv-1617/?staffel=946&r=

Da wäre mehr dringewesen

Vorletzter Spieltag der Zweiten in Barsinghausen. Barsinghausen, derzeit etwas glücklicher Dritter, ist sicherlich stärker als wir, aber auch nicht unschlagbar.

Bernd Schmuckall gewann kampflos. Olaf Bergmeier übersah eine Bauerngabel, das wars. Jürgen Reschke bemühte sich zwar noch irgendwo einen Angriff zu finden, es gelang ihm aber nicht: Remis.

Martin Ploogs Partie war interessant. Irgendwann tauschte er einen oder zwei Bauern für die Qualität, um den 40. Zug verlor er aber etwas den Überblick und konnte die Stellung nicht mehr halten.

Ich hatte eine Remisstellung, wollte aber noch verschärfen. Der Zug war einfach nur schlecht: verloren.

Ulrich Wolf kam gut aus der Eröffnung mit Schwarz. Er verlor dann aber im gegnerischen Angriff einen Bauern und mußte feststellen, dass Bauernendspiele mit Minusbauern fast immer verloren sind, so war es auch hier.

Die beste Partie spielte Arthur Kölle. Sein Gegner wollte mit Läufer und Dame auf h7 mattsetzen. Arthur nahm trotzdem die angebotene Qualität, gab diese zurück um das Matt zu verhindern und gewann schließlich weil sein Gegner sich für den Angriff auch die Bauernstruktur hatte ruinieren lassen.

Günter eröffnete bescheiden, gewann aber im Mittelspiel einen Bauern, der aber nicht zum Sieg reichte (wobei ich mir nicht sicher bin, ob Fritz 15 hier auch nur ein Remis erreicht hätte).

Somit ein 3:5. Mehr wäre drin gewesen, wenn die teilweise vermeidbaren Verlustpartien zumindest mit einem Remis beendet worden wären.

Am letzten Spieltag gehts jetzt gegen den Tabellenletzten Hannover 96 gegen den Abstieg.

Da Hannover 96 mit sehr wechselhafter Aufstellung spielt ist von einer knappen Niederlage bis zu einem 8:0-Sieg alles drin. An diesem Spieltag haben Sie gegen Ricklingen vier Bretter freigelassen, aber das kann gegen uns auch ganz anders aussehen.