Auf Klo

Auf Klo ist ein von mir ignorierter Youtube Kanal von Funk. KLO ist aber auch die Abkürzung für Kreisliga Ost.

Die 8. Runde der Saison 2019 – 21 des KLO soll am 9.5.2021 staffinden, die 9. und letzte Runde dann am 6.6.2021. Wie Insider wissen bin ich Mannschaftsführer der 5. Mannschaft der SF Lister Turm und spiele damit mit meiner Mannschaft im KLO.

Dasselbe gilt auch für die anderen Mannschaften des Bezirks Hannover https://schachbezirk-hannover.de/.

Ich vermute mal, dass aus der 8. Onlinerunde am 9.5.2021 nichts wird. Wir spielen zwar auswärts im Treff in Döhren und sind damit vom verschlossenen Stadtteilzentrum Lister Turm unabhängig. Aber aufgrund der derzeitigen Coronalage wette ich mal, dass daraus nicht wird. Wer wettet dagegen?

Fat Fritz 2.0

Heute bekam ich Werbung für Fat Fritz 2.0 für 99,90 €: „Fat Fritz 2.0 basiert auf der Engine Stockfish 12, verwendet aber ein völlig neues neuronales Netzwerk mit besseren Bewertungen und größerem Leistungsumfang.
Dank neuer NNUE-Technologie:
Fat Fritz 2.0 erreicht auch ohne high-end Grafikkarte Top-Leistung!“

Bei den Systemanforderungen auf der Chessbaseseite steht: Minimum: Grafikkarte mit 256 MB RAM. Empfohlen: 512 MB und mehr. Ob integrierte Grafikkerne in der CPU auch reichen steht hier nicht. Ich vermute aber, dass es auch ohne separate Grafikkarte geht. Schließlich funktioniert auch Stockfish 12 mit NNUE auf meinem Computer, obwohl ich keine Grafikkarte habe.

Die Vorgängerversion Fat Fritz benötigte dagegen eine NVIDIA RX Grafikkarte für eine vernünftige Leistung.

Zur NNUE-Technik sagt Wikipedia: „NNUE ersetzt bei Stockfish 12 optional (Parameter: Use NNUE) die herkömmliche Bewertungsfunktion. Bereits nach weniger als einem Monat zeigte sich der neue „Stockfish + NNUE“ gegenüber dem bisherigen (ohne NNUE) um mehr als hundert Elo-Punkte verbessert. Eine Spielstärkesteigerung um solch einen Wert benötigt in der Regel etwa zwei Jahre traditioneller Entwicklungsarbeit und beweist das Potenzial der neuen Methode.“

Tatsache ist, dass das bei mir laufende Stockfish 12, welches frei im Internet verfügbar ist, NNUE aktiviert hat. Was ist also der Unterschied zwischen Fat Fritz 2.0 für 99 € und Stockfish 12 mit NNUE für 0 €? Fat Fritz basiert auf Stockfish und NNUE haben beide Engines.  Die Unterschiede müsste ich auf Github suchen („Fat Fritz 2 is an original neural network that is powered by a modified version of Stockfish. Stockfish is an open-source project licensed through the GPL v3 with all due rights. The source code of Stockfish and the modifications for Fat Fritz 2 can be found on Github.“). Wozu ich aber keine Lust habe.

Dazu kommt bei Fat Fritz aber noch die aktuelle Programmoberfläche. Stockfish lässt sich dagegen mit diversen Oberflächen kombinieren (z.B. mit einer alten Fritzoberfläche).

Was die Spielstärke angeht reicht Stockfish 12 (mit NNUE) locker aus um jeden Menschen an die Wand zu spielen. Was kann Fat Fritz 2.0 da noch drauf setzen? ChessBase behauptet, dass Fat Fritz ein „völlig neues neuronales Netzwerk mit besseren Bewertungen und größerem Leistungsumfang“ im Vergleich zu Stockfish habe. Stockfish 12 mit NNUE hat aber ebenfalls ein völlig neues neuronales Netzwerk. Bleiben also maximal noch die besseren Bewertungen und der größere Leistungsumfang bei FatFritz. Aber wie viel besser sind die Bewertungen? Der Leistungsumfang ist bei Fritz natürlich besser. Stockfish kann naturgemäß weder eine Chessbase-Oberfläche noch den Premiumzugang zu ChessBase für 6 Monate bieten. Dafür ist es kostenlos.

Eine Kaufempfehlung spreche ich daher nicht aus, es sei denn man möchte eine uralte Fritzoberfläche ersetzen. Immerhin gibts mit der Software 6 Monate Premium-Zugang auf dem Chessbaseserver. Den Zugang gibts separat aber günstiger.

Stellt sich noch die Frage warum die Software eigentlich Fat Fritz 2.0 heißt und nicht Fritz 18. Die aktuellen Versionsstände bei Chessbase werden damit nicht einfacher:

Chessbase 16, Fritz 17 (mit Fat Fritz 1), Fat Fritz 2 und Fritz for fun 15. Wird es jemals ein Fritz 18 geben?

Ich habe derzeit Fritz 16 und ChessBase 16 mit Stockfish 12 als Engine.

Anleitung zum Bescheissen

Niclas Huschenbeth hat in der aktuellen C’t (23/2020, Seite 77) einige Schachseiten erwähnt: Chess24, lichess und Chess-bot. Chess-bot?? Nie gehört. Als ich mir die Webseite ansah fragte ich mich warum Huschenbeth sowas empfiehlt. Chess-Bot ist keine Seite zum Schachspielen, sondern ein Programm zum Züge vorhersagen. Für 180 $ gibts die Lifetime-Lizenz. Chess-Bot gibt die Möglichkeit zum Betrügen auch zu unter den FAQ:

Q: Can I get banned for using this software?
A: Yes, if you’re using it for cheating, you will be banned sooner or later.

Warum empfiehlt ein GM, der sich seriös gibt, eine solche Seite? Weil die Software zugegebenermaßen auch legal genutzt werden kann? Ich kann es mir nicht erklären. Zudem gibt es neben Chess24 und Lichess andere Schachseiten, die der Erwähnung wert sind: z.B. Chess.com und ChessBase.de. Chess-Bot ist sicherlich keine Webseite zum Schachspielen und auch kein Programm für Amateure, denn es kostet Geld. Für gute Spieler mag es Sinn machen, dieses Programm legal zu nutzen, weil Chess-Bot für diverse Schachseiten die besten Züge anzeigen soll. Man kann ja trotzdem selber denken.

Dennoch wird mir nicht klar, was Niclas geritten hat, diese Software zu empfehlen, obwohl es wirklich andere mehr erwähnenswerte Seiten gibt.

Eine Erklärung bietet vielleicht folgendes Video, aber auf den Chess-Bot geht Niclas hier nicht ein: https://www.youtube.com/watch?v=IY-8VE1GoqE.

Sottrum

Meine Schulzeit verbrachte ich in Rotenburg (Wümme). Dort spielte ich in der Schach-AG des Ratsgymnasiums. In Schulwettkämpfen waren die drei Sottrumer Kunze / Clausing / Dautert gesetzt (in dieser Reihenfolge). Ich kam auf Platz 5 oder 6 und wurde somit in den Vierermannschaften nicht aufgestellt. Leider war diese Rangliste durchaus berechtigt. Gegen Claas Kunze hatte ich zu Schulzeiten nie gespielt (er ließ sich in der Schach-AG nicht sehen, hatte aber trotzdem ein Abo darauf für die Schule zu spielen), gegen Thorsten Clausing verlor ich knapp bei einer Kreismeisterschaft und Alexander Dautert war der einzige, der sich regelmäßig schnöden Schachspielen in der Schule stellte und gegen den ich meist verlor.

Dazu hatten die drei die höheren Ingozahlen (wenn es welche gab) und die besseren Schulnoten als ich. Also gab es da nichts zu diskutieren.

Nach sieben Jahren eindeutiger Hackordnung zu Schulzeiten gab es dann die überraschende Revanche. In einem Mannschaftskampf Rotenburg gegen Sottrum traf ich auf Claas Kunze: https://share.chessbase.com/SharedGames/share/?p=0cknh0pOl89TqCDihOQeLsNI0TAcIK3E0pM5L0xHftWx8EXr5wQMRoHYCRMLuTpM.

Was war passiert? Wahrscheinlich hatte ich in den vergangen Jahren einfach mehr Schach gespielt und war somit komkurrenzfähig geworden.

 

Corona Chaos

Ich habe fertig. Die Kommunikationsweise der für mich relevanten Schachorganisationen ist erschreckend nichtssagend. Es wird zwar über Onlineschach berichtet, aber zum Thema Nahschach nicht viel mehr als Schweigen.

Dabei könnten die Schachoffiziellen zumindest mal Wasserstandsmeldungen abgeben: Wie ist der Stand, was geht? oder ihre Mitglieder befragen, wie diese die Sache sehen: Wer will noch spielen? Mit oder ohne Maskenpflicht? Mindestabstand?

Der Schachbezirk hat nach langem Schweigen immerhin entschieden, dass vor März 2021 nichts passiert (20.8.2020).

Da gibt es selten mal so Perlen wie:

„Liebe Schachfreundinnen und Schachfreunde,

das Freizeitheim Lister Turm darf noch bis mindestens 31.8.2020 keine
Sportveranstaltungen durchführen. Daher nutzt die Gelegenheit, mit Euren
Vereinskameraden online auf Lichess zu spielen.“

sagt mein Ausbildungsreferent vom HSK Lister Turm.

Klare Aussage, leider ohne Links und daher nicht nachprüfbar. Aber trotzdem sehr löblich.

Die Stadt Hannover liefert Widersprüchliches (mein Verein der SK Lister Turm spielt im Freizeitzentrum Lister Turm):

„Alle Stadtteilkultureinrichtungen sind zurzeit geschlossen, aber trotzdem ist die Stadtteilkultur mit vielen Aktionen aktiv und bringt die Kultur in die Stadt.“ (zuletzt aktualisiert am 28.5.2020) https://www.hannover.de/Service/Presse-Medien/Landeshauptstadt-Hannover/Aktuelle-Meldungen-und-Veranstaltungen/Stadtteilkultur-mit-vielen-Aktionen

„Unter Einhaltung der geltenden und aktuellen Landesverordnungen haben die neun folgenden, kommunalen Stadtteilkultureinrichtungen seit dem 25. Mai die Türen für eine eingeschränkte Nutzung wieder geöffnet: Freizeitheim Döhren, Stadtteilzentrum KroKuS, Freizeitheim Linden, Stadtteilzentrum Lister Turm, Bürgerhaus Misburg, Stadtteilzentrum Ricklingen, Stadtteiltreff Sahlkamp, Freizeitheim Vahrenwald, Stadtteilzentrum Weiße Rose.“ https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Freizeit-Sport/Freizeiteinrichtungen/Freizeitheime-Stadtteilzentren/Stadtteilzentrum-Lister-Turm/Veranstaltungen-Kurse/Schrittweise-%C3%96ffnung-der-Stadtteilkultureinrichtungen

Was denn nun? Geöffnet oder geschlossen und Ende August sind diese Meldungen von Ende Mai die aktuellen Stände? Bemerkenswert ist, dass die Stadt Hannover ihre Seiten (z.B. mit den Öffnungszeiten der Freizeitheime) nicht aktualisiert, dafür aber auf eine Coronaextraseite verlinkt, die dann wieder weiterverlinkt und dann zu den oben aufgeführten alten, sich widersprechenden Meldungen führt.

Wer sich z.B. die Hauptseite des Lister Turm ansieht stellt fest, dass dieses angeblich geöffnet ist: https://www.hannover.de/Media/02-GIS-Objekte/Organisationsdatenbank/Landeshauptstadt-Hannover/Kultur-Freizeit/Freizeitheime/FZH-Lister-Turm/Stadtteilzentrum-Lister-Turm#openinghours_anchor und das bis 23 Uhr. Klicke ich dann aber auf den Corona-Link oben auf der Seite und weiter auf die Stadtteilkultur erfahre ich, dass wie oben genannt alles geschlossen hat. Also hilft nur noch anrufen (falls jemand abnimmt) oder selber hinfahren. Und das alles im digitalen Zeitalter.

Aber auch der Kontakt über Telefon ist schwierig, wie auch die Stadt selber zugibt:“Um die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 (Coronavirus) zu verlangsamen und einzudämmen, sind zahlreiche Dienststellen der Landeshauptstadt Hannover nur eingeschränkt und mit vorheriger Terminvereinbarung für den Kund*innenverkehr geöffnet, andere Einrichtungen sind noch geschlossen. Die Erreichbarkeit ist in vielen Fällen jedoch über E-Mail, Telefon oder auf dem Postweg gegeben: https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Gesundheit/Gesundheitsschutz/Coronavirus-in-der-Region-Hannover/Meldungen-zum-Coronavirus/Erreichbarkeit-von-st%C3%A4dtischen-Dienststellen

Sorry aber „in vielen Fällen“ reicht mir nicht.

Man erinnere sich an die Abfallhöfe, die Mitte März für viele Wochen geschlossen hatten. Man wolle die Erkrankungszahlen der Mitarbeiter in der Zukunft erstmal verfolgen. Man stelle sich vor das hätte der örtliche Edeka gemacht.

Dabei hätten die Abfallhöfe zahlreiche Möglichkeiten gehabt sich zu schützen (Kontakt nur durch eine geschlossene Scheibe, Besuch nur mit Anmeldung, Begrenzung der Personenanzahl auf dem Hof) Die Maskenpflicht wurde damals noch als zusätzliches Risiko betrachtet.

Gens una sumus

lautet der Wahlspruch der Weltschachorganisation FIDE.
Wir sind eine Familie und im Moment dürfen sich sogar zwei Familien treffen. Damit ist Schachspielen in Coronazeiten kein Problem.

Bei gutem Wetter könnte zudem draußen gespielt werden, wo die Ansteckungsgefahr 18 mal geringer ist als in geschlossenen Räumen.