3G beim Schach?

Nein, nicht UMTS, das wird Ende 2021 abgeschaltet (Mein Handy hat sowieso nur 2G), sondern geimpft, getestet oder genesen. Gesund reicht nicht.

Als Geimpfter kann ich die zukünftige Entwicklung mit Ruhe betrachten, aber auf der Seite NSV-Online lese ich gerade: „Seit dem 25.08. gilt eine neue niedersächsische Corona-Verordnung. Zwar gilt in Wolfenbüttel aktuell keine Warnstufe, allerdings besteht die zuständige Stadtverwaltung auf die Kontrolle von 3G. Also: Bitte Nachweise mitbringen!“

Kann also heißen: Wer in der neuen Saison Mannschaftsschach spielen möchte, sollte vorher prüfen, ob er die 3 G-Regel erfüllen muss und sich notfalls vorher noch mal testen, was aber bald Geld kosten könnte. Was ich übrigens auch richtig finde, weil ich es nicht gut finde mit meinen Steuergeldern Teststationen zu finanzieren und Leute, die sich mehrfach in der Woche auf Staatskosten testen lassen.

Übrigens: Mobiltelefone sind beim Schach auch weiterhin verboten, so dass 3G beim Schach sowohl verboten (Mobiltelefone) wie auch Pflicht sein kann (Corona).

Bleibt noch die Frage bis wann die Impfung gültig ist oder ob ich mich noch im Laufe der nächsten Saison boostern muss. Gehört habe ich was von einer Gültigkeit von 6 Monaten für die Impfung (seit der letzten Spritze?).

Um die Ehre – in Memoriam Helmut Brodhuhn

Sehr betrübt nehmen die Schachfreunde Hannover Abschied von ihrem Ehrenmitglied Helmut Brodhuhn, der Anfang Juni 92jährig verstarb. In der Todesanzeige ein vorab ausgesuchter Spruch von Wilhelm Busch – Hannover & Humor waren ihm Zeit Lebens geblieben.

In einer schwierigen Zeit im Arbeiterviertel Linden geboren hat sich Helmut stets als ehrgeiziger Sportsmann und Wettbewerber verdingt. Seine Familie hat er über viele Jahrzehnte die Berge hinaufbeschworen, zum Teil auch ohne technische Ausrüstung in echten Alpinszenarien. Hannover, Ronnenberg und alle Fußwege dazwischen kannte er aus dem eff-eff. Die Mitgliedschaft im Alpenverein war Ehrensache.

Auch beruflich hat ihn der Denksport beeinflusst: Mathematik und die zum Beruf gemachte EDV (bei der KKH) bezeugen dies. Dass Jürgen Juhnke seinerzeit sein direkter Nachfolger im Job wurde, zeugt von der Verbundenheit der damaligen Schachszene.

Seine Frau Ilse lernte Helmut beim Schachspielen kennen: Sie spielte ebenfalls und wurde von ihrem Vater mit in den Club genommen. Ob es dahinter auch Absichten im Hinblick auf die Männerwelt gab ist nicht überliefert, wohl aber, dass Helmut bei ihrem Anblick eine sehr nervöse Partie spielte und wider Erwarten verlor. Den Ehering hatte er jedoch gewonnen und das nie bereut.

Die Familie hat so manchen Sonntag den diversen Ligaspielen von Helmut und seinem Sohn Reinhard geopfert. Helmut spielte wohl zunächst in Linden, danach bei der spielstärkeren Schachvereinigung, die bekanntlich per Fusion in die Schachfreunde überging. Mindestens als Kassierer war Helmut auch im Vorstand tätig. Bei Skatabenden war er als exzellenter Spieler und Analyst bekannt – vor Weihnachten landete stets Geflügel in der heimischen Tiefkühltruhe.

In der Begegnung konnte Helmut ein geselliger und interessierter unterhaltsamer Mensch sein. Er hatte eine aufrechte Haltung, innerlich wie äußerlich. So habe ich ihn kennengelernt und mit ihm manch interessantes Gespräch geführt. Helmut erfreute es, wenn sein Gegenüber ebenfalls mit Sportsgeist engagiert bei der Sache und auf gleicher Höhe war.

Dazu passt diese von Gerd Streich überlieferte Anekdote: „Als ich blutiger Anfänger war (1964), spielte Helmut im Freizeitheim Linden simultan gegen weitere Anfänger. Ich konnte ein Endspiel erreichen, in dem ich offensichtlich auf Verlust stand. Die Konsequenzen waren mir indes nicht bewusst. Als Helmut wieder an meinem Brett stand, fragte er mich ein bisschen vorwurfsvoll, ob ich denn nicht aufgegeben wolle. Das tat ich nach kurzem Zögern. Gleichwohl war ich dermaßen perplex, dass ich die Geschichte bis heute nicht vergessen habe.“

Unleidlich wurde Helmut, wenn er selbst für eine Partieniederlage verantwortlich war. Da er bis zuletzt ein ausdrücklicher Brett-1-Spieler mit Wunsch nach Wettbewerb war, kam das natürlich in späteren Jahren schon mal vor. Den Gegner zu beschimpfen war für ihn als Sportsmann der Ehre wegen keine Option. Er geißelte sich selbst, blieb aber seinem Team verbunden bis zuletzt am Spielort.

Helmut´s schachlicher Nachlass muss beim Gegner gesucht werden. Er selbst hatte das Kapitel abgeschlossen und all seine Werke geschreddert. Obwohl Computerfachmann ist ihm der Zugang zu Chessbase und PGN offenbar verschlossen geblieben. So findet die Nachwelt in den Datenbanken lediglich rund 10 Fernpartien.

Im letzten Jahrzehnt haben Helmut die populären Sudokus fasziniert. Von der Mathematik betrachtet sind sie eine Untermenge der lateinischen Quadrate. Diesen Teil hat er 2012 in seinem Buch „Geheimnisvolles Sudoku“ (übrigens nicht sein Erstlingswerk) beleuchtet. Zusätzlich hat er Computerprogramme geschrieben, die verschiedenartige Sudokus wahlweise generieren oder lösen. Für die Enkelkinder hat er auch ein Weltraum-Ballerspiel mit geringer FSK-Freigabe geschrieben.

Das Augenlicht ließ Helmut in den letzten Jahren immer mehr im Stich. Das Ende setzte eine kurze schwere Krankheit. Wir werden das Andenken an unseren Helmut respektvoll bewahren und trauern gemeinsam mit Reinhard und allen Angehörigen.

P.S. Last but not least wollen wir Euch diese interessante Partie nicht vorenthalten. Sie folgt lange auch heute populärer Eröffnungstheorie und endet nach zahlreichen Opfern im Dauerschach. Let´s check ist der Beweis für eine gesunde Partieführung, damals noch gänzlich ohne den Rechner.

Hast Du auch noch eine schöne Partie von Helmut in Deinem Archiv? Dann sende sie uns gern als PGN oder Foto zu.

Geschrieben von Uwe Gabriel.

Fat Fritz 2.0 SE

Ich habs getan. Als ChessBase im Mai für einen Tag 25 % Rabatt gewährte kaufte ich mir Fat Fritz 2.0. Was überrascht ist der Schriftzug „SE“ auf der Verpackung, den es bei Erscheinen der Software noch nicht gab. SE steht allgemein für Standard Edition, womit sich die Frage stellt, ob es noch eine „EE“ = Enterprise Edition geben wird und was diese als Extra leisten wird.

Wird die EE auch auf Mehrprozessormaschinen mit mehr als 48 Kernen und 16 Phantastillarden Rechenspeicher laufen? Kann man mit ihr selber Schachprogramme entwickeln (ähnlich der EE von Java)? Gibt es neue Funktionen?

 

Auf Klo

Auf Klo ist ein von mir ignorierter Youtube Kanal von Funk. KLO ist aber auch die Abkürzung für Kreisliga Ost.

Die 8. Runde der Saison 2019 – 21 des KLO soll am 9.5.2021 staffinden, die 9. und letzte Runde dann am 6.6.2021. Wie Insider wissen bin ich Mannschaftsführer der 5. Mannschaft der SF Lister Turm und spiele damit mit meiner Mannschaft im KLO.

Dasselbe gilt auch für die anderen Mannschaften des Bezirks Hannover https://schachbezirk-hannover.de/.

Ich vermute mal, dass aus der 8. Onlinerunde am 9.5.2021 nichts wird. Wir spielen zwar auswärts im Treff in Döhren und sind damit vom verschlossenen Stadtteilzentrum Lister Turm unabhängig. Aber aufgrund der derzeitigen Coronalage wette ich mal, dass daraus nicht wird. Wer wettet dagegen?

Fat Fritz 2.0

Heute bekam ich Werbung für Fat Fritz 2.0 für 99,90 €: „Fat Fritz 2.0 basiert auf der Engine Stockfish 12, verwendet aber ein völlig neues neuronales Netzwerk mit besseren Bewertungen und größerem Leistungsumfang.
Dank neuer NNUE-Technologie:
Fat Fritz 2.0 erreicht auch ohne high-end Grafikkarte Top-Leistung!“

Bei den Systemanforderungen auf der Chessbaseseite steht: Minimum: Grafikkarte mit 256 MB RAM. Empfohlen: 512 MB und mehr. Ob integrierte Grafikkerne in der CPU auch reichen steht hier nicht. Ich vermute aber, dass es auch ohne separate Grafikkarte geht. Schließlich funktioniert auch Stockfish 12 mit NNUE auf meinem Computer, obwohl ich keine Grafikkarte habe.

Die Vorgängerversion Fat Fritz benötigte dagegen eine NVIDIA RX Grafikkarte für eine vernünftige Leistung.

Zur NNUE-Technik sagt Wikipedia: „NNUE ersetzt bei Stockfish 12 optional (Parameter: Use NNUE) die herkömmliche Bewertungsfunktion. Bereits nach weniger als einem Monat zeigte sich der neue „Stockfish + NNUE“ gegenüber dem bisherigen (ohne NNUE) um mehr als hundert Elo-Punkte verbessert. Eine Spielstärkesteigerung um solch einen Wert benötigt in der Regel etwa zwei Jahre traditioneller Entwicklungsarbeit und beweist das Potenzial der neuen Methode.“

Tatsache ist, dass das bei mir laufende Stockfish 12, welches frei im Internet verfügbar ist, NNUE aktiviert hat. Was ist also der Unterschied zwischen Fat Fritz 2.0 für 99 € und Stockfish 12 mit NNUE für 0 €? Fat Fritz basiert auf Stockfish und NNUE haben beide Engines.  Die Unterschiede müsste ich auf Github suchen („Fat Fritz 2 is an original neural network that is powered by a modified version of Stockfish. Stockfish is an open-source project licensed through the GPL v3 with all due rights. The source code of Stockfish and the modifications for Fat Fritz 2 can be found on Github.“). Wozu ich aber keine Lust habe.

Dazu kommt bei Fat Fritz aber noch die aktuelle Programmoberfläche. Stockfish lässt sich dagegen mit diversen Oberflächen kombinieren (z.B. mit einer alten Fritzoberfläche).

Was die Spielstärke angeht reicht Stockfish 12 (mit NNUE) locker aus um jeden Menschen an die Wand zu spielen. Was kann Fat Fritz 2.0 da noch drauf setzen? ChessBase behauptet, dass Fat Fritz ein „völlig neues neuronales Netzwerk mit besseren Bewertungen und größerem Leistungsumfang“ im Vergleich zu Stockfish habe. Stockfish 12 mit NNUE hat aber ebenfalls ein völlig neues neuronales Netzwerk. Bleiben also maximal noch die besseren Bewertungen und der größere Leistungsumfang bei FatFritz. Aber wie viel besser sind die Bewertungen? Der Leistungsumfang ist bei Fritz natürlich besser. Stockfish kann naturgemäß weder eine Chessbase-Oberfläche noch den Premiumzugang zu ChessBase für 6 Monate bieten. Dafür ist es kostenlos.

Eine Kaufempfehlung spreche ich daher nicht aus, es sei denn man möchte eine uralte Fritzoberfläche ersetzen. Immerhin gibts mit der Software 6 Monate Premium-Zugang auf dem Chessbaseserver. Den Zugang gibts separat aber günstiger.

Stellt sich noch die Frage warum die Software eigentlich Fat Fritz 2.0 heißt und nicht Fritz 18. Die aktuellen Versionsstände bei Chessbase werden damit nicht einfacher:

Chessbase 16, Fritz 17 (mit Fat Fritz 1), Fat Fritz 2 und Fritz for fun 15. Wird es jemals ein Fritz 18 geben?

Ich habe derzeit Fritz 16 und ChessBase 16 mit Stockfish 12 als Engine.

Keine politischen Beiträge

Hiermit wiederhole (!) ich in meiner Eigenschaft als Webmaster, dass in diesem Blog KEINERLEI politischen Beiträge oder Kommentare erwünscht sind. Das gilt für ALLE Leute, die hier schreiben.

Wir haben nun mehrfach erlebt, dass das nur Stress und Missverständnisse gibt. Entsprechende Beiträge und/oder Kommentare werde ich künftig ohne Rücksprache löschen.

Und nachdem ich gesehen habe, dass der Stress selbst bei diesem Beitrag schon wieder losgeht, habe ich diese Kommentare gelöscht und keine neuen erlaubt. Sollte sich dies fortsetzen, ist es das Ende dieses Blogs – denn darauf hat kein ernsthafter Autor Bock.