Fritz 18

Da es inzwischen viel kostenlose Schachsoftware gibt haben es kommerzielle Anbieter wie Chessbase nicht leicht. Bei Schachprogrammen gibt es drei wichtige Bestandteile: Online spielen im Internet, Spielen gegen den Computer und Datenbankanalyse.

Für Sparfüchse wäre vor allem Lichess zu nennen. Sogar Stockfish ist als Webassembly in die Oberfläche eingebunden, so dass es endlich möglich ist, Internet und lokale Engines miteinander zu verbinden. Einziges Defizit ist bei Lichess die Datenbankanalyse, weil Webbrowser und lokale Datenbanken technisch nicht zusammenpassen.

Weitere Infos für Sparfüchse bringt: https://perlenvombodensee.de/2018/10/08/fuer-sparfuechse-die-schach-grundausstattung-gratis/ oder  https://de.wikipedia.org/wiki/Schachdatenbank. Der Datenbankreader von Chessbase lässt sich in der neuesten Version (2017) von der Seite https://de.chessbase.com/pages/download herunterladen.

Funfact am Rande: Die Musiksoftware Ludwig 3.0 von Chessbase kann kostenlos von der Seite http://www.komponieren.de/download.html heruntergeladen werden. Diese Webseite scheint von Chessbase selber zu sein. Ein illegaler Download ist daher zumindest nicht zu erkennen.

Chessbase sucht nach Gründen, die den Preis ihrer Software rechtfertigen. Auch der oben genannte Artikel der Perlen vom Bodensee lässt Chessbase nicht unerwähnt. Die Frage ist auch nicht, ob es völlig ohne Chessbase geht (das wird tatsächlich schwer), sondern eher warum es immer die neueste Version sein muss.

Bei Fritz 17  aka Fat Fritz (Version 1) war die Spielstärke das Kaufargument. https://de.chessbase.com/post/fat-fritz-ohne-schablone Die Software kostete zwar nur 99 €, lief aber nur mit Nvidia RTX-Grafikkarte mit vernünftiger Geschwindigkeit. https://de.chessbase.com/post/fat-fritz-welche-grafikkarte-braucht-man

Die Software basiert auf Leela Zero, diese ihrerseits auf Googles Alpha Go Zero, also auf künstlicher Intelligenz. Die Software bringt sich dabei selber das Schachspielen bei.

Da aber eine teure Grafikkarte erforderlich ist beträgt der tatsächliche Preis der Software mit Zubehör wohl eher 500 € (es sei denn man ist bereits im Besitz des erforderlichen Gaming-PCs). Obwohl es mir in der Fingern juckte habe ich auf diese Version verzichtet, da ich nur über die Onboard-Grafik eines Intelprozessors verfüge. Stattdessen blieb ich bei Fritz 16 mit Stockfish als UCI-Engine.

Chessbase hatte ähnliche Gedanken und veröffentlichte Fat Fritz 2 (siehe Fat Fritz 2). Diese Engine basiert auf Stockfish und lief somit auch auf einer CPU schnell genug und brauchte keine schnelle Grafikkarte (GPU).  Dafür gabs Ärger mit Stockfish https://perlenvombodensee.de/2021/07/21/stockfish-verklagt-chessbase/ weil Chessbase deren Lizenzbedingungen verletzt haben soll. Davon abgesehen konnte jeder das Original Stockfish herunterladen und damit eine Software erhalten, die fast genauso stark wie Fat Fritz war. Mit Stockfish 14 wurde die Software dann auch noch weiter verbessert.

Chessbase brauchte nach Fritz 17 Version 1 und 2 also ein neues Kaufargument. Fritz 18 hat die Funktion Geführt-Berührt, verzichtet aber auf die Stockfish-Engine. Ich habe die Funktion getestet, nachdem ich die Software gekauft habe. Mit Berührt – Geführt gibt es Schachtipps im Audioformat. Und wer will kann Stockfish kostenlos herunterladen und als UCI-Engine mit der Fritz-Oberfläche nutzen.

Die Software ist keine Revolution, sondern eine Evolution. Schachtipps hat auch schon das Enginefenster gegeben (wenn auch nicht als Audio) und Reden kann Fritz schon seit Jahren (wenn auch weniger intelligent).

So ist die neue Funktion eine Kombination aus Engineanalyse und Sprachausgabe. Nett, aber in Zeiten von Alexa und Siri nichts Neues. Und die Tipps sind auch noch verbesserungsfähig, was Chessbase in den nächsten Versionen auch sicherlich tun wird.

Da wird mir geraten den Läufer nach e3 zu ziehen, obwohl er da schon steht. Das lag daran, dass ich in ausgeglichener Stellung die Züge wiederholen konnte und so tatsächlich die Läuferschaukel Le3-d2-e3 sinnvoll war. Fritz hatte zwar richtig analysiert, die Worte waren aber mißverständlich.

Oder mir wird geraten „einen Bauernzug zu drohen“. Erstens habe ich den Eindruck, dass Drohen hier „ziehe einen Bauern“ meint. Zweitens ist dieser Tipp bei sieben Bauern auf meiner Seite wenig hilfreich. Ein Blick aufs Enginefenster ist in diesem Fall hilfreicher.

Fritz 18 hat die bewährte Oberfläche mit Online und Offlineangeboten der Firma Chessbase. So weiß man auch wo die neuesten Videos zu finden sind. Zum Schachspielen gibts inzwischen vier Oberflächen: Berührt – geführt, Eingeben und analysieren, Klassische Menüs und Datenbank.

Ich fühle mich bei Klassische Menüs immer noch am wohlsten, unter Datenbank gibt es die Möglichkeit Schachdatenbanken zu bearbeiten, wenn man den hohen Preis vom großen Bruder Chessbase 16 nicht zahlen möchte.

 

Schachfreunde trauern um Christiane Jabs

In den vergangenen Tagen erreichte uns die traurige Nachricht, dass Christiane bereits vergangenen Sommer verstorben ist. Sie wurde 59 Jahre alt.

Christiane trat 1994 bei den Schachfreunden ein und war gefühlt bei jedem Vereinsabend, Mannschaftskampf und sonstigem Ereignis der Schachfreunde dabei. Obwohl sie fast jede Partie verlor, war sie mit großem Enthusiasmus dabei und ließ sich niemals entmutigen. Schach und unserer Verein schien ihr ein wichtiger Lebensinhalt zu sein. Um so mehr freute es mich, dass sie, nachdem unserer Spielabend eingestellt wurde, auch in Ricklingen wieder am Vereinsabend teilnahm. Die pandemiebedingten Einschränkungen waren für sie, die kein Handy oder Computer besaß sicher noch schwerer zu bewältigen als für alle anderen.

Persönlich wusste ich wenig von Christiane, vor einigen Jahren hatte sie einen Partner gefunden, der dann leider sehr plötzlich verstarb. Sie lebte zurückgezogen bis zu Ihrem Tod im Stadtteil Bult.

Christiane beim Leine-Open vor einigen Jahren

Danke an Udo, Gerhard und Uwe für Ihre beigesteuerten Gedanken.

Einstellung des Spielbetriebes?

Der NSV kündigt schon einmal die Einstellung des Spielbetriebes für den Fall der Warnstufe 2 an. Covid19-NSV

Die Warnstufe 2 wird in der Region Hannover ausgerufen, wenn der Hospitalisierungswert landesweit von 6 überschritten wird und entweder die Inzidenz in der Region Hannover an fünf aufeinander folgenden Tagen über 100 liegt oder die Belegung von Intensivbetten an fünf Tagen in Folge die 10 % überschreitet. Niedersachsen und Corona.  Zur Zeit (26.11.2021) haben wir eine Hospitalisierung von 6,7, eine Inzidenz von 188,8 und eine Belegung von Intensivbetten von 8,5 %. Demnach wäre die Warnstufe 2 bald auszurufen. Die Entscheidung soll am 1.12. entscheiden.

Am 12.12. ist der nächste Mannschaftskampf. Wenn dann Warnstufe 2 gilt (was zu erwarten ist), wird also nicht gespielt.

Ich kann das nachvollziehen. Warnstufe 2 heißt laut der Niedersächsische Verordnung über infektionspräventive Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen Varianten (Niedersächsische Corona-Verordnung) vom 23. November 2021:

  1. 2G (geimpft oder genesen)
  2. FFP 2 Maske (keine OP-Masken mehr)
  3. mindestens Selbsttest unter Aufsicht (und damit ist der Veranstalter, wer auch immer das sein soll, gemeint).

Zudem besteht das Risiko sich trotz aller Maßnahmen anzustecken.

Ein Interview mit dem NSV-Präsidenten Michael Langer zur Lage: https://perlenvombodensee.de/2021/12/04/michael-s-langer-zum-spielbetrieb-weigere-mich-zu-resignieren/

Bis zum 2.2.2022 gilt in Niedersachsen Winterruhe (Warnstufe 3!). Unabhängig von den eigentlich verordneten Regeln: 

Winterruhe bis zum 2.2.2022

Winterruhe in Niedersachsen jetzt bis zum 23.2.2022 (Warnstufe 3!).

Winterruhe bis zum 23.2.2022

Mathematik für Fritz

Vor wenigen Tagen hat Chessbase Fritz 18 herausgebracht. Die Engine stammt von einem Frank Schneider und scheint daher nichts mit Stockfish zu tun zu haben (im Gegensatz zu Fat Fritz 2).

Aber wie kommen die überhaupt auf Version 18? Die Historie:

Fritz 16

Fritz 17 (mit Fat Fritz, läuft nur auf schnellen Grafikkarten optimal)

Fritz 17 (mit Fat Fritz 2.0, läuft auf dem Prozessor unabhängig von der Grafikkarte)

Fritz 18 (ohne den fetten Fritz)

Nachholspiel gegen das Schachzentrum Bemerode

Meine Mannschaft, der HSK Lister Turm 5 hatte vor der ersten Runde einige Ersatzsorgen. Durch Corona und einige persönliche Probleme war es schwieriger als bisher eine Mannschaft zusammenzustellen. Zum Glück wurde das Spiel auf den 7.11. verlegt, so dass ich auf die Spieler der 6. Mannschaft zugreifen konnte, die am regulären Spieltag im Oktober keine Zeit hatten.

Geliehen habe ich mir am Ende Michael Gardey aus der 6. Mannschaft. Er verlor sein Spiel am 8. Brett.

Am 7. Brett spielte Werner Hellwege. Er wählte eine Art weißen Stonewall. Sein Gegner fand keine Erwiderung und Werner gewann in beeindruckender Weise.

Am 6. Brett gewann Georg Lachnit-Winter. Ich sah nur irgendwann, dass er eine Figur mehr hatte und wenig später wars dann auch vorbei.

Dr. Jürgen Fritsch verlor eine Qualität, gewann diese dann zurück und konnte das Turmendspiel mit Mehrbauer nicht gewinnen. Remis.

Ebenso remis bei Sebstian Maruhn, der ebenfalls einen Mehrbauern im Endspiel nicht zum Sieg nutzen konnte. Auch Stephan Schneegans spielte am dritten Brett remis.

Wolfgang Müller wurde von seinem jungen Gegner eingeschnürt, verlor zunächst eine Figur und dann die Partie.

Wer mitgezählt hat kommt jetzt auf 3,5:3,5. Die letzte Partie war meine am ersten Brett. Ich spielte gegen das Bemeroder Talent Joris Sauer, der in der Vorsaison alle fünf Partien gewonnen hatte. Danach sah es auch heute aus, doch ich konnte kontern, weil mein Gegner den entscheidenen Zug versäumte, siehe: https://share.chessbase.com/SharedGames/share/?p=z3hUyz7/WlkGDlepAGpcOCYW5YaxcZTOZlptVdq/zYAFXWglreuE9X6pB1Zh0Cl+

 

10x Niedersachsenmeister – ein Nachruf auf Manfred Heilemann

Am 26.September ist Manfred Heilemann, eine der prägenden Persönlichkeiten des niedersächsischen Schachs, im Alter von 87 Jahren verstorben. Dieser Nachruf ist mit Hilfe mehrerer Schachfreunde aus verschiedenen Vereinen entstanden – danke für Eure Unterstützung.

Manfred Heilemann ist im Nachkriegsdeutschland im jungen Alter von 13 Jahren in die Schachvereinigung Hannover v.1919 eingetreten, zu der er in den 2000ern (als fusionierte Schachfreunde Hannover v.1919) zurückkehrte. Mit 15 Jahren wurde er Jugendmeister von Niedersachsen. Chessbase dokumentiert sein Wirken ab 1950 mit der deutschen Jugendmeisterschaft. Zur Volljährigkeit 1952 gelang Manfred eine Rundenturnier-Platzierung vor Rellstab und Sämisch – ein beeindruckendes Talent erwachte also.

Anstelle ein wildes Leben als Profi zu führen, blieb Manfred seiner Heimat Hannover treu und widmete sich Schach als Sport und Hobby Nummer 1. Damit ging einher, dass er seine schachlichen Möglichkeiten gewiss nicht voll ausschöpfen konnte. Die insgesamt 10 Landesmeistertitel der Herren gewann Manfred über die unglaubliche Zeit von 30 Jahren, 1953-55 und 1960-62 in Serie. 1985 schob er noch einen Blitz-Titel hinterher. Auf Bundesebene spielte er zwischen 1952 und 1970 mehrfach Einzelmeisterschaften.

Manfreds Leidenschaft war definitiv das Teamschach. Hier hatte er in den 50er Jahren die Gelegenheit, in einer unglaublich spielstarken Gruppe spielen (zB Hans-Jürgen Klages, Dieter Stern, Heinz Stern, Dieter Weise, Werner Wolfgang Peters, Peter Werner, Müller-Using, Dr. Heinz Dünhaupt und Heinz Hohlfeld ) und gemeinsam wachsen zu können. Da es noch keine eingleisige Bundesliga gab, wurde primär lokal in Niedersachsen oder Norddeutschland/Berlin gespielt, gleichzeitig stets auch gutes Niveau auf Bundesebene. Seriensiege lieferte er seinerzeit mit dem Hannoverschen SK von 1876 (heute HSK Lister Turm) ab, was 1959 zur Deutschen Meisterschaft führte. 1962, 1964 und 1971 gelangte das Team gegen starke Konkurrenz außerdem in die deutsche Endrunde.

Die Mitspieler dieser Mannschaft – allen voran Dr. Dünhaupt und die Gebrüder Stern – verführten Manfred in den 70ern vermutlich auch zum Fernschach, allerdings eher für eine kurze Episode.

Ebenso wurde die starke hannoversche Mannschaft Manfreds Sprungbrett in die deutsche Nationalmannschaft, in der er neun Einsätze feierte.

Zum 100jährigen Jubiläum des Hannoverschen SK wurde 1976 ein starkes internationales Turnier ausgerichtet. Manfred konnte mit 5 Punkten aus 11 Partien und Siegen über Bednarski und Ornstein gut mithalten.

Bis in die 90er spielte Manfred an vorderen Brettern im HSK-Team, überwiegend in der 2.Bundesliga. 1990 bis 1993 folgte er dem Lockruf des Geldes nach Stadthagen, wo er im Alter von 60 Jahren inmitten lauter Vollprofis (und Anatoli Karpov voran!) eine 2300er Performance erzielte. Zugleich war dies sein Abschied vom Ligaschach.

Im Seniorenschach spielte er mehrfach mit Wegefährten Teamturniere. Das Betriebsschachteam der hannoverschen Straßenbahn üstra freute sich über Jahrzehnte und bis vor kurzem über einen zuverlässigen Punktesammler. Auch das Spielen von Open im Seniorenalte (Wichern bei Hamburg) zeugen von Manfreds Spaß am Spiel.

Manfred spielte quasi immer im Anzug, ein Hinweis auf Erziehung, Zeitgeist und Stil. Er wirkte zunächst distanziert – und war das auch. Seinen Respekt musste (und konnte!) man sich verdienen. Mitspieler aus Mannschaften beschreiben ihn als Teamkämpfer und großzügigen Freund mit gutem Wesen. Sein Spielstil war davon geprägt, im Mittelspiel den Schlagabtausch mit offenen wie versteckten taktischen Motiven zu führen. Das Zusammenspiel der Figuren beherrschte er prächtig, was ihm das Spielen auch im dynamischen Schachzeitalter der 80er und 90er erleichterte. Im Laufe der Jahre hatten schließlich insbesondere die Weltmeister Fischer, Karpov und Kasparov den Partiestil mehrfach umgeprägt. Manfred konnte das gut adaptieren.

„Endet eher selten in einem Endspiel.“ steht im Chessbase Dossier, ein weiterer Beleg für seine taktische Spielstärke.

Heutzutage wäre aus Manfred definitiv ein solider IM geworden, vielleicht sogar mehr.

 

Schlagfertig im Wort wurden mir diese Zitate von Manfred überliefert:

„Jugend fördert man am Besten indem man sie fordert.“ (Radiointerview)

„In jungen Jahren habe ich zu viele Partien mit zu vielen schlechten Züge gewonnen.“ Die damalige nichtglobalisierte Welt mit eisernem Vorhang bot in Niedersachen nur selten herausfordernde Gegner oder gar Trainer als Korrektiv. In der heutigen Zeit holt man sich beides alltäglich 24/7 auf den Bildschirm – gänzlich andere Möglichkeiten.

Die NSV-Chronik widmet Manfred drei ganze und sehr lesenswerte Seiten (228-230), vgl. www.nsv-online.de

 

Mit über 80 Jahren war Manfred öfter beim Schachfreunde Monatsblitz zu Gast, kein absoluter Überflieger mehr, aber stets gefährlich, mit Spaß dabei und sehr freundlich im Nachgespräch. Übrigens hielt er sich in dieser Zeit mit Onlinepartien und einem Fritz fit. 2019 beim 100jährigen Jubiläum hatten wir zuletzt Kontakt zu Manfred.

April 2015 Kölle-Prof. Kraft
Special Kiebitz (3.v.l.): Niedersachsens Rekordmeister Manfred Heilemann

Wir sind traurig über Manfreds Ableben und halten sein Andenken stets in Ehren.

Dieser Artikel erscheint im Namen der Schachfreunde Hannover und des Hannoverschen Schachklub, Manfred Heilemanns beiden langjährigen Wirkungsstätten.

Uwe Gabriel

 

Nullo Problemo?

Viele Schachvereine spielen in städtischen Gebäuden (z.B. Freizeitheime und Stadtteilzentren). Es gibt Gerüchte, dass diese Sonntags geschlossen haben.  Mannschaftskämpfe wären demnach am Sonntag nicht möglich.

Genaues weiß man nicht, weil die Stadt Hannover weiterhin nicht in der Lage ist, seine Homepage zu pflegen.  Z. B. ist laut dieser Seite der Lister Turm  weiterhin großzügig geöffnet (https://www.hannover.de/Media/02-GIS-Objekte/Organisationsdatenbank/Landeshauptstadt-Hannover/Kultur-Freizeit/Freizeitheime/FZH-Lister-Turm/Stadtteilzentrum-Lister-Turm#openinghours_anchor). Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 11.03.2019 (also ca. 1 Jahr vor dem 1. Lockdown!). 

Am besten fragt jeder mal seinen städtischen Ansprechpartner. Internet kann Hannover noch nicht.

Um die Ehre – in Memoriam Helmut Brodhuhn

Sehr betrübt nehmen die Schachfreunde Hannover Abschied von ihrem Ehrenmitglied Helmut Brodhuhn, der Anfang Juni 92jährig verstarb. In der Todesanzeige ein vorab ausgesuchter Spruch von Wilhelm Busch – Hannover & Humor waren ihm Zeit Lebens geblieben.

In einer schwierigen Zeit im Arbeiterviertel Linden geboren hat sich Helmut stets als ehrgeiziger Sportsmann und Wettbewerber verdingt. Seine Familie hat er über viele Jahrzehnte die Berge hinaufbeschworen, zum Teil auch ohne technische Ausrüstung in echten Alpinszenarien. Hannover, Ronnenberg und alle Fußwege dazwischen kannte er aus dem eff-eff. Die Mitgliedschaft im Alpenverein war Ehrensache.

Auch beruflich hat ihn der Denksport beeinflusst: Mathematik und die zum Beruf gemachte EDV (bei der KKH) bezeugen dies. Dass Jürgen Juhnke seinerzeit sein direkter Nachfolger im Job wurde, zeugt von der Verbundenheit der damaligen Schachszene.

Seine Frau Ilse lernte Helmut beim Schachspielen kennen: Sie spielte ebenfalls und wurde von ihrem Vater mit in den Club genommen. Ob es dahinter auch Absichten im Hinblick auf die Männerwelt gab ist nicht überliefert, wohl aber, dass Helmut bei ihrem Anblick eine sehr nervöse Partie spielte und wider Erwarten verlor. Den Ehering hatte er jedoch gewonnen und das nie bereut.

Die Familie hat so manchen Sonntag den diversen Ligaspielen von Helmut und seinem Sohn Reinhard geopfert. Helmut spielte wohl zunächst in Linden, danach bei der spielstärkeren Schachvereinigung, die bekanntlich per Fusion in die Schachfreunde überging. Mindestens als Kassierer war Helmut auch im Vorstand tätig. Bei Skatabenden war er als exzellenter Spieler und Analyst bekannt – vor Weihnachten landete stets Geflügel in der heimischen Tiefkühltruhe.

In der Begegnung konnte Helmut ein geselliger und interessierter unterhaltsamer Mensch sein. Er hatte eine aufrechte Haltung, innerlich wie äußerlich. So habe ich ihn kennengelernt und mit ihm manch interessantes Gespräch geführt. Helmut erfreute es, wenn sein Gegenüber ebenfalls mit Sportsgeist engagiert bei der Sache und auf gleicher Höhe war.

Dazu passt diese von Gerd Streich überlieferte Anekdote: „Als ich blutiger Anfänger war (1964), spielte Helmut im Freizeitheim Linden simultan gegen weitere Anfänger. Ich konnte ein Endspiel erreichen, in dem ich offensichtlich auf Verlust stand. Die Konsequenzen waren mir indes nicht bewusst. Als Helmut wieder an meinem Brett stand, fragte er mich ein bisschen vorwurfsvoll, ob ich denn nicht aufgegeben wolle. Das tat ich nach kurzem Zögern. Gleichwohl war ich dermaßen perplex, dass ich die Geschichte bis heute nicht vergessen habe.“

Unleidlich wurde Helmut, wenn er selbst für eine Partieniederlage verantwortlich war. Da er bis zuletzt ein ausdrücklicher Brett-1-Spieler mit Wunsch nach Wettbewerb war, kam das natürlich in späteren Jahren schon mal vor. Den Gegner zu beschimpfen war für ihn als Sportsmann der Ehre wegen keine Option. Er geißelte sich selbst, blieb aber seinem Team verbunden bis zuletzt am Spielort.

Helmut´s schachlicher Nachlass muss beim Gegner gesucht werden. Er selbst hatte das Kapitel abgeschlossen und all seine Werke geschreddert. Obwohl Computerfachmann ist ihm der Zugang zu Chessbase und PGN offenbar verschlossen geblieben. So findet die Nachwelt in den Datenbanken lediglich rund 10 Fernpartien.

Im letzten Jahrzehnt haben Helmut die populären Sudokus fasziniert. Von der Mathematik betrachtet sind sie eine Untermenge der lateinischen Quadrate. Diesen Teil hat er 2012 in seinem Buch „Geheimnisvolles Sudoku“ (übrigens nicht sein Erstlingswerk) beleuchtet. Zusätzlich hat er Computerprogramme geschrieben, die verschiedenartige Sudokus wahlweise generieren oder lösen. Für die Enkelkinder hat er auch ein Weltraum-Ballerspiel mit geringer FSK-Freigabe geschrieben.

Das Augenlicht ließ Helmut in den letzten Jahren immer mehr im Stich. Das Ende setzte eine kurze schwere Krankheit. Wir werden das Andenken an unseren Helmut respektvoll bewahren und trauern gemeinsam mit Reinhard und allen Angehörigen.

P.S. Last but not least wollen wir Euch diese interessante Partie nicht vorenthalten. Sie folgt lange auch heute populärer Eröffnungstheorie und endet nach zahlreichen Opfern im Dauerschach. Let´s check ist der Beweis für eine gesunde Partieführung, damals noch gänzlich ohne den Rechner.

Hast Du auch noch eine schöne Partie von Helmut in Deinem Archiv? Dann sende sie uns gern als PGN oder Foto zu.

Geschrieben von Uwe Gabriel.

Fat Fritz 2.0 SE

Ich habs getan. Als ChessBase im Mai für einen Tag 25 % Rabatt gewährte kaufte ich mir Fat Fritz 2.0. Was überrascht ist der Schriftzug „SE“ auf der Verpackung, den es bei Erscheinen der Software noch nicht gab. SE steht allgemein für Standard Edition, womit sich die Frage stellt, ob es noch eine „EE“ = Enterprise Edition geben wird und was diese als Extra leisten wird.

Wird die EE auch auf Mehrprozessormaschinen mit mehr als 48 Kernen und 16 Phantastillarden Rechenspeicher laufen? Kann man mit ihr selber Schachprogramme entwickeln (ähnlich der EE von Java)? Gibt es neue Funktionen?