Die letzte Partie

…der gesamten Oberliga-Saison wurde gestern durch Schachfreund Martin Ploog gewonnen. Als die Ergebnisse aller anderen Oberligaspiele längst komplett im Internet verfügbar waren, die gleißende Sonne über der Bremer Straße in Delmenhorst langsam an Kraft verlor und die Lungen der Mannschaftskollegen durch das Warten an eben jener Straße feinstaubbelastet bereits arg in Mitleidenschaft gezogen waren, da setzte Martin den erfolgreichen Schlusspunkt unter eine sehr durchwachsene Saison der Schachfreunde.

Schnell stand es 0,5–2,5 aus Sicht der Schachfreunde. Andreas  und ich verloren, während Jörg ein sicheres Remis beisteuerte. Auch Bernd konnte sicher in den Remishafen steuern. Zum zweiten Mal in dieser Saison benötigten wir Verstärkung aus der Zweiten, Olaf gewann souverän mit seinem immer gefährlichen Philidoraufbau. Große Hoffnung auf einen Mannschaftserfolg kam allerdings nicht auf, wenig später mussten Malte und Dennie die Waffen strecken. Spielstand somit 2-5.

Dann spielte nur noch Martin ein ebenso schwieriges wie seltenes Endspiel mit allen 8 Leichtfiguren und einigen Bauern. Nachdem er den Trumpf seines Gegners, einen weit vorgerückten Freibauern, sicher gestoppt hatte und auf der anderen Brettseite seine Bauernmehrheit erfolgreich in Bewegung gesetzt hatte, blieb seinem Gegner nur die Gratulation übrig.

Das Ende naht…

Was bleibt von der Saison? Das gesteckte Ziel, Klassenerhalt, wurde letztlich recht sicher erreicht. Dieses  lag  allerdings nicht an unserer Stärke, sondern daran, dass es nur einen Absteiger gab und zusätzlich eine Mannschaft, die noch weniger punktete als wir. Positiv war ganz sicher, dass die Zweite nur zweimal Ersatz stellen musste, das ist eine für die Schachfreunde außergewöhnliche Konstanz.

Am 29. September geht es in der Oberliga weiter, es bleiben 5,5 Monate zum Trainieren oder sich ein neues Schachbuch zu kaufen ;-).

Strohfeuer verflogen

Im letzten Heimkampf dieser Saison traf die Erste auf die Vertretung des SV Hellern. Während wir mit der Stamm-Acht aufliefen musste der SV Hellern mit 2 Ersatzspielern antreten. Der ELO-Vergleich zeigte einen leichten Vorteil für die Gäste. Doch „ELO-Zahlen spielen…„, ok, anderer Verein, ich hoffe ich verletzte keine Urheberrechte. Gruß nach Hameln.

Die erste Entscheidung fiel an Brett 5, Andreas stand im Altinder hinten drin, hat jedoch deutlichen Zeitvorteil. Bis zum 34. Zug war alles gut, dann der Fehler. Kurz danach war die Partie dabei.

0 – 1

An Brett 1 kämpfte Dennie gegen seinen übermächtigen Gegner. Er konnte mit Schwarz nie ausgleichen, der Druck wurde immer weiter erhöht. Letztendlich der sichere Punkt für Weiss.

0 – 2

Drittes entschiedenes Schwarzbrett: an Brett 7 konnte Thomas zwar bequem ausgleichen, im Mittelspiel fand er jedoch keine guten Plan und bot Remis an.

0,5 – 2,5

Martin konnte im Königsinder mit Weiß nichts herausholen, der schwarzfeldrige Läufer und die Bauern am Damenflügel setzten ihm zu. Irgendwann blieb Material liegen.

0,5 – 3,5

Maltes Gegner an Brett 3, stellt gerade, als er mit Weiß die Initiative übernahm, einen ganzen Turm ein. Malte wickelte dann ab, gab etwas Material zurück, verwertete seinen Vorteil aber sicher.

1,5 – 3,5

Meine Partie an Brett 8 war im Prinzip nie richtig aus dem Gleichgewicht. Mein Gegner konnte sich das Läuferpaar sichern, ich versuchte meine Springer zu aktivieren. Im 40. Zug hatten dann beide Spieler genug und man einigte sich auf Remis.

2,0 – 4,0

Bernd ist der Unglücksrabe der laufenden Saison. Eine Fehleinschätzung beim Übergang ins Endspiel kostete ihm eine Leichtfigur. Nächste Saison wird alles besser!

2,0 – 5,0

Tom spielte wie immer munter nach vorne, opferte einen Bauern für Angriff. Sein Gegner konnte jedoch alle Drohungen abwehren und spielte dann im Endspiel D+T+Bauern gegen D+T+Bauern mit einem Mehrbauern auf Gewinn. Im entstandenen Damenendspiel übersah er dann eine versteckte Idee um den Schachs der weißen Dame zu entgehen. Also Remis durch Dauerschach.

2,5 – 5,5

Zwischenzeitlich erreichte uns dann die Nachricht vom Tostedter Sieg gegen Hannover 96. Wir haben die Klasse gehalten!

Schachfreunde im Eichhörnchenmodus

Was haben die Schachfreunde mit rotbraunen, meistens quirligen Nagetieren gemeinsam? Die kecke Erscheinung? Die unbändige Lust auf Nuss? Nein – es ist die Winterruhe. So wie sich die pelzigen Freunde angesichts zunehmender Kälte in geschützten Nischen zusammenrollen, scheint auch die Schachfreunde-Zweite derzeit in Nickerchen-Stimmung. Beim (eigentlich kaum stattgefundenen) „Kampf“ gegen die dritte Reihe des HSK ging es an den meisten Brettern ziemlich gemütlich – und leider erfolgsarm – zu.

Das ist gar nicht böse gemeint, aber echte Nussknacker treten wohl anders auf. Dass der gesundheitlich angeschlagene Arthur sich ins frühe Remis flüchtete, ist natürlich mehr als verständlich. Und Ulrich und der sonst so erfolgsverwöhnte Gerhard haben bestimmt nicht freiwillig die Segel gestrichen. Aber an so manchem anderen Brett haben unsere Jungs nicht bis zum letzten Blutstropfen gefightet, sondern lieber den halben Punkt mitgenommen. Vielleicht verständlich angesichts einer Mannschafts-Niederlage, die sich schon recht bald abgezeichnet hatte. Endergebnis: Fünfmal remis und drei Niederlagen.

Will jemand Partien sehen? Nicht im Ernst, oder?

Aber spätestens beim nächsten Mal gegen Stolzenau muss es wieder heißen: Raus aus dem Bau und RAN AN DIE NUSS!

Chancenauswertung verbessern

Unsere Erste spielte am vergangenen Sonntag im LSB-Gebäude am Maschsee gegen den HSK Lister Turm. Parallel konnten wir bei unserer Zweiten und dem SK Ricklingen kiebitzen.

Unser Kampf verlief vom Ergebnis erwartungsgemäß, doch die Partien zeigten, das wir durchaus Chancen hatten den Kampf offen zu gestalten. Diese müssen wir jetzt in den wichtigen Kämpfen nutzen!

Brett 1: Dennie Ackermann – Tobias Vöge 0-1

Tobias hatte (zu) optimistisch die Stellung geöffnet, Dennie hat hier mehrere gute Züge zur Auswahl. 18. Dh5! stellt Schwarz vor Probleme, auch 18. Sxh7 und selbst 18. Sxf5 geben Weiß gutes Spiel. Dennie versucht 18. Sh5 und konnte dann die in Zeitnot die folgenden Verwicklungen nicht mehr meistern.

Brett 2: Frank Buchenau – Bernd Fritze 1-0

Bernd fand in einer langen Theorievariante nicht den richtigen Plan und stand schlechter. Nach 32. … Sxd6 hätte Frank sehenswert gewinnen können.

33. Txa7! und Schwarz wird Matt gesetzt. So konnte Bernd die Niederlage noch etwas herauszögern.

Brett 3: Malte Pawelzik – Christian Polster 0-1

In Maltes Partie hatte Schwarz optimistisch zwei Bauern geopfert, meiner Meinung nach für zu wenig Kompensation. Doch auch Malte fand in Zeitnot nicht die richtigen Lösung.

Anstatt 25. Tf2 gibt es hier mehrere gute Möglichkeiten den Vorteil zu behalten. 25. Lc4, 25. Tg1 oder 25. Sd3 sind die Vorschläge des Rechners.

Brett 4: Martin Hörstmann – Tom Kaimer 1/2 – 1/2

In einem Damenbauernspiel (D02) musste Tom den wichtigen Zug 12. .. Lxc3 finden, danach war die Stellung ausgeglichen. Ein sicheres Remis mit Schwarz.

Brett 5: Andreas Herrmann – Felix Hampel 0-1

Andreas musste früh einen Bauern geben und versuchte dann im Trüben zu fischen.

Nach 17. .. Da6?! zeigt der Engine hier 18.e4! mit Ausgleich. Andreas spielte sofort 18. Lh5 doch Felix konnte alle Drohungen souverän abwehren.

Brett 6: Attila Aba Virag – Martin Ploog 1-0

Martin war recht chancenlos gegen seinen Gegner. Der Engine empfielt 17. ..d5 mit Ausgleich, doch ohne diesen Zug ging es nach und nach bergab.

Brett 7: Thomas Edel – Moritz Gentemann 1/2-1/2

Thomas kam ausgeglichen aus der Eröffnung, erlaubte es dann jedoch Schwarz aktiv zu werden.

Moritz verpasste hier 37. .. Txf3 und Weiß hätte große Schwierigkeiten bekommen. Wenige Züge später waren die Damen getauscht und es wurde Remis vereinbart.

Brett 8: Jens Wolter – Jörg Witthaus 1/2-1/2

Im Duell der Schach-Schiedsrichter war schon früh Feierabend.

Schwarz hat sich schon früh aller Probleme entledigt, Weiß hat den weißfeldrigen Läufer getauscht. Somit auch eine verpasste Chance hier nicht weiterzuspielen.

Insgesamt aber ein verdienter Sieg für den HSK Lister Turm. Beide Teams werden in 2 Wochen wohl einigen Titelträgern gegenüber sitzen. Wir spielen im FZH Linden gegen Tostedt, HSK reist nach Bremen zu Werder 2.

 

Pleite gegen Oldenburg

Leider nichts wurde es mit der erhofften Überraschung gegen den Zweitligaabsteiger aus Oldenburg für die Erste. Am Ende standen lediglich 3 Brettpunkte zu Buche, doch es bleibt das Gefühl, dass mehr drin war.

Der Reihe nach. Oldenburg trat zum vierten Mal in Folge mit gleicher Aufstellung an, fast hätten wir Gleiches geschafft, aber unser 1.Vorsitzender wollte halt lieber Ski fahren ;-).

Nach gut drei Stunden eröffneten die Oldenburger den Ergebniszettel. Brett 5 und 6 gingen an die Hunte. Malte an Brett 3 sorgte für den ersten Halben aus Sicht der Schachfreunde. Sein Grünfeld-Inder geriet nie aus der Remisbreite.

Bernd, der nach eigenem Bekunden ein Remis, nach dem „durchwachsenen“ Saisonstart, bereits als Erfolg gefeiert hätte, konnte einen Fehler nutzen und seinen ersten Saisonsieg einfahren. Kurz danach war auch Gerhard fertig. Seine Partie endete Remis, wobei man das Gefühl hatte, dass dort vielleicht sogar mehr drin war. Aber sein Gegner verteidigte sich umsichtig –Remis.

Beim Stand von 2-3 liefen somit noch 3 Partien und der Ausgang des Mannschaftskampfes war, auch nach Ansicht der Positionen, noch völlig offen.

Mit meiner Partie kippte dann allerdings der Kampf eindeutig in Richtung der Oldenburger. Rund um die Zeitkontrolle verlor ich den Überblick und verhunzte meine schöne Position. Nach gut 5 Stunden dann noch ein Rechenfehler – Aufgabe.

Dennie konnte seine Partie in ein Turmendspiel mit Minusbauern leiten, die Aktivität seines Turmes sicherte allerdings das Remis.

Die letzte Partie spielte mal wieder Tom. Im Mittelspiel hatte er einen Bauern erobert, doch er musste sich ungleichfarbigen Läufern, aktiven Schwerfiguren des Gegners und einer geschwächten Königsposition erwehren. All dies tat er mit Bravour und kam letztendlich in folgendes Endspiel:

In sicherer Kneipen-Analyse konnten wir hier nach den Zügen 60. g5+ Kg7 61. Lxg6 Kxg6 62. Kg4 den Gewinn für Weiß nachweisen. Der Computer hat dafür aber nur ein müdes Lächeln über und zeigt sofort viele Remiswege für Schwarz. Tom spielte 60. h4 und auch danach endete die Partie Remis.

Endstand 3-5!

Dank der Niederlage von Hannover 96 bleiben wir auf dem vorletzten Platz, weiter geht es im nächsten Jahr mit dem Spiel gegen HSK Lister Turm.

* * *

Ergänzung durch Gerhard:

Mit der Beurteilung von Schachstellungen ist es wie mit der Einschätzung von Temperaturen. Gefühlt liegen sie nicht selten ein paar Grad auseinander; je nachdem, woher der Wind weht. Und so fühlten Ernst und ich, dass die Stellung, die ich euch jetzt zeige, das Potential zu einem Sieg für Weiß hatte:

Streich, Gerhard (SFH) – Heinemann, Ernst (SK Union Oldenburg)
Oberliga Nord West (4) Brett 8
16.12.2018
Weiß am Zug

Schwarz verliert einen Bauern. Aber wie sollte ich diesen erobern? Ich zog 31. h5?! und war guter Dinge. Alternativ kam 31. Lxg6 infrage. Meine Analysen am Rechner machen keinen großen Unterschied. Schwarz hat trotz des Bauernverlustes ein Faustpfand, nämlich den gedeckten Freibauern auf d4. Der hält die Stellung im Gleichgewicht. Da in der Folge niemand einen Fehler machte, endete die Partie nach 45 Zügen mit einem Remis. Stellungsvorteile: 0,00 konstatiert mein Rechner, womit belegt ist, dass Gefühle durchaus mit der Wirklichkeit übereinstimmen können. – Den Rest der Partie könnt ihr hier nachverfolgen:

Die Unberechenbaren

Das könnte auch der Titel eines Italo-Westerns sein: „Die Unberechenbaren“. So ähnlich wie „Die Unbeugsamen“. Oder treffender: „Die Unabsteigbaren“. Obwohl meine Word-Korrekturfunktion „unabsteigbar“ als Schreibfehler deklariert, könnte dieses Adjektiv auf die Schachfreunde-Zweite zutreffen, die überraschenderweise 5-3 gegen die Schachtiger aus Langenhagen gewonnen hat (Freunde einer blumigeren Ausdrucksweise können sich auch denken, die Tiger seien gezähmt oder weggebissen worden).

Na, ja, unberechenbar sind wir in dieser Saison tatsächlich – Gerhard nannte es in seinem vorletzten Beitrag eine Achterbahnfahrt. Diesen konsequenten Schlingerkurs haben wir nun fortgesetzt: Auf zwei desaströse Niederlagen haben wir jeweils einen überzeugenden Sieg folgen lassen. Das hängt nicht nur mit unseren Aufstellungen bzw. Ausfällen zusammen. Manchmal läuft es halt und anderentags eben nicht…

Wer Lust hat, kann nun die DWZ-Punkte ausrechnen, die wir im Schnitt hinter unseren Gegnern zurück waren, ich habe jedenfalls keine Lust dazu, aber holla(!), ich sage euch, das war ganz ordentlich. Zum Beispiel der Kollege Bergmeier mit 1923, der dem Schachtiger Lehmann trotz dessen 2138 keine echte Chance gelassen hat. Oder der andere von uns, dessen Namen ich aus Schicklichkeit hier nicht nenne, weil der nämlich bis zum Morgengrauen gesoffen hat – und dann trotzdem wie selbstverständlich den vollen Punkt holte. Am Ende durfte ich noch Zeuge werden, wie Kollege Kwiotek sein Bauernendspiel beinahe blitzend zum Sieg vollendete (mein Gott, Willi, ich hätte stattdessen ängstlich immer wieder die Tempi abgezählt). Wie ich eingangs schon erwähnte: unberechenbar und unabsteigbar. Hoffentlich.

Mühsamer Sieg im Kellerderby

Im Kellerderby der Oberliga traf die 1. Mannschaft auf das Schach-Team von Hannover 96. Auch gegen uns hatte 96 (wie die Fußballer) mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen. Von den Top 4 war lediglich V. Ivanov dabei. Doch es wurde ein hartes Stück Arbeit.

Ohne Catering, dafür mit viel 96 Nostalgie im Vereinsheim ging es los. Andreas hatte immer leichten Vorteil, beidseitige Ungenauigkeiten eingeschlossen, am Ende ein gewonnenes Turmendspiel.

1 – 0

Martin und Gegenüber gingen kein unnötiges Risiko ein – die Partie endete im Dauerschach. Bernd leistete sich in völlig ausgeglichener Stellung einen Blackout und verlor Leichtfigur und Bauer.

1,5 – 1,5

Dennie hatte es mit dem nominell stärksten 96er zu tun. Er opferte mutig eine Leichtfigur und hätte hier mit 28. Sc5! Ausgleich gehabt.

Schade. Doch dafür setzte sich Malte souverän durch. Der generische König verblieb in der Mitte und wurde abschließend Matt gesetzt.

2,5 – 2,5

Es verblieben also noch die letzten beiden Bretter und Tom. Alle drei Stellungen war ausgeglichen – insbesonderen an Brett 7 und 8 konnten wir unsere nominelle Überlegenheit nicht zeigen. Zwischendurch sorgten dann die Fußballfrauen von 96 für Stimmung. Nach ihrem 11-0 Sieg in der Fußball-Oberliga gegen F.C. Pfeil Broistedt und dem damit verbundenen Herbstmeistertitel schallte laute Partymusik aus der Kabine in den Turniersaal. Doch unser Schiedsrichter konnte das beim Gespräch mit den Trainern eindämmen.

Thomas und ich setzen uns dann durch Fehler unserer Gegner im Endspiel durch – Tom hatte seine Stellung verschlechtert und verlor letztendlich. So am Ende ein glücklicher Sieg und der Abschied vom Tabellenende.

4,5 – 3,5

Karnevalsauftakt im Kargah

Zum Karnevalsauftakt erwartete die erste Mannschaft die Reserve von Werder Bremen im Kargah zur zweiten Runde in der Oberliga. Wir liefen mit der gleichen Aufstellung wie in Runde 1 auf, Werder konnte, da deren Dritte spielfrei war, zwei Spieler aus der Landesliga einsetzen. Trotzdem hatte Werder an allen Bretter deutliche ELO-Vorteile. Die Werderaner, fast alle im grün-weißen Dress zeigten sich bestens vorbereitet. Sie hatten neben der Vorbereitung auf dem Brett auch ein Tablett Brötchen und Obst im Gepäck.

Pünktlich um 11 Uhr ging es los und meiner Meinung nach lief es an vielen Brettern besser als gegen Hameln. Nach 2 Stunden mußte Andreas aufgeben, kleinere Ungenauigkeiten und ein Einschlag auf b5 brachten die Entscheidung zu gunsten von Werder. Auch bei Dennie lief es nicht besser, er wählte einen falschen Plan und ziemlich schnell brach sein Damenflügel zusammen.

0 – 2

Nach über drei Stunden verflachte dann meine Stellung soweit, das mein Gegner nach einigem Überlegen mein Remisangebot annahm. Somit konnte ich das 0-8 abwenden. 😉
Dann wurde es interessant, während der Analyse meiner Partie kamen nach und nach alle Mitspieler in den Analyseraum. Thomas E. hatte gegen das Läuferpaar zu kämpfen, verlor einen Bauern und wollte sich den Rest nicht mehr zeigen lassen.

0,5 – 3,5

Interessant war die Partie von Martin. Hier ballten sich die Leichtfiguren auf der C-Linie.

    Martin (mit Weiß) war zu gefrässig und verlor dann entscheidend Material. Auch bei Malte stand das Brett in Flammen:

Sein Gegner spielte Tg5 und Tg7, Schwarz kam mit der Dame auf die lange  Diagonale und konnte entscheidenden Vorteil erringen, in Zeitnot musste er sich dann mit Dauerschach begnügen.

1,0 – 5.0

Tom’s Königsgambit war sehr ambitioniert, bei der Vielzahl der taktischen Möglichkeiten verlor er viel Zeit und letztendlich den Faden. Hier eine der kritischen Stellungen (Schwarz am Zug):

Auch Bernd mit Weiß fand im Mittelspiel nicht den richtigen Plan.

Hier war 19. e4 der falsche Plan und er landete in einem schlechten Endspiel, welches er fast noch gehalten hätte. An dieser Stelle

42. Kb3 anstatt Kd3 und mein Engine fand keinen Gewinnweg für Weiß. Im Debakel hat Bernd den richtigen Plan erläutert: die weißen Bauern nach e5 und g6 stellen, dann kann Schwarz nicht in ein Bauernendspiel abwickeln. Damit am Ende

1,0 – 7,0 gegen den Aufstiegsfavoriten aus Bremen.

 

 

 

Alter schlägt Jugend mit 5,5:2,5

In der Verbandsliga Süd liegt der Altersschnitt unserer 2. Mannschaft bei 59 Jahren. Das ist der Spitzenwert. Am anderen Ende der Skala liegt die 3. Mannschaft des SK Lehrte mit 25 Jahren im Schnitt. Beide Teams mussten heute gegeneinander antreten. Das Ergebnis ist eindeutig, wenngleich es etwas zu hoch ausfiel. Das lag an einigen überflüssigen Patzern auf Lehrter Seite. Symptomatisch ist meine Partie, dessen Ende ich euch gleich zeige. Mein junger Gegner hat bis zum 28. Zug stark gespielt und sich keinen Fehler geleistet. Die Eröffnung kannte er offenbar aus dem Effeff. Nach 20 Zügen hatte er durch das Inkrement noch keine Zeit verbraucht; ich hingegen hatte bereits eine Stunde meiner Bedenkzeit investiert.

Vorher möchte ich noch auf meine Partie aus der 1. Runde gegen Harald Kiesel eingehen. Unsere Eröffnung, die Seltenheitswert hat, wurde gestern in der 1. Bundesliga kopiert; und zwar von IM Ilja Schneider (SF Berlin) und GM Gennadi Ginsburg (SV Hofheim). Bis zum 9. Zug war der Partieverlauf identisch. Dann wich Schwarz mit 9… De7 ab. Harald Kiesel hatte 9… b6 gespielt. Nachdem Iljas kleiner Vorteil versandet war, endete die Partie ebenfalls mit einem Remis. Ich kann mir vorstellen, dass sich Ilja die Anregung für 4. a3!? in unserem Blog geholt hat. Schließlich gehört Ilja seit Beginn zu den Fans unseres Blogs. Und ich zu den Fans seines ehemaligen Blogs in der ZEIT. Das ist leider Geschichte.

Kein Heimvorteil

Man soll ja schlechte Nachrichten immer mit etwas positivem beginnen: Wir hatten mit unserer Oberliga-Mannschaft im Kargah sehr gute Bedingungen. Absolute Ruhe, Platz und Verpflegung, was will man mehr. Und auch unser Neuzugang Malte war dabei, an dieser Stelle noch einmal: Herzlich Willkommen!

Dementsprechend motiviert gingen wir zur Sache, Ziel war sicherlich den Auftakt vom vergangenen Jahr zu wiederholen und einen Punkt in Linden zu behalten. Bernd und Tom gingen forsch zur Sache, Dennie stand sicher, in den anderen Schwarzpartien standen wir passiv. Bei Martin und mir war alles noch recht ausgeglichen.

Doch mit zunehmenden Spielverlauf wurde das Bild immer dunkler: Bernd’s Angriff wurde abgeblockt und durch ein Versehen stand er schnell auf Verlust. Auch Thomas stand ziemlich hoffnungslos hinten drin. In dieser Phase konnte dann Wilfried gegen Dennie remis machen, die Stellung war auch völlig ausgeglichen.

Tom hatte einen Springer ins Geschäft gesteckt und heftigen Angriff generiert, Martin kassierte einen falschen Bauern ein, seine Dame wurde überlastet und ein Springer ging verloren. Mein Gegner wich einer Zugwiederholung aus, sah allerdings den Schlüsselzug nicht, und so konnte ich das Heft in die Hand nehmen. Nach zwei weiteren Ungenauigkeiten konnte ich in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Bernd und Thomas hatten dann genug gesehen, somit der Zwischenstand:

0,5 – 2,5

Etwas Hoffnung keimte auf, als Andreas in gegnerischer Zeitnot noch gewinnen konnte:

Ich fuhr mein Endspiel nach Hause, und Martin rettete sich ins Dauerschach.

3,0 – 3,0

Doch die letzten beiden Partien boten wenig Hoffnung, Malte kämpfte mit zwei Bauern weniger ebenso ums Dauerschach wie Tom, er mit einem Springer weniger. Am Ende setzte sich das Mehrmaterial dann durch. Glückwunsch nach Hameln zu einer überzeugenden Mannschaftsleistung.

3,0 – 5,0

Die weiteren Partien findet ihr sicherlich bald auf der Oberligaseite des Schachbunds.