Das Doppelmatt

Doppelbauer, Doppelkopf, Doppelkinn, Doppelkorn, Doppelagent, Doppelmoral sind Begriffe, die wir kennen. Aber was – bitte schön – ist ein Doppelmatt? Google antwortete mir mit einer Gegenfrage: „Meintest du Doppelbett?“ Nein, meinte ich nicht. Wer es mit Doppelschach versucht, kommt der Sache näher. Dazu gibt uns die SG Schöningen Anschauungsunterricht. Das Doppelschach sei eine spezielle Form des Abzugsschachs, bei dem die wegziehende Figur ebenfalls Schach gibt. Ein Doppelschach könne nur durch einen Königszug abgewehrt werden. Meistens geht es dem König im Anschluss an den Kragen. Solche Motive kommen in der Praxis hin und wieder vor.

Äußerst selten dürfte der Fall sein, den ich 1996 beim Schlosspark-Open in Wiesbaden erlebt habe. Der bestand darin, dass mein Doppelschach zugleich ein Doppelmatt war, weil der König nicht mehr wegziehen konnte. Und noch seltener, wenn nicht einmalig, dürfte der Umstand sein, dass beide schachbietenden Figuren geschlagen werden konnten, wäre da nicht die Schachregel, die besagt, dass jede Partei im Wechsel nur einen Zug ausführen darf.

Weil es so selten und so wunderschön ist, möchte ich euch dieses Doppelmatt anhand zweier Diagramme zeigen. Mein Gegner hätte das Matt sowieso nicht abwenden können, aber mit seinem Zug 27… Da5-c3 griff er zum letzten Strohhalm.

Streich, Gerhard – Biegler, Markus
Wiesbaden, Schlosspark-Open 1996

Meine Antwort kam postwendend: 28. Sxf7#

Fällt euch etwas auf? Laut Notation hat der Springer mattgesetzt. Gebührt der Dame auf h3 nicht die gleiche Ehre? Das Leben ist ungerecht.

Matt? Yes! Bei Gosch in Wenningstedt/Sylt

Ein Gedanke zu „Das Doppelmatt“

  1. Matt? Yes!

    Laien verwechseln das Doppelmatt leicht mit einer Leibspeise der Nordlichter. Einen Doppel-Matt-Yes gibt’s bei Gosch (guckt ihr oben), ein Doppelmatt gilt unter Nerds als Absacker für Edel-Patzer.

    Apropos: Absacker. In Hamburg findet an diesem Wochenende das größte Tischfußballturnier der Welt statt. Über 2.000 Kicker und Kickerinnen nehmen daran teil. Eine junge Reporterin von NDR-Info fragte eine mehrfache Deutsche Meisterin, wie man das als Frau unter lauter Männern schafft. Ihre Antwort: „Zeit, einen guten Lehrer und eine gute Leber!“

    Apropos: Absacker, Frau und Gosch. Goschs Damen-WCs erreicht man in Westerland über einen Bohlenweg, der zu Kabinen führt, die wie Strandkabinen gestaltet sind. – Leber ahoi!

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