Die letzten 10 Minuten….

Wenn ich an meiner Partien dieser Spielzeit zurückdenke, stelle ich fest, dass ich mehrmals einen halben Punkt in der letzen Phase des Spieles verschenkt habe. Ob es an der Zeitkontrollen gelegen hat, oder an der äusserlichen Umständen oder einfach altersbedingte(?!) Unvermögen liegt weiss ich nicht mehr!
Am letzten Sonntag kannte ich die Eröffnung nicht sehr gut und hatte relativ viel Zeit verbracht bis zur folgenden Stellung:-
(Wenn Du selber den besten Zug bei der folgenden Stellungen finden willst, dann nicht zu weit scrollen!)
NBais1

Alexander Baisakow-Arthur Koelle (SF Hannover-Nordhorn 2014)
Stellung nach 21.e5?
Schwarz spielt und bekommt Vorteil

Ich hatte ständig angst gehabt, daß ich am Königsflügel überrollt werden (zb.Th3,Dh4) aber in dieser Stellung habe ich zurückgeschlagen mit
21…Nxe5 Der Punkt ist daß nach 22.fxe5 Te5 die Dame hat kein Feld und nach
23.Ne4 f5 Weiss die bessere Stellung hat

NBais2
Alexander Baisakow-Arthur Koelle (SF Hannover-Nordhorn 2014)
Stellung nach 36.h3
Schwarz spielt und gewinnt

Mit sehr wenig Zeit über, habe ich 36…..Lc6 mit der Absicht 37…Sf2+ 38.Kh2 Sg4+ 39.Kb1 Dh3#. Deshalb hat Weiss 37.Te4! gespielt und könnte dann weiterspielen.
Man braucht die Züge nur in der richtige Reihenfolge spielen:-
36… Sf2+ 37.Kh2 Sg4+ 38. Kh1 Lc6 und ich hätte schon Feierabend gehabt und hätte die 1. Halbzeit von Braunschweig-96 geniessen können!

NBais3

Da ich das Zwischenstand von Braunschwieg-96 nicht kannte, habe ich mindestens auf die 2.Halbzeit gefreut.Hier habe ich gedacht, ich bräuchte nur ein bißchen hin und her ziehen und sobald meinen Turm die 2.Reihe erreicht hat wäre die Partie aus.
Schwarz spielte 62. Tb7 Weiß antwortete 63.b4!? Ich dachte, der verliert sowieso den Bauern und will mich durcheinanderbringen und antwortete 63… Tb4? Weiss spielte 64.La3 und plötzlich spielt sein Läufer wieder mit. Mein letzter Fehler in dieser Fehlerkette war 64…..Tc4?? (64…Td4! oder 64….h3! hätte immer noch gewonnen) und nach 65.Ld6! erreicht der Läufer die wichtige h2-b8 Diagonale und die Stellung ist wahrscheinlich nicht mehr zu gewinnen.
Leicht gewonnen hätte 62….h3!
Falls 63.Kf1 Tg3
Falls 63.Kg1 Kg3 64.Kh1 Tf3
Falls 63.Kh1 Tf3

Nach der Partiezüge habe ich noch 15 Züge weiterprobiert. In hinblick dessen daß ich die 3:0 noch vorm Fernsehen mitgekriegt hatte, hätte ich noch 1 Stunde weiter spielen sollen!

6 Gedanken zu „Die letzten 10 Minuten….“

  1. Tja Arthur, in der Partie hast du eine Menge Elfmeter verschossen. Der Elfmeter im 36. Zug (Lc6 statt Sf2+) war sogar einer ohne Torwart im Kasten. Dein temporäres Unvermögen war nicht altersbedingt. Das beginnt erst in meinem Alter. Dir hat einfach der himmlische Beistand gefehlt. Zum Trost guckst du hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=DKaVD6zFEaI

      1. Nur keine Bange, Arthur, wenn du mein biblisches Alter erreichst, wirst du darüber frohlocken, dass die Zeit, Fehler beim Schachspielen zu machen, drastisch abnimmt. Viel schlimmer wäre der Verlust an Humor. Humor ist nachhaltiger als sämtliche Punkte auf der nach oben offenen ELO-Skala.

  2. Arthurs Überschrift ist ein gefundenes Fressen für das Langzeitgedächtnis in Sachen Humor: 10 Minuten. War da nicht was? Jawoll! Stoibers Edi, Deutschlands zweitbester Komiker, hat die 10 Minuten unsterblich gemacht. Dieser Evergreen hat „im Grunde genommen“ (O-Ton Edi) auch nach 8 Jahren nichts von seiner Wirkung verloren. Hört ihr hier: http://www.youtube.com/watch?v=f7TboWvVERU

    Um Deutschlands bekanntesten Komiker, Rainer Brüderle, war es eine Weile ruhig geworden. Brüderle ist der urkomische Weinverkoster, der herausfand, dass sich im Dirndl ein ganzes Himmelreich befinden kann. Nun hat er ein Buch geschrieben, das die Welt nicht braucht: „Jetzt rede ich!“ Auf dem Einband befinden sich seltsamerweise ein weißer Turm und ein umgekippter weißer Bauer. Was haben die da zu suchen? Ist das etwa ein verkapptes Schachbuch für DWZ-Spieler <250? Bevor mir nun Verschwörungstheorien unterstellt werden, greife ich zum härtesten Mittel aller Wichtigtuer: „Jetzt schweige ich!“

  3. Guckst Du heute-show von gestern und weisst Bescheid!
    (vgl. ZDF-Mediathek)
    Obwohl obgleich das mit den Schachfiguren da auch nicht erklärt wird…

    1. Danke für den Tipp, Uwe. Da die Frage nach den Schachfiguren von öffentlichem Interesse ist, habe ich heute Vormittag bei Oliver Welke angerufen. Vor einer Stunde erhielt ich die Antwort. Die investigativen Journalisten des ZDF haben herausbekommen, dass die beiden Schachfiguren unterm Teppich von Dirk Niebel gefunden wurden, als der sein Büro im Deutschen Bundestag räumte. Für die Anschlussverwendung war dessen Ex-Chef zuständig. Parteifreund Rainer möge die Schachfiguren als Dekoration auf dessen nächsten Elaborat verwenden. So werde der Anschein eines intelligenten Inhalts gewahrt. – Um sicher zu sein, ob diese Version stimmt, habe ich Rainer Brüderle direkt gefragt. Dabei habe ich ihn soeben bei einer Weinverkostung gestört. Trotzdem gab er mir bereitwillig Auskunft:

      „Aufinndegambf!
      Wia wedde’s schawwen!
      Fenn änen ö se schaw, sinnwiä es!
      Brunzz, garröffel, reufz!“

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