SFH3 gegen SK Turm: Zu hoch gepokert

Der heutige Kampf unserer Dritten sorgte schon im Vorfeld für Zündstoff: Durch die Ausfälle unserer drei Stammspieler Fredrik, Martin und Hermann sowie von Willi gebeutelt, erdreisteten sich unsere Mannen, nicht auch noch den gewünschten Ersatzmann an die Zweite abzugeben, um unseren Kampf gegen den SK Turm mitsamt Restchance auf den Aufstieg nicht schon vor dem Anpfiff abzuschenken.

Unter solchen Vorzeichen ging unser Mannschaftsführer am vierten Brett gleich motiviert zur Sache – und fuhr nach kaum mehr als einer halben Stunde unseren schnellsten Sieg der Saison ein! Kaum hatte uns Ulrichs forsche Eröffnungsbehandlung in Führung gebracht, unterlief Marc am siebten Brett allerdings ein folgenschweres Malheur und nach gerade mal 45 Minuten stand es 1:1.

In der folgenden Stunde schien sich der Kampf durchaus zu unseren Gunsten zu entwickeln. An keinem Brett konnte ich eine schlechtere Stellung erkennen, an Brett 2 bei André und an Brett 8 bei Philipp sah es bald recht vielversprechend aus.

Als in der vierten Stunde nahezu zeitgleich an allen Brettern die Ernte eingefahren wurde, war es folgerichtig zunächst André, der seinen Stellungsvorteil mit Läuferpaar und vorgerücktem Freibauern zu einem vollen Punkt verwertete (2:1). Peter am dritten Brett hatte zwar ein Turmendspiel mit Mehrbauern erreicht, sah aber keine Möglichkeit, dieses zu gewinnen – Remis (2,5:1,5).

Bernd schlug an Brett 6 ein Remisangebot seines Gegners aus. Vermutlich zu Recht. Allein, er lief dann in einen tödlichen Konter… Nebenan an Brett 5 verpuffte inzwischen nicht nur Udos Königsangriff, am Damenflügel ging seine Stellung den Bach runter. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verdarb ich am ersten Brett auch noch meine bis zum 19. Zug völlig sorgenfreie Partie: Ich wickelte per Läufer- und Damentausch ins Endspiel ab, hatte dabei aber ein unangenehmes Springermanöver  missachtet. Die auf einmal gedrückte Stellung war in aufkommender Zeitnot kaum zu halten, ich entschied mich für einen Qualitätsverlust mit anschließender Zeitüberschreitung…

Macht summa summarum vier verpatzte Partien – eine zuviel! Immerhin brachte unser Nachwuchstalent Philipp dann noch seine Gewinnstellung nach Hause und sorgte für unseren dritten vollen Punkt. Endstand 3,5:4,5.

Müssen wir sonst noch was bereuen? Ich denke nicht. Unsere Zweite erzielte zu siebt ein 4:3 gegen eine mit fünf (!?) Spielern angetretene HSK-Dritte. Unser nicht abgestellter Ersatzmann hätte kampflos am achten Brett gewonnen… Nebenbei haben wir unserem heutigen Gegner zum Klassenerhalt verholfen und sichern uns damit auch in der kommenden Saison ein Gastspiel im wohl besten Spiellokal des Schachbezirks Hannover: Der frisch renovierte „Felsentreff“, nun wieder Heimstätte für den Blinden-Schachverein SK Turm, bot perfekte Bedingungen. Wobei: In der Bezirksliga ist nach wie vor nichts endgültig entschieden. Als Tabellenfünfter liegt unsere Dritte, allen verpassten Chancen und allen verschenkten Punkten dieser Saison zum Trotz, vor dem letzten Spieltag noch immer in (allerdings ziemlich theoretischer) Reichweite zu den Aufstiegsplätzen.

3 Gedanken zu „SFH3 gegen SK Turm: Zu hoch gepokert“

  1. Hallo Olaf,
    damit euer Mannschaftskampf im nächsten Jahr im perfekten Felsentreff nicht doch noch durch euren Aufstieg verhindert wird solltet ihr eure stärksten Spieler am letzten Spieltag an die Zweite ausleihen. Dann dürft ihr nach einem Nichtaufstieg am letzten Spieltag nächstes Jahr wieder im Felsentreff spielen.

    1. Hallo Torsten,
      die von Dir vorgeschlagene Methode hat die Dritte in dieser Saison ja schon an diversen Spieltagen erfolgreich praktiziert (sowohl für SFH1 als auch für SFH2). Nach dem unerwartet deutlichen Sieg von Lehrte 2 bei Berenbostel 2 sind die Chancen, nächstes Jahr nicht im Felsentreff zu spielen, inzwischen so minimal theoretisch, dass wir beruhigt mit bester Mannschaft nach Lehrte fahren können!

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