Entspannt euch!

Ob es hier zur Okertalsperre ginge, wurde ich gestern von einem älteren Ehepaar gefragt. „Nein, das ist hier der Goetheweg“, antwortete ich. „Dann grüßen Sie ihn bitte, wenn er Ihnen begegnet“, war die freundliche Empfehlung des Mannes. „Das mache ich, Goethe ist ein alter Kumpel von mir“, entgegnete ich ihm schlagfertig und erntete Gelächter. Wenig später kam mir ein Paar entgegen, das offenbar aus Bayern stammt. Der Dialekt und die Grußformel ließen darauf schließen: „Grüß Gott!“ Sollte ich darauf die gleiche Antwort geben? Ich tat es nicht. Man tritt so leicht in Fettnäpfchen.

Womit ich beim Thema bin. Heute geht es nicht um überholte Turnierordnungen, an die sich Schachfunktionäre klammern wie Messis an Tageszeitungen aus Helmut Kohls Zeiten, nein, heute geht es um die deutsche Romantik. Da ist einerseits der sagenumwobene Brocken, der für uns Niedersachsen vor 30 Jahren unnahbar war, und andererseits ist da der deutsche Wald, der einen Stresstest nach dem anderen bestehen muss. Von beiden möchte ich euch ein paar schöne Bilder zeigen. Einfach so zur Entspannung. – Wusstet ihr, dass Fichten 500 Jahre alt werden können? So lange hält keine DWZ. Wenn wir nicht mehr sind, ist die DWZ wertlos. Anders verhält es sich in einem Naturwald. Der Tod eines Baumes ist ein Elixier für neues Leben, vorausgesetzt, wir Menschen greifen nicht ein. Ein besonders schönes Plätzchen im Wald – das wie gemacht ist für eine Schachpartie – zeige ich euch im Anschluss auf meinem letzten Foto.


4 Gedanken zu „Entspannt euch!“

  1. Nicht entspannen können sich derzeit die Emsländer. Dort ist der Katastrophenfall ausgerufen worden. Das Moor bei Meppen brennt auf einer Fläche von rund 6 Quadratkilometern. Wie viel das ist, könnt ihr ermessen, wenn ihr euch das Foto angeguckt, das ich oben angehängt habe. Es handelt sich um das Torfhausmoor, auch Radaubornmoor genannt. Es ist ein faszinierendes Areal mit einer Torfmächtigkeit von bis zu 6,50 m. Die Fläche ist 30 ha groß. Die brennende Moorfläche bei Meppen ist etwa 20 Mal größer. Der Vergleich zeigt, wie schlimm diese Katastrophe ist. – Mögen die Verantwortlichen die richtigen Konsequenzen ziehen. Fahrlässigkeit gegenüber der Natur ist durch nichts zu rechtfertigen.

  2. Die Bundeswehr ist doch voller Dienstvorschriften. Ist es überhaupt erlaubt mit Raketen bei defektem Löschfahrzeug zu verschiessen? Die Bundeswehr zeigt sich dagegen tiefenentspannt:

    „In einem Kommentar für die Donnerstags-Ausgabe bemängelt das Blatt die Haltung der Truppe zu der von ihr ausgelösten Katastrophe. In der Tat hatte sich ein Bundeswehr-Sprecher in den Medien mit den Worten zitieren lassen: „Gerade bei einer extremen Trockenheit wie in diesem Sommer kann so etwas schon mal passieren“. Nachzulesen ist dieses Statement beispielsweise beim MDR.

    In einer Bundeswehr-Pressemitteilung vom Mittwoch heißt es, von der Rauchentwicklung gehe keine Gesundheitsgefahr aus – und tatsächlich wurden nach Angaben des niedersächsischen Landesumweltministeriums an den Messstationen Südoldenburg und Oldenburg an zwei Tagen vorübergehend lediglich etwas höhere Feinstaubwerte gemessen, Grenzwerte seien aber nicht überschritten worden. Auch überprüfe man, so die Bundeswehr, intern, ob bei der Schießübung Vorschriften verletzt worden seien oder ob man die internen Brandschutzregeln ändern müsse. Außerdem hieß es, die Kosten für die Löscharbeiten übernimmt die Bundeswehr.“
    (https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/moorbrand-in-niedersachsen–wut-auf-die-bundeswehr–anwohner-ratlos-8367552.html)

    1. Wer weiß, vielleicht wird der verantwortliche Kommandeur jetzt befördert!? Eine Rochade auf Ministerialebene macht’s möglich. Womöglich wird jetzt eine Stelle im Bauministerium frei. Befähigungsnachweis: Warmer Abbruch.

  3. Problemlösungsinkompetenz

    Wenn wir dieses Wort lesen, fühlen wir uns als Schachspieler sofort angesprochen. Wird diesem Wort jedoch das Adjektiv „erbarmungswürdig“ vorangestellt, kann nur die aktuelle Politik unserer Bundesregierung gemeint sein. Jedenfalls sieht das so der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl, in seinem Kommentar zur Causa Maaßen.

    Ich betrachte mich mal als ehrenamtlicher Sonderberater der Schachwelt und erkläre euch hiermit exemplarisch, wie Probleme vermieden werden können, wenn die Sichtweise mit dem Standort korreliert: Meine beiden Fotos vom Brocken habe ich nämlich von derselben Stelle aus aufgenommen. Das Panoramafoto am 19. September um 12:07 Uhr mit der Brennweite 48 mm und die Nahaufnahme um 12:08 Uhr mit der Brennweite 230 mm. In beiden Fällen beträgt die Entfernung (Luftlinie) zum Brocken gut 5 km. Die Nahaufnahme zeigt Details, die uns beim Panoramafoto verborgen bleiben. Umgekehrt wird uns der Zusammenhang bewusst.

    Wer auf diese Weise (Mikro/Makro) seine Schachpartien betrachtet, wird auf Dauer erfolgreich sein. Erbarmungswürdig sind die Unbelehrbaren.

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