Gestern in Hannover

Die Tour de France startet wegen der Fußball-WM eine Woche später. Heute auf den Tag genau vor einem Jahr habe ich euch vom Tour-Start aus Düsseldorf berichtet:
https://www.schachfreunde-hannover.de/gestern-in-duesseldorf/
Ersatzweise muss ich auf meine Heimatstadt zurückgreifen.

Kirchen und Schützenvereine sind aus der Zeit gefallen. Ihre Traditionen leben dennoch fort. Solange sie Lebensfreude versprühen, spricht nichts dagegen. Häme ist fehl am Platz. Es geht nicht um Wahrheiten, sondern um Gefühle. – Um Punkt 10 Uhr läutete die Glocke an Hannovers Rathaus den 489. Schützenausmarsch ein. Ich richtete meine Kamera nach oben. Noch nie habe ich unser Rathaus auf diese Weise wahrgenommen. Wegen der eklektizistischen Bauweise mag ich es nicht. Details können versöhnen.

Unter der Uhr sah es so aus:

Hannovers Oberbürgermeister und JAMIEL-Kiez-Größe Stefan S. sprach die obligatorischen Grußworte zum größten Schützenausmarsch der Welt. Superlative gehören zu Hannovers Bescheidenheit:

Es herrscht wieder Frieden im Land:

Frackträger inbegriffen:

Jede Menge Volkswagen aus unschuldigen Zeiten:

… und aus Zeiten, als sich über Mohrenköpfe niemand Gedanken machte:

Alphornbläser sind über jede Kritik erhaben:

Der Madsack-Verlag ist Kritik gewohnt. Gleichwohl kümmert er sich rechtzeitig um das Wohlwollen des Nachwuchses:

Und was macht ihr? Entspannt euch. Vereinswechsel sind für uns Schachspieler gelaufen. Auftanken ist jetzt angesagt, damit ihr eure Niederlagen in den bevorstehenden Mannschaftskämpfen besser verkraftet. Bis dahin bemühe ich mich, in unserem Blog für gute Stimmung zu sorgen. Ihr dürft euch gern daran beteiligen.

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Lässt sich „Gestern in Hannover“ steigern? Ja! „Gestern über Hannover“
(siehe Kommentar):

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Heute in Hannover (siehe Kommentar vom 15. Juli 2018)

2 Gedanken zu „Gestern in Hannover“

  1. Heißluftballons über Hannover sind rar geworden. Umso überraschter war ich, als gestern Abend um 20:50 Uhr einer über den JAMIEL-Kiez hinwegfuhr (siehe oben). Mit Heißluftballons assoziiere ich den Roman „Erewhon“ von Samuel Butler. Der Roman stammt aus dem Jahr 1872 und ist gleichwohl zeitlos, denn er handelt satirisch nicht nur von Utopia, sondern von unserem Verhalten hier und heute. – Ein junger Schafsfarmer namens Higgs begibt sich mit einem Heißluftballon auf Entdeckungsreise. Nach 20 Jahren kehrt er zurück. Fortan wird er als Sonnenkind verehrt. Er will den Schwindel aufklären. Da hört er, wie die Professoren Hanky und Panky davor warnen, weil die Moral des Landes mit dieser Offenbarung zusammenbräche. Higgs entfernt sich unauffällig.

  2. Hannovers junggebliebenes altes Neues Rathaus eignet sich als Start und Ziel für mannigfaltige Touren. Heute sind die Radsportler dran (siehe oben). Der RV Concordia veranstaltet die RTF „Hannover City und Umland“. Durch die City geht’s im geschlossenen Verband, der von einer Motorradstaffel der Polizei begleitet wird. Im Umland darf sich dann jeder – sofern gewollt und gekonnt – die Kante geben.

    Zwischen dem Radsport und dem Schachsport gibt es viele Parallelen. Eine der wichtigsten Parallelen ist die, dass sich beide Sportarten ohne großen Leistungsverlust auch im fortgeschrittenen Alter ausüben lassen. Im Radsport ist Reinhard Kramer (siehe oben) dafür das Paradebeispiel. Reinhard ist mittlerweile 81 Jahre alt, was ihn nicht davon abhält, die heutige Tour mitzufahren. Stolz erzählte er mir vor dem Start, dass er in diesem Jahr bereits 1.500 km gefahren sei. Früher lag sein Fokus im Organisieren von Radsportveranstaltungen. Dafür wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Aus der Organisation großer Veranstaltungen, wie z.B. der Nacht von Hannover, konnte er sich trotz anderer Absichtserklärungen noch nicht ganz zurückziehen. Es mangelt nach seinen Worten an bereitwilligen Machern. Womit eine weitere Parallele zum Schachsport genannt sei. Mehr über Reinhard Kramer erfahrt ihr hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Kramer
    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Der-Rastlose

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