Grandioses Finale

Das zentrale Bundesliga-Finale in Berlin war ein Erfolg. Weder vor Ort noch in Internet-Kommentaren habe ich gegenteilige Stimmen vernommen. Ich habe nur einen Kritikpunkt, den ich vorweg nennen möchte: Die Kennzeichnung der Mannschaften und Spieler war unzureichend. Normalerweise stehen auf den Spieltischen weithin sichtbare Namensschilder. Offenbar aus Platzmangel hingen sie diesmal an den Tischrändern, wo sie weder gut sichtbar noch eindeutig zuzuordnen waren. Erschwerend kam hinzu, dass viele Spielerinnen und Spieler ihre Partienotationen darauf ablegten. Wer die Bundesligaspieler nicht persönlich oder aus der Presse kannte, wusste somit nicht, wer dort spielte.

Berlin-05Das Maritim-Hotel am Tiergarten ist ein gigantischer „Kasten“, der vorzüglich für solche Veranstaltungen geeignet ist. Mehrere Säle und Seminarräume stehen zur Verfügung. Bei 505 Hotelzimmern gehören weite Wege indes dazu. Mein Zimmer Berlin-10befand sich im 3. OG rund 150 Schritte vom Aufzug entfernt. Unterwegs musste ich dreimal links und dreimal rechts abbiegen. Die spektakuläre Aussicht entschädigte mich für den langen Fußmarsch. Im Hintergrund ist das Sony-Center am Potsdamer Platz zu sehen.

Was die sportlichen Ergebnisse angeht, verweise ich auf die einschlägigen Fachorgane. Empfehlen möchte ich vor allem die Interviews, die ChessBase geführt hat. Beim Besuch auf deren Webseite solltet ihr euch Zeit nehmen. – Bei den Männern ist der überlegene Sieg der OSG Baden-Baden beeindruckend. Ich hatte das Vergnügen, dem 1. Vorsitzenden Patrick Bittner als einer der Ersten zu gratulieren. Die Mannschaftsmeisterschaft war bekanntlich nach dem Sieg der Baden-Badener gegen das Team von Speyer-Schwegenheim am Samstag perfekt. Patrick Bittner hatte ich beim 1. Reefschläger-Gedächtnisturnier im November vergangenen Jahres kennen und schätzen gelernt. Als er am Sonntag an der Rezeption eincheckte, begegneten wir uns zufällig. Er sagte mir stolz, dass im Prestigekampf gegen den Vorjahresmeister Solingen auch noch Fabiano Caruana und Maxime Vachier-Lagrave eingesetzt würden. Levon Aronian und Vihsy Anand rutschten gegen Solingen somit an die Bretter drei und vier. Welch ein Luxus!

Mit 1,5 : 6,5 bezogen die Solinger eine Klatsche. Die entscheidenden Phasen der Partien an Brett 1 Rapport (SG Solingen) gegen Caruana (OSG Baden-Baden) und an Brett 3 Predojevic (SG Solingen) gegen Aronian Berlin-30(OSG Baden-Baden) verfolgte ich im Analyseraum. GM Klaus Bischoff war als Kommentator wieder in seinem Element. Ich kenne keinen, der das unterhaltsamer macht. Dabei bezieht er immer wieder seine Zuschauer in das Geschehen ein. Als einer von denen vorschlug, Rapport möge gegen Caruana einen Turm opfern, entgegnete Klaus Bischoff trocken: „Warum nicht? Es ist ja nicht unser Turm.“ Wer die beiden Partien noch nicht gesehen hat, sollte sie unbedingt nachspielen. Es ist Kampfschach pur.

Bei den Damen wurde die OSG Baden-Baden vom SK Schwäbisch-Hall auf den zweiten Platz verwiesen. Lobenswert ist der 8. Platz der Bundesligadamen aus Lehrte. Mit drei Siegen in den letzten drei Begegnungen sicherten sie sich den Klassenerhalt. – Wieso zieht es die Damen eigentlich in die unscheinbare Kleinstadt namens Lehrte und nicht in die einen Katzensprung (17 km) entfernte Landeshauptstadt namens Hannover? Diese Frage lasse ich für heute im Raum stehen…

Im Anschluss gibt’s wie gewohnt ein paar Schnappschüsse von den Akteurinnen und Akteuren. Die meisten davon werdet ihr kennen.

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