Ist die Bundesliga am Ende?

Die Titelstory ist 39 Jahre alt. Sie bezog sich auf die Fußballbundesliga.

Heute müssen wir die Frage noch einmal stellen. Aber im Plural: Sind die Bundesligen am Ende? Auch die Schachbundesliga? Wer weiß!? Zuversicht sieht anders aus. Der Pleitegeier kreist und nimmt keine Rücksicht auf Profisportler und Boutique-Besitzerinnen. Er wird sich so viele krallen wie nie zuvor. Ausgenommen sind Klopapierfabrikanten. Wir befinden uns am Anfang einer verrückten Zeit und müssen uns davor hüten, selbst verrückt zu werden.

Vor wenigen Wochen haben sich Regierungspolitiker noch verächtlich über Oppositionsparteien geäußert. Sie seien Verbotsparteien. Nun sprechen dieselben Politiker drastische Verbote aus, weil sie den Ernst der Lage erkannt haben. Damit soll die kurzfristige Gefahr gebannt werden. Die mittel- und langfristigen Gefahren der Menschheit sind weitaus schlimmer. Hoffentlich findet im Anschluss an die Corona-Krise ein Umdenken statt.

Dass nicht alles so bleibt, wie es einmal war, zeigt ein Vergleich der STERN-Ausgaben. Die Siebziger- und Achtzigerjahre waren die fetten Jahre. Der STERN Nr. 16 vom 9. April 1981 hatte Übergewicht: 700 g. Die Fettpolster sind mangels Werbeanzeigen verschwunden. Die heutigen Ausgaben bringen es auf knapp 200 g. Die Auflage ist von 1,5 Mio. auf ein Drittel geschrumpft.

Der Vergleich der Werbung macht den Existenzkampf auf dem Zeitschriftenmarkt deutlich. In der Ausgabe von 1981 gab es 22 Doppelseiten mit Werbung und 83 ganzseitige Anzeigen; d.h. 127 der 322 Seiten waren der Werbung vorbehalten. Heute umfasst die gesamte Ausgabe lediglich 122 Seiten in kleinerem Format, von denen nur wenige durch Werbeanzeigen fremdfinanziert sind.

Ich trinke Jägermeister, weil ich ein Lachverständiger bin

Die Werbesprüche aus Wolfenbüttel hatten Kultcharakter. Heute weiß jeder engagierte Schachfreund, dass Wolfenbüttel die Heimat von Deutschlands Schachverständigen Nr. 1 ist. Dank seiner Tatkraft müssen wir uns die Schachszene nicht schöntrinken.

Schön ist das Stichwort. Den STERN aus dem Jahr 1981 habe ich nur aufgehoben, weil sich darin eine wunderschöne Schachpartie befindet, die ich gegen Norbert Henze anlässlich des Hannover-Cups für Vereinsmannschaften gespielt hatte. Nach der Partie verschwand Norbert aus Hannover. Heute unterrichtet er als Prof. Dr. der Mathematik (Stochastik) in Karlsruhe. Ob es Meister Zufall oder Meister Google war, weiß ich nicht, aber ich war hocherfreut, dass er sich 33 Jahre später in unserem Blog gemeldet hat. Die Älteren unter euch werden sich erinnern. Guckt ihr: Ich bin drin (7).

Rosenmontagsumzug 2020 in Mainz

2 Gedanken zu „Ist die Bundesliga am Ende?“

  1. Bundesligen, ade!

    Der Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit hält die Wiederaufnahme von Profifußball in diesem Jahr für unwahrscheinlich. Für die meisten anderen Sportarten dürfte das auch gelten. Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat Zusammenkünfte in Vereinen aller Art bis zum 15. Juni 2020 untersagt. Was das für den Schachbetrieb heißt, kann sich jeder ausmalen. – Zur Aufmunterung habe ich meine muntere Partie aus dem Jahr 1981 zum Nachspielen oben angefügt.

  2. Very amused

    Der Pleitegeier auf dem STERN-Cover ist dermaßen furchteinflößend, dass ich euch zum Ausgleich etwas Lustiges präsentieren möchte. Schließlich sollen wir in Krisenzeiten unseren Humor nicht verlieren. Bei meinem heutigen Besuch auf dem Lindener Wochenmarkt hatte meine Bäckereifachverkäuferin ein Sonderangebot parat: Beim Kauf eines Gersterbrots gab’s eine Rolle Klopapier gratis. Das ist kein Scherz. – Vom Klopapier zum nackten Hintern ist es nur eine Handbewegung. Die kann auch anders ausfallen, vor allem wenn man Queen Lisbeth heißt und not amused ist. Guckt ihr oben. Am Wagen war ein Schild mit folgender Aufschrift befestigt:

    Er blödelt durch die Politik,
    der Hofnarr mit der blond‘ Perrick!
    Es ist gar schrecklich anzuschau’n:
    Queen Lisbeth mit ihr’m Horrorclown.

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