Die Unberechenbaren

Das könnte auch der Titel eines Italo-Westerns sein: „Die Unberechenbaren“. So ähnlich wie „Die Unbeugsamen“. Oder treffender: „Die Unabsteigbaren“. Obwohl meine Word-Korrekturfunktion „unabsteigbar“ als Schreibfehler deklariert, könnte dieses Adjektiv auf die Schachfreunde-Zweite zutreffen, die überraschenderweise 5-3 gegen die Schachtiger aus Langenhagen gewonnen hat (Freunde einer blumigeren Ausdrucksweise können sich auch denken, die Tiger seien gezähmt oder weggebissen worden).

Na, ja, unberechenbar sind wir in dieser Saison tatsächlich – Gerhard nannte es in seinem vorletzten Beitrag eine Achterbahnfahrt. Diesen konsequenten Schlingerkurs haben wir nun fortgesetzt: Auf zwei desaströse Niederlagen haben wir jeweils einen überzeugenden Sieg folgen lassen. Das hängt nicht nur mit unseren Aufstellungen bzw. Ausfällen zusammen. Manchmal läuft es halt und anderentags eben nicht…

Wer Lust hat, kann nun die DWZ-Punkte ausrechnen, die wir im Schnitt hinter unseren Gegnern zurück waren, ich habe jedenfalls keine Lust dazu, aber holla(!), ich sage euch, das war ganz ordentlich. Zum Beispiel der Kollege Bergmeier mit 1923, der dem Schachtiger Lehmann trotz dessen 2138 keine echte Chance gelassen hat. Oder der andere von uns, dessen Namen ich aus Schicklichkeit hier nicht nenne, weil der nämlich bis zum Morgengrauen gesoffen hat – und dann trotzdem wie selbstverständlich den vollen Punkt holte. Am Ende durfte ich noch Zeuge werden, wie Kollege Kwiotek sein Bauernendspiel beinahe blitzend zum Sieg vollendete (mein Gott, Willi, ich hätte stattdessen ängstlich immer wieder die Tempi abgezählt). Wie ich eingangs schon erwähnte: unberechenbar und unabsteigbar. Hoffentlich.

4 Gedanken zu „Die Unberechenbaren“

  1. Liebe Kinder, der Onkel hat gerade davon gesprochen, dass ein Sieger unserer Mannschaft bis zum Morgengrauen gesoffen hatte. Bitte nicht nachahmen! Man kann auch nüchtern verlieren, wenn man auf der falschen Seite sitzt. – Wir Schachfreunde Hannover sind eine Achterbahn fahrende Wundertüte. In der Verbandsliga geht die Schussfahrt weiter nach oben. Turm 3 ist in Sicht. Lister überlisten liegt uns in den Genen. – Den Tigern aus Langenhagen möchte ich trotzdem Trost spenden. Ihr seid eine sympathische Mannschaft.

    1. Das mit der „sympathischen Mannschaft“ kann ich unbedingt unterschreiben. Mein Gegner hatte in leicht bedenklicher Stellung mein Remisangebot abgelehnt – und dann zur Strafe recht zügig verloren. An seiner Stelle hätte ich meinen Ärger über die unglückliche Abfolge der Ereignisse nur mühsamst unterdrücken können. Aber Schachfreund Backhaus hat mit einem freundlichen Lächeln meine Hand geschüttelt, sogar meine Gewinnführung gelobt, ohne den Hauch einer Beschwerde. Das fand ich ziemlich tapfer.

  2. Hallo,
    und das Schlimme ist: Das Ergebnis geht auch völlig in Ordnung, zumindest nach dem, was ich so gesehen habe. Ich mußte ja an meiner Null arbeiten. Glückwunsch.
    Frohe Weihnachten alle miteinander.

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