Oktoberbilanz

Wir können uns nicht beklagen. Der Oktober war voll cool, obwohl er zu warm war. Er begann mit dem Wahnsinn und endet mit dem Wahnsinn. Heute wird hier und da bekanntlich das über den Großen Teich geschwappte Horrorfest namens „Halloween“ gefeiert. Das ist nichts für Schachspieler. Wir gruseln uns schon oft genug. Jede Verlustpartie ist ein Beleg dafür. Da halten wir es eher mit Margot Käßmann. Die freut sich auf den 500. Jahrestag der Reformation, der heute begangen wird. Luther sei kein makelloser Held gewesen, weiß sie gestern in der HAZ zu berichten. Man kann es auch anders ausdrücken: Martin Luther war ein richtiger Stinkstiefel. Womit wir bei uns Schachspielern sind. Anscheinend neigen einige zu rüpelhaftem Benehmen. So verstehe ich jedenfalls Fritz Oberts Ausschreibung zum 1. Regions-Dähnepokal 2014/2015:

„Verhalten am Brett und im Spiellokal:
Wer durch unangemessenes Verhalten, insbesondere in Folge von Alkohol- und Drogengenuss den Spielbetrieb stört, kann mit Partieverlust, Verweis aus dem Spiellokal bis zum Turnierausschluss belegt werden.“

Im Klartext: Seid friedlich, wenn ihr besoffen und bekifft Schach spielt!

Ganz nüchtern möchte ich hiermit Fritz‘ Bitte nachkommen, die Ausschreibung am „Schwarzen Brett“ unseres Schachvereins zu veröffentlichen. Schwarze Bretter und Schwarze Kanäle sind indes out. Deshalb mache ich das mit diesem Link:

http://schachbezirk-hannover.de/

Los geht’s am 5. November um 18:00 Uhr bei Kargah. Das ist dort, wo das Leine-Open stattfindet.

„Was bewegt Schachspieler an so einer Meisterschaft teilzunehmen? Das Faszinierende beim Spiel der Könige ist, dass es dort weder Würfel, Karten noch Glück gibt: es ist eine Mischung aus Reaktion und Gegenreaktion.“

Das ist ein Original-Auszug aus der Pressemitteilung des Schachbezirks I zur BEM in Lehrte. Keine Würfel, keine Karten, kein Glück. Und wenn dann noch Pech dazukommt… Ihr wisst schon. Torben Schulze (Hannover 96) hat Reaktion und Gegenreaktion am besten gemischt. Er wurde Bezirksmeister aller Klassen. Herzlichen Glückwunsch! Seitdem er regelmäßig unser Blog liest, wird er immer stärker. – Mitglieder unseres Vereins haben sich wacker geschlagen. Die Ergebnisse könnt ihr auf der Webseite des Schachbezirks Hannover nachlesen. Es wäre schön, wenn der eine oder andere an dieser Stelle von seinen Erlebnissen berichten würde.

So viel zu den Einzelschicksalen. Einmal mussten unsere 4 Mannschaften im Oktober ran. Bis auf die Zweite konnten alle gewinnen. Das ist eine Ausbeute, die Mut macht. Die Gewinner wissen, warum sie sich den Sonntag um die Ohren schlagen. Die anderen stellen sich berechtigterweise die Sinnfrage. In der besagten Pressemitteilung erfahren wir, dass nicht der Weg das Ziel ist, sondern: „Das pragmatische Ziel bleibt freilich, den Monarchen des Gegenspielers schachmatt zu setzen.“

Noch Fragen? Eine pragmatische Antwort gibt es von Arthur Schopenhauer:

Hindernisse überwinden ist der Vollgenuss des Daseins.

Derart gewappnet können wir uns auf einen harten Winter einstellen. Merke folgende Bauernregel:

Will's Laub nicht von den Bäumen weichen, ist dies ein hartes Winterzeichen
Will’s Laub nicht von den Bäumen weichen, ist dies ein hartes Winterzeichen

2 Gedanken zu „Oktoberbilanz“

  1. Ihme und Leine kann ich nicht auseinanderhalten, deshalb ist Michaels Hinweis wichtig. Nicht, dass ihr morgen Abend vorm falschen Spiellokal steht. – Kaum ist der Oktober vorbei, sorgt der junge November für neue Höhepunkte. In Geilenkirchen kletterte das Thermometer am 1. November auf sommerliche 24,1 Grad. Gestern am Weltmännertag gab es drei Geburtstage zu feiern, einen von einem befreundeten Ex-Radprofi und zwei von Ex-Schachfreunden, die am selben Tag geboren wurden, im selben Schachverein landeten und den gleichen Beruf ausüben, obwohl sie sich gar nicht ähnlich sind. Passend zum Weltmännertag feierte währenddessen ein Doppelpack anderer Art seinen 100. Geburtstag: der Büstenhalter. Die entsprechende Huldigung müsst ihr euch unbedingt auf Schwyzerdütsch anhören:
    http://www.srf.ch/radio-srf-3/aktuell/trotz-hohem-alter-gut-in-form-100-jahre-buestenhalter

    Heute unternahm Udo Harms mit seinem HAZ-Kommentar den ehrenwerten Versuch, die Welt mit einer Schachspielerweisheit ein bisschen friedfertiger zu machen: „Die Drohung ist stärker als die Ausführung eines Zuges!“ Eigentlich steht hinter Ausführung ein Punkt, aber vermutlich reizte Udo die Doppeldeutigkeit des Wortes „Zug“. Es geht nämlich um den x-ten Lokführerstreik. Inzwischen wissen wir, dass die Ausführung obsiegt hat: Ab morgen stehen die Züge für vier Tage still.

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