SFH 4 gegen SD Isernhagen 2: Ein Sieg mit Haken und Ösen

Habe den Blog erst vor kurzem entdeckt – eine gute Idee! Da will ich doch gleich mal was beitragen, wenn ich schon nach ziemlich genau zwei Jahren wieder meine erste lange Partie gespielt habe.
Nominell klar besser, personell mit sieben Leuten in Unterzahl, traten wir gegen die Drachen aus dem Norden Hannovers an. Da der Spielort kurzfristig verlegt worden war, konnten wir leider nicht mehr richtig umdisponieren. Immerhin gelang es, alle anderen Spieler (einen direkt vor Spielbeginn) noch zu erreichen. Nachdem auch Mischas Partie bald verloren ging, mussten wir einen ordentlichen Rückstand aufholen, der noch etwas größer wurde, als auch noch Joachim verlor und Marc remisierte. 3,5 zu 0,5 – das fing gut an und zeigte einmal mehr, dass auf die schönen alten DWZ-Zahlen nicht wirklich Verlaß ist. Man neigt ja nicht zuletzt in den unteren Klassen (und dann gar erst in der Kreisklasse) dazu, ein wenig zahlenhörig zu sein. Aber das ist alles Unsinn, denke ich mit zunehmendem Alter (und sinkender Spielstärke). Jedenfals war der Favorit aus Linden also auf der Verliererstraße, die Drachen waren dabei, ihrem aus zahlreichen Märchen bekannten schlechtem Ruf gerecht zu werden. Ich erwähne das nur, weil hier ja viel von Klabautermännern und Feen usw. die Rede ist, passt also irgendwie.
Am Sonntag sah es so aus, dass Eduard und ich besser standen, Philipp zunächst nur optisch – und Heiko? Er saß neben mir, seine Uhr in meiner Blickrichtung. Als die 16.50 anzeigte, er aber erst zehn oder zwölf Züge notiert hatte, war ich überzeugt, dass er vergessen hatte, dass die erste Zeitkontrolle um 17.00 ist. Um 16.55 gab ich die Partie verloren, obwohl Weiß eigentlich ganz gut stand. Dann entdeckte ich immerhin, dass Heiko gar nicht mehr mitschrieb, sondern nur noch strichelte, der Ernst der Lage war ihm also bewusst. Und was soll man sagen: Heiko übertölpelte den Gegner mit aggressiven Mattangriffen, die letztlich den König auch zur Strecke brachten – zusammen mit einigen meiner Nerven. Wie sagt Mel Gibson (oder wars Danny Glover?) so oft in Lethal Weapon: „Ich bin zu alt für diesen Scheiß.“
Heiko gewann, Eduard und ich auch – so blieb nur noch Philipp. Und er spielte eine sehr gute Partie, soweit ich das verfolgen konnte, mit einem großartigen Mattangriff, der immerhin die Dame für zwei Türme brachte. Locker sammelte er noch ein paar Mehrbauern ein und brachte die Partie sauber nach Hause. Es ist schön, mal junge Talente in Aktion zu sehen – das gab es viele Jahre nicht bei den Schachfreunden. Dieter Jakob (und noch andere?) macht offensichtlich einen super Job in der Jugendarbeit. Das wissen sicher schon alle – aber man kann es nicht oft genug sagen. Mit Philipps Matchpoint hatten wir knapp gewonnen. Vielleicht ist doch was dran an dem DWZ-Zahlenmythos.

2 Gedanken zu „SFH 4 gegen SD Isernhagen 2: Ein Sieg mit Haken und Ösen“

  1. Die Klimaerwärmung hat doch etwas Gutes. Anfang September musste ich konstatieren, dass unser Blog ein zartes Pflänzchen ist, das sich durch kilometerdicken Permafrost seinen Weg gebahnt hat. Nun sprießt es, soweit die DWZ reicht. Besonders erfreut bin ich über Udos Erscheinen. Mir wird warm ums Herz, weil sofort die Erinnerungen an den legendären Sonnenkönig aufkommen. Ich habe sämtliche Exemplare aufbewahrt. Udo und Olaf waren die Protagonisten dieser einzigartigen Schachzeitung. Die Zeiten haben sich geändert. Übers Internet können wir uns nun alle interaktiv austauschen. Mögen die Beiträge und Kommentare sprudeln. Unser Besucherzähler, den Tom am Wochenende installiert hat, macht das Interesse sichtbar. Wenn das so weitergeht, haben wir das Ende der vierstelligen Zahl bald erreicht.

  2. Ach Du warst der Leser! 😉
    Für Spielberichte ist dieser Blog natürlich viel, viel besser! Da muss man nicht zum Teil Monate darauf warten, zu lesen, wie doof man schon wieder verloren hat…. Aber super wäre natürlich, wenn aus jeder Mannschaft einer was schreiben würde. Vielleicht können die MFs jemanden ausgucken, der das machen könnte? Sie müssen ja nicht alles selbst machen.

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