Sogenanntes Schach im Film (1)

Wer als Schachspieler auch gerne Filme sieht, ist Leid gewohnt. Ich kann inzwischen nicht mehr anders, als genau hinzusehen, wenn in Filmen (aber auch in der Werbung) Schachspiele oder auch nur Stellungen gezeigt werden. Und es ist wirklich erschreckend, wie oft man da unmögliche Positionen oder sonstigen Blödsinn serviert bekommt. Das hab ich bestimmt schon mal irgendwo erwähnt, vielleicht im Sonnenkönig, aber möglicherweise interessiert es den einen oder anderen, deshalb hab ich mir gedacht, ich poste hier ab und an mal was zu diesem schmerzhaften Thema.

Fall 1: Von Barbara Henrichs gibt es das nette Buch Die Schachspielerin (dazu gibt es auf der SFH-Page auch eine Kritik). Die Verfilmung ist gut besetzt, neben der wunderbaren Sandrine Bonnaire arbeitet sich auch der alte Fahrensmann Kevin Kline ganz ordentlich durch seine Szenen als Schachmeister aus früheren Tagen. Doch obwohl das Schach in diesem Film natürlich eine herausragende Rolle spielt, gibt es mindestens einen hanebüchenen Fehler: So ist an einer Stelle von einem Feld “j4” die Rede. Die Frage ist: Liegt es am Drehbuch, hat die Regisseurin gepennt – oder ist der Fauxpas bei der Synchronisierung passiert?

 

8 Gedanken zu „Sogenanntes Schach im Film (1)“

  1. Hallo Udo,
    auch Wikipedia hat dieses Missgeschick bereits entdeckt:
    „In der (deutschen Synchronisation der) Szene kurz vor Schluss, in der Hélène mit Dr. Kröger Blindschach spielt, führt Kröger den unmöglichen Zug „Läufer j4“ aus (die algebraische Schachnotation kennt nur die Buchstaben a bis h). In der französischen Originalversion führt Kröger den Zug „Läufer g4“ durch, was aber falsch übersetzt wurde, weil sich im Französischen „g“ und „j“ sehr ähnlich anhören.“

    Die (1) im Titel lässt auf mehr Beiträge hoffen, vielleicht sollte ich auch mal wieder ein paar Sonnenkönige aus alten Zeiten veröffentlichen?!

  2. Hi Thomas,
    sollte ich das tatsächlich schon mal im Sonnenkönig erwähnt haben, so bin ich sehr beeindruckt, dass du das noch weißt!! Ich bin mir da nicht sicher, obwohl ich es doch am besten wissen müsste….;-)
    Aber ja, es kommen noch weitere Hinweise – und falls sonst jemandem was aufgefallen ist, immer her damit!
    Und danke für den Hinweis auf Wiki, es beruhigt mich ungemein, dass es doch wohl nicht an den Filmemachern lag….

  3. „Bitte bearbeite ihn so, dass er kein Copyright verletzt oder er wird gelöscht“
    Zum Bearbeiten hatte ich aber keine Lust, da hab ich ihn selber gelöscht – Carl Barks ist schuld!

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