Schach vor 50 Jahren – von Gerhard Völpel

Anm. der Redaktion: Am vergangenen Wochenende meldete sich unser Ehrenmitglied Gerhard Völpel (Jahrgang 1933) bei mir und richtete seine besten Wünsche zum Vereinsjubiläum aus. Er schrieb einen Artikel zum Schach vor 50 Jahren, der hier nun nachfolgend unverändert erscheint.

Schach vor 50 Jahren

in der Schachvereinigung Hannover (SVH)

Vor 50 Jahren gab es die SF. Hannover noch nicht. Die nun schon seit Jahren unter diesem Namen fusionierten Vereine Sf. Badenstedt und Schachvereinigung Hannover waren noch selbständig.

Vor 50 Jahren gab es noch keine Schach-Bundesliga, Tigran Petrosjan war Weltmeister, der 25jährige Bobby Fischer verbreitete Furcht und Schrecken, und die Zahl der deutschen Großmeister konnte man an den Fingern einer Hand abzählen.

Niemand besaß einen Computer, es gab jedoch das Gerücht, daß der Exweltmeister Botwinnik an einem Schachcomputerprogramm arbeite. Daß uns jemals ein Computer schlagen könnte, erschien uns völlig unmöglich.

Das Ziel der SVH. war es, in die damals höchste Klasse, die „Spielgemeinschaft Nord“, aufzusteigen. So kam es im August 1965 in Neumünster zu einem denkwürdigen Aufstiegsstichkampf zwischen dem dortigen Schachverein und der Mannschaft der SVH. Um nicht nach den Strapazen einer langen Anfahrt antreten zu müssen, war man schon am Tag vorher am Spielort eingetroffen, wo. man nun am Abend vor dem Kampf noch ein Weile gemütlich beisammen saß. Die sehr Pflichtbewußten verabschiedeten sich gegen 22.00 Uhr aus der Runde, während einige, ungeachtet der zu erwartenden schweren Partie, leichtsinnig noch bis Mitternacht beim Bier ausharrten. Am anderen Tag ging das wichtige Aufstiegsspiel denn auch mit 3 : 5 verloren. Die früh zu Bett gegangen waren, gaben die Punkte ab. Im Jahr darauf gelang jedoch der Aufstieg.

Die „Spielgemeinschaft Nord“ war vor 50 Jahren eine relativ neue Organisation, in der die 9 stärksten Mannschaften aus Schleswig Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen zusammengefaßt waren. Sie war durch die Initiative des Schachklubs Hannover (HSK) entstanden, der weit vorausschauend erkannte, daß es eine Konzentration des Spitzenschachs geben müsse. Später entwickelte sich aus dieser Idee die heutige Bundesliga.

In der Spielzeit 1967/68 gehörten folgende Mannschaften dieser Spielgemeinschaft Nord an  SG. Kiel,  SV Lübeck,  SG. Hamburg,  Concordia (Palamedes) Hamburg, SK. Hamburg; SK. Bremen–Ost, SG. Neumünster  SK. Hannover,  SV Hannover

In dieser Spielklasse dominierte meist unser Nachbar, der SK. Hannover, während die SVH meist gegen den Abstieg kämpfte, leider oft erfolglos.

In der Saison 67/68 jedoch erreichte die Mannschaft nach 3 Siegen (5:3 gegen Concordia Hamburg, 4,5:3,5 gegen Neumünster und Kiel) und einem Unentschieden (gegen SK. Hamburg) mit 7:9 Punkten sogar den 6. Platz.

Mit 14:2 Punkten wurde der HSK norddeutscher Mannschaftsmeister und spielte anschließend in einer Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Zudem ergab sich in dieser Saison vor 50 Jahren sogar das Vergnügen, den für Kiel am 1. Brett spielenden weltbekannten, aber schon 72-jährigen Großmeister Fritz Sämisch im Punktspiel gegen die Schachvereinigung antreten und verlieren zu sehen. Ein Jahr später aber reichten erzielte 6 Punkte nur zum vorletzten  Platz,  der  den  Abstieg  mit 6 : 10 Punkten bedeutete.

Mit folgenden Mannschaftsaufstellungen wurden in diesen Jahren die Punktspiele bestritten:

1966/67:  1.Sachmann,  2. Völpel,  3. Spanier,  4. H. Brodhuhn,  5. Michel, 6. Bantleon, 7. Hincke, 8. J. Juhnke,  9. A. Friedrich,  10. Gigas

1967/68:  1. Völpel,  2. J. Juhnke,  3. H. Brodhuhn,  4. Spanier,  5. Bantleon, 6. Michel, 7. Sachmann, 8. K. Juhnke,  9. Hincke,  10. A. Friedrich

1968/69:  1. J. Juhnke,  2. Völpel,  3. Rosin,  4. Sachmann,  5. Spanier,  6. K. Juhnke, 7. Bantleon,  8. Michel,  9. H. Brodhuhn,  10. Hincke

Aufstellungsprobleme gab es damals kaum. Fast immer stand die komplette Mannschaft zum Punktspiel bereit.

Nicht einfach war es außerdem in dieser Zeit, die weiten Fahrten zu den Auswärts-spielen (z. B. nach Kiel, Lübeck, Neumünster, Hamburg) zu organisieren. Der Besitz eines Fahrzeugs war damals noch lange keine Selbstverständlichkeit, und es war nicht leicht, 2 PKWs für die Auswärtsspiele zu finden. Oft half dabei der gute Geist der SVH, der Kassenführer Erwin Unverhau. Der übergab einem der Mannschaft am Spielabend vorher seinen Autoschlüssel, gab den Standort seines Wagens an, und am Sonntagmorgen trafen sich dort vier Spieler und fuhren damit los. Abends stand das Fahrzeug. wieder an der alten Stelle. Die Benzinkosten betrachtete der Besitzer als seine  Privatangelegenheit.

Unvergessen bleiben auch die Einladungen, die Erwin U. bei Heimspielen durch den SVH-Mannschaftsführer an die jeweilige Gästemannschaft richten ließ. Auf seine Kosten gab es in unserem Heimspiellokal (1967/68 Gaststätte „Entenfang“ am Entenfangweg) für alle Beteiligten (Betreuer eingeschlossen) eine deftige Schlachteplatte  als  Belohnung  oder  Trost.

Allerdings durfte nicht bekannt werden, wer diese bezahlte. Die Vereinskasse hatte jedenfalls damit nichts zu tun.

Anzumerken ist jedoch, daß damals, vor fünf Jahrzehnten, das Niveau der Partien in allen Klassen etwas niedriger war  als  heute.  In  den  folgenden  Jahren  bewirkten u. a. die zahlreichen Werke spezieller Schachliteratur, immer stärker werdende Computerprogramme, das reiche Angebot an Turnieren aller Art sowie der Zuzug ausländischer Großmeister einen rasanten und erfreulichen Anstieg der Spielstärke auf allen Ebenen.

Was jedoch bis heute konstant bleibt, sind schöne Erinnerungen an sehr interessante schachliche Erlebnisse – nicht nur zu den Mannschaftskämpfen –  im Vereinsleben der Schachvereinigung Hannover

Mai 2019

Gerhard Völpel

Spielgemeinschaft mit Ricklingen!

Wir ihr vielleicht schon wisst, sind die Schachfreunde sind mit dem SK Ricklingen für die kommende Saison eine Spielgemeinschaft eingegangen.

Das gibt Spielern beider Vereine die Möglichkeit Ihrer Spielstärke gemäß eingesetzt zu werden. Also, meldet Euch bitte bei Ulrich oder mir wenn ihr (wieder) Lust habt für die Spielgemeinschaft aus SFH und SKR zu spielen!

Für Spieler des SK Ricklingen, die uns in der Oberliga verstärken möchten haben wir eine besondere Regelung gefunden. Da diese Spieler bei uns eintreten müssen, auf Ebene des DSB gibt es keine Spielgemeinschaften, sind sie bei uns beitragsfrei.

Bis Mitte Juni werde wir Gewissheit haben, mit wie vielen Mannschaften wir in welchen Ligen an den Start gehen werden.

Ich freue mich, von Euch zu hören!

70 Jahre feiste Fehler

Nein, das ist kein neues Buch von Robert Hübner, das soll ein kleiner Rückblick sein. Unser  Jubilär Gerhard feierte am gestrigen Sonntag seinen 70. Geburtstag!

Da Gerhard selbst immer für eine Spitze gut ist, habe ich diese Überschrift für einen Rückblick auf die letzten 6 Jahre hier im Blog gewählt. Was bietet sich an, aus den bisher 196 veröffentlichen Artikeln ein kleines Best Of zusammen zu stellen? Die frühen Jahre seines Schaffens sind in Olafs Beitrag nachzulesen.

Platz 1

Für mich ist der klare Platz 1 die Untersuchung und Prämierung der besten Webseiten der niedersächsischen Schachvereine.

https://www.schachfreunde-hannover.de/die-besten-webseiten-niedersaechsischer-schachklubs/

Platz 2

Der Artikel über Helmut Reefschläger findet nach seinem Tod auch überregional Aufmerksamkeit.

https://www.schachfreunde-hannover.de/helmut-reefschlaeger/

Platz 3

Die verkrusteten Strukturen im Schach und die nötigen Veränderungen sind öfter Thema bei Gerhard.

https://www.schachfreunde-hannover.de/ist-das-schach-oder-kann-das-weg/

Platz 4

Der Blick in seinen „Kiez“, tief verwurzelt in Linden, der Blick auf ein Straßenfest inclusive OB.

https://www.schachfreunde-hannover.de/die-strasse-lebt/

Platz 5

Auch an Satzungen und Turnierordnungen hat er seine Freude, der Artikel zum 01. April wurde vielleicht sogar manchenortens ernst genommen!

https://www.schachfreunde-hannover.de/die-spielberechtigung-wird-vereinfacht/

Das waren für mich die Höhenpunkte aus den vergangenen Jahren, der Artikel mit den meisten Kommentaren findet Ihr nochmal hier am Ende.

https://www.schachfreunde-hannover.de/dann-geht-doch-zur-wahl/

More to come?

Yes! Look at this (Ergänzung von Gerhard):

Ohne Worte
Finale des Radklassikers Eschborn-Frankfurt am 1. Mai 2019

 

 

Strohfeuer verflogen

Im letzten Heimkampf dieser Saison traf die Erste auf die Vertretung des SV Hellern. Während wir mit der Stamm-Acht aufliefen musste der SV Hellern mit 2 Ersatzspielern antreten. Der ELO-Vergleich zeigte einen leichten Vorteil für die Gäste. Doch „ELO-Zahlen spielen…„, ok, anderer Verein, ich hoffe ich verletzte keine Urheberrechte. Gruß nach Hameln.

Die erste Entscheidung fiel an Brett 5, Andreas stand im Altinder hinten drin, hat jedoch deutlichen Zeitvorteil. Bis zum 34. Zug war alles gut, dann der Fehler. Kurz danach war die Partie dabei.

0 – 1

An Brett 1 kämpfte Dennie gegen seinen übermächtigen Gegner. Er konnte mit Schwarz nie ausgleichen, der Druck wurde immer weiter erhöht. Letztendlich der sichere Punkt für Weiss.

0 – 2

Drittes entschiedenes Schwarzbrett: an Brett 7 konnte Thomas zwar bequem ausgleichen, im Mittelspiel fand er jedoch keine guten Plan und bot Remis an.

0,5 – 2,5

Martin konnte im Königsinder mit Weiß nichts herausholen, der schwarzfeldrige Läufer und die Bauern am Damenflügel setzten ihm zu. Irgendwann blieb Material liegen.

0,5 – 3,5

Maltes Gegner an Brett 3, stellt gerade, als er mit Weiß die Initiative übernahm, einen ganzen Turm ein. Malte wickelte dann ab, gab etwas Material zurück, verwertete seinen Vorteil aber sicher.

1,5 – 3,5

Meine Partie an Brett 8 war im Prinzip nie richtig aus dem Gleichgewicht. Mein Gegner konnte sich das Läuferpaar sichern, ich versuchte meine Springer zu aktivieren. Im 40. Zug hatten dann beide Spieler genug und man einigte sich auf Remis.

2,0 – 4,0

Bernd ist der Unglücksrabe der laufenden Saison. Eine Fehleinschätzung beim Übergang ins Endspiel kostete ihm eine Leichtfigur. Nächste Saison wird alles besser!

2,0 – 5,0

Tom spielte wie immer munter nach vorne, opferte einen Bauern für Angriff. Sein Gegner konnte jedoch alle Drohungen abwehren und spielte dann im Endspiel D+T+Bauern gegen D+T+Bauern mit einem Mehrbauern auf Gewinn. Im entstandenen Damenendspiel übersah er dann eine versteckte Idee um den Schachs der weißen Dame zu entgehen. Also Remis durch Dauerschach.

2,5 – 5,5

Zwischenzeitlich erreichte uns dann die Nachricht vom Tostedter Sieg gegen Hannover 96. Wir haben die Klasse gehalten!

Doppel-Quali bei der BBEM

Am heutigen Sonntag fand im Kargah die diesjährige Bezirksblitzeinzelmeisterschaft statt. Mit dabei von den Schachfreunden, Bernd und ich.

18 Teilnehmer hatten den Weg ins Kargah gefunden, Bernd auf Rang 3 der Startliste, danach kam schon ich, allerdings mit deutlichem Abstand von 200 DWZ-Punkten. Turnierleiter Michael Gründer begrüßte die Teilnehmer, dann hieß es zum letzten Mal Start frei mit 5 Minuten Bedenkzeit je Spieler und Partie. Nächstes Jahr wird mit 3min+2sek. gespielt. Schiedsrichter war Matthias Dämmig, der allerdings nur zum Addieren von Minuten auf der Uhr zum Einsatz kam. Sonst ein harmonisches Turnier.

Für uns begann das Turnier in etwa gleich, beide verloren wir gegen Alexander Izrailev and Tobias Vöge, die Topfavoriten des Turniers. Bis zur Pause nach Runde 10 lagen wir beide im Rennen um die drei Qualifikationsplätze. Tobias zeigte, warum er vorberechtigt ist, er gewann bis da hin alle Partien. Nachdem in der Pause die Tücken des Rutschsystems ausgeglichen wurde, konnte ich gegen Julian Essmann gewinnen, gab dann nur noch ein Remis gegen Bernd ab. Fortuna stand mir allerdings in einigen Partien zur Seite. Auch Bernd zog durch, lediglich 2 Remis bis zum Ende.

Das Turnier gewann Tobias mit 17/17, dann kam Alexander mit 16/17, „best of the rest“ waren dann ich und Bernd auf Platz 3 und 4 mit 13/17 bzw. 12,5/17. Wir dürfen beide an der LBEM, irgendwann im September, teilnehmen.

Monatsblitz reloaded

Am kommenden Freitag ist es wieder soweit! Monatsblitz! Wie die Mitglieder bereits wissen, nicht im FZH Linden, sondern im FZH Ricklingen, in Kooperation mit dem SK Ricklingen.

Der SK Ricklingen gestattet uns, zum besseren Kennenlernen, an deren Spielabend teilzunehmen. Nachdem nun an den vergangenen Speed- und Blitzturnieren bereits Jürgen und ich erfolgreich waren, wäre es schön, wenn am kommenden Freitag mehr Schachfreunde zum Blitzen dabei wären. Also, los geht’s um 19.30 Uhr. Weitere Informationen findet Ihr auf des Homepage des SK Ricklingen.

Chancenauswertung verbessern

Unsere Erste spielte am vergangenen Sonntag im LSB-Gebäude am Maschsee gegen den HSK Lister Turm. Parallel konnten wir bei unserer Zweiten und dem SK Ricklingen kiebitzen.

Unser Kampf verlief vom Ergebnis erwartungsgemäß, doch die Partien zeigten, das wir durchaus Chancen hatten den Kampf offen zu gestalten. Diese müssen wir jetzt in den wichtigen Kämpfen nutzen!

Brett 1: Dennie Ackermann – Tobias Vöge 0-1

Tobias hatte (zu) optimistisch die Stellung geöffnet, Dennie hat hier mehrere gute Züge zur Auswahl. 18. Dh5! stellt Schwarz vor Probleme, auch 18. Sxh7 und selbst 18. Sxf5 geben Weiß gutes Spiel. Dennie versucht 18. Sh5 und konnte dann die in Zeitnot die folgenden Verwicklungen nicht mehr meistern.

Brett 2: Frank Buchenau – Bernd Fritze 1-0

Bernd fand in einer langen Theorievariante nicht den richtigen Plan und stand schlechter. Nach 32. … Sxd6 hätte Frank sehenswert gewinnen können.

33. Txa7! und Schwarz wird Matt gesetzt. So konnte Bernd die Niederlage noch etwas herauszögern.

Brett 3: Malte Pawelzik – Christian Polster 0-1

In Maltes Partie hatte Schwarz optimistisch zwei Bauern geopfert, meiner Meinung nach für zu wenig Kompensation. Doch auch Malte fand in Zeitnot nicht die richtigen Lösung.

Anstatt 25. Tf2 gibt es hier mehrere gute Möglichkeiten den Vorteil zu behalten. 25. Lc4, 25. Tg1 oder 25. Sd3 sind die Vorschläge des Rechners.

Brett 4: Martin Hörstmann – Tom Kaimer 1/2 – 1/2

In einem Damenbauernspiel (D02) musste Tom den wichtigen Zug 12. .. Lxc3 finden, danach war die Stellung ausgeglichen. Ein sicheres Remis mit Schwarz.

Brett 5: Andreas Herrmann – Felix Hampel 0-1

Andreas musste früh einen Bauern geben und versuchte dann im Trüben zu fischen.

Nach 17. .. Da6?! zeigt der Engine hier 18.e4! mit Ausgleich. Andreas spielte sofort 18. Lh5 doch Felix konnte alle Drohungen souverän abwehren.

Brett 6: Attila Aba Virag – Martin Ploog 1-0

Martin war recht chancenlos gegen seinen Gegner. Der Engine empfielt 17. ..d5 mit Ausgleich, doch ohne diesen Zug ging es nach und nach bergab.

Brett 7: Thomas Edel – Moritz Gentemann 1/2-1/2

Thomas kam ausgeglichen aus der Eröffnung, erlaubte es dann jedoch Schwarz aktiv zu werden.

Moritz verpasste hier 37. .. Txf3 und Weiß hätte große Schwierigkeiten bekommen. Wenige Züge später waren die Damen getauscht und es wurde Remis vereinbart.

Brett 8: Jens Wolter – Jörg Witthaus 1/2-1/2

Im Duell der Schach-Schiedsrichter war schon früh Feierabend.

Schwarz hat sich schon früh aller Probleme entledigt, Weiß hat den weißfeldrigen Läufer getauscht. Somit auch eine verpasste Chance hier nicht weiterzuspielen.

Insgesamt aber ein verdienter Sieg für den HSK Lister Turm. Beide Teams werden in 2 Wochen wohl einigen Titelträgern gegenüber sitzen. Wir spielen im FZH Linden gegen Tostedt, HSK reist nach Bremen zu Werder 2.

 

Mühsamer Sieg im Kellerderby

Im Kellerderby der Oberliga traf die 1. Mannschaft auf das Schach-Team von Hannover 96. Auch gegen uns hatte 96 (wie die Fußballer) mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen. Von den Top 4 war lediglich V. Ivanov dabei. Doch es wurde ein hartes Stück Arbeit.

Ohne Catering, dafür mit viel 96 Nostalgie im Vereinsheim ging es los. Andreas hatte immer leichten Vorteil, beidseitige Ungenauigkeiten eingeschlossen, am Ende ein gewonnenes Turmendspiel.

1 – 0

Martin und Gegenüber gingen kein unnötiges Risiko ein – die Partie endete im Dauerschach. Bernd leistete sich in völlig ausgeglichener Stellung einen Blackout und verlor Leichtfigur und Bauer.

1,5 – 1,5

Dennie hatte es mit dem nominell stärksten 96er zu tun. Er opferte mutig eine Leichtfigur und hätte hier mit 28. Sc5! Ausgleich gehabt.

Schade. Doch dafür setzte sich Malte souverän durch. Der generische König verblieb in der Mitte und wurde abschließend Matt gesetzt.

2,5 – 2,5

Es verblieben also noch die letzten beiden Bretter und Tom. Alle drei Stellungen war ausgeglichen – insbesonderen an Brett 7 und 8 konnten wir unsere nominelle Überlegenheit nicht zeigen. Zwischendurch sorgten dann die Fußballfrauen von 96 für Stimmung. Nach ihrem 11-0 Sieg in der Fußball-Oberliga gegen F.C. Pfeil Broistedt und dem damit verbundenen Herbstmeistertitel schallte laute Partymusik aus der Kabine in den Turniersaal. Doch unser Schiedsrichter konnte das beim Gespräch mit den Trainern eindämmen.

Thomas und ich setzen uns dann durch Fehler unserer Gegner im Endspiel durch – Tom hatte seine Stellung verschlechtert und verlor letztendlich. So am Ende ein glücklicher Sieg und der Abschied vom Tabellenende.

4,5 – 3,5

Besser mal mitgezählt

Hier eine kniffelige Aufgabe für Experten. FIDE-WM der Frauen, Viertelfinale, Stechen, Schnellschach, Mariya Muzychuk gegen Zhansaya Abdumalik.

Schwarz zieht und hält Remis nach 135. Sg5

Und? Lösung gefunden? Schwarz hat hier aufgegeben.

Der Lösung näher kommt man, wenn man einige Züge zurück schaut, und zwar nach 86. Kxb5:

Immer noch nicht drauf gekommen? Der Trick ist hier natürlich die 50-Züge-Regel. Schwarz spielt 136. .. Tf1 und nach einem beliebigen weißen Zug sollten mindestens 50 Züge geschehen sein, ohne das eine Figur geschlagen oder ein Bauer gezogen wurde.

Da bei einer WM an jedem Brett ein Schiedsrichter steht, hat dieser sicherlich mitgezählt oder eine Notation vorliegen, mit der man einen Nachweis führen kann. Sehr kurios, da Abdumalik die folgende Partie gewann und dadurch eine Runde weiter gekommen wäre.

Karnevalsauftakt im Kargah

Zum Karnevalsauftakt erwartete die erste Mannschaft die Reserve von Werder Bremen im Kargah zur zweiten Runde in der Oberliga. Wir liefen mit der gleichen Aufstellung wie in Runde 1 auf, Werder konnte, da deren Dritte spielfrei war, zwei Spieler aus der Landesliga einsetzen. Trotzdem hatte Werder an allen Bretter deutliche ELO-Vorteile. Die Werderaner, fast alle im grün-weißen Dress zeigten sich bestens vorbereitet. Sie hatten neben der Vorbereitung auf dem Brett auch ein Tablett Brötchen und Obst im Gepäck.

Pünktlich um 11 Uhr ging es los und meiner Meinung nach lief es an vielen Brettern besser als gegen Hameln. Nach 2 Stunden mußte Andreas aufgeben, kleinere Ungenauigkeiten und ein Einschlag auf b5 brachten die Entscheidung zu gunsten von Werder. Auch bei Dennie lief es nicht besser, er wählte einen falschen Plan und ziemlich schnell brach sein Damenflügel zusammen.

0 – 2

Nach über drei Stunden verflachte dann meine Stellung soweit, das mein Gegner nach einigem Überlegen mein Remisangebot annahm. Somit konnte ich das 0-8 abwenden. 😉
Dann wurde es interessant, während der Analyse meiner Partie kamen nach und nach alle Mitspieler in den Analyseraum. Thomas E. hatte gegen das Läuferpaar zu kämpfen, verlor einen Bauern und wollte sich den Rest nicht mehr zeigen lassen.

0,5 – 3,5

Interessant war die Partie von Martin. Hier ballten sich die Leichtfiguren auf der C-Linie.

    Martin (mit Weiß) war zu gefrässig und verlor dann entscheidend Material. Auch bei Malte stand das Brett in Flammen:

Sein Gegner spielte Tg5 und Tg7, Schwarz kam mit der Dame auf die lange  Diagonale und konnte entscheidenden Vorteil erringen, in Zeitnot musste er sich dann mit Dauerschach begnügen.

1,0 – 5.0

Tom’s Königsgambit war sehr ambitioniert, bei der Vielzahl der taktischen Möglichkeiten verlor er viel Zeit und letztendlich den Faden. Hier eine der kritischen Stellungen (Schwarz am Zug):

Auch Bernd mit Weiß fand im Mittelspiel nicht den richtigen Plan.

Hier war 19. e4 der falsche Plan und er landete in einem schlechten Endspiel, welches er fast noch gehalten hätte. An dieser Stelle

42. Kb3 anstatt Kd3 und mein Engine fand keinen Gewinnweg für Weiß. Im Debakel hat Bernd den richtigen Plan erläutert: die weißen Bauern nach e5 und g6 stellen, dann kann Schwarz nicht in ein Bauernendspiel abwickeln. Damit am Ende

1,0 – 7,0 gegen den Aufstiegsfavoriten aus Bremen.