Ausgeschlafen in Wilhemshaven – knapp wars

Am vergangenen Sonntag durfte ich, dank meines dritten Platzes bei der BBEM, an der LBEM teilnehmen. Diese wurde dieses Jahr nach Wilhelmshaven vergeben. Da Wilhelmshaven nicht gerade in der Mitte von Niedersachsen liegt entschloss ich mich, zusammen mit meiner besseren Hälfte, am Vortrag anzureisen. Bei sonnigen 33 Grad konnten wir zumindest den Südstrand mit Marinemuseum etwas näher kennenlernen.

Ausgeruht ging es dann am näcshten Morgen an die Bretter. Neben wir waren bereits einige weitere Spieler am Vortag angereist, so war ich nicht der einzige ausgeruhte Spieler. Pünktlich, nach ein paar kurzen Worten von M. Langer ging es mit 22 Spielern los, 2 Spieler fehlten.

Die ersten Runden liefen gut, wobei ich in Runde 2 gegen T. Elbern einen Königsinder völlig verdarb und glatt auf Verlust stand. Doch eine Mattdrohung und zwei Fehlzüge meines Gegenüber drehten das Blatt. Nach 5 aus 5 gab ich gehen H. Mittelstädt das erste Remis ab. Danach folgt ein Remis gegen Titelverteidiger F. Hampel, aus vermutlich besserer Position bot ich Remis welches Felix dann annahm. Knackpunkt vor der Mittagspause war dann die Niederlage gegen das „Wunderkind“ aus Hameln, Andreas Poschadel. Mit 11 Jahren war er jüngster Teilnehmer. Ich hatte ihm mit Schwarz sauber eine Qualität abgenommen, sein König stand offen, doch dann stellte ich die Qualität zurück ein und seine Freibauern machten das Rennen. Die Partie hat er dann sauber zu Ende gespielt! Nach weiteren Niederlagen gegen A. Izrailev und B. Laubsch gab ich noch dummerweise zwei weitere Remis ab und die Luft wurde dünner, das Ziel des Ausfluges zu erreichen: Platz 8, die Vorberechtigung fürs nächste Jahr. Knackpunkt des Turniers war letztendlich die Niederlage gegen M. Eilert. In einem wilden Handgemenge hat ich ihm einen Turm abgeluchst, dann wurde dummerweise meine Dame von seinem Läufer aufgespiesst. Marius wurde abschließend Dritter, und ist somit für die Norddeutsche Blitzeinzel qualifiziert. Respekt und herzlichen Glückwunsch! Ich scheiterte knapp an Platz 8, punktgleich und nur durch die Zweitwertung, den direkten Vergleich, wurde ich Zehnter. Glückwunsch auch an Felix und Alexander die verdient die Plätze 1 und 2 belegten. Die Ergebnisse können im Einzelnen auf der NSV-Seite nachgelesen werden.

9 Gedanken zu „Ausgeschlafen in Wilhemshaven – knapp wars“

  1. Schlaf oder Nichtschlaf, das ist hier das Erfolgsrezept

    Wer weiß, was für Jörg drin gewesen wäre, wenn er es wie Felix Hampel getan hätte?
    Guckt ihr hier: Verschlafen in Wilhelmshaven oder wie man Landesmeister wird

    Niedersachsens letzter Heimatdichter hat sich darüber seine Gedanken gemacht:

    Ein Schachfreund in Wilhelmshaven
    War tagsüber ausgeschlafen.
    Am Vortag musste er schwitzen.
    Die Abkühlung folgte beim Blitzen.
    Ach, hätte er doch verschlafen!

  2. Beachtlich, dass der erfolgreiche Titelverteidiger ein Dutzend oder mehr seiner gespielten Blitzpartien nach dem Turnier rekapitulieren und ihre Notationen vorführen kann. Die stillose Beendigung der Veranstaltung wirft einmal mehr kein gutes Licht auf den NSV, von dessen Geschäftsführendem Vorstand immerhin zwei Vertreter anwesend waren (Präsident und Schatzmeister).

    1. Ich kann verraten, das sich Felix nach jeder Partie kurz Notizen gemacht hat, sicherlich auch um bestimmte Partien aufzuarbeiten. Zum Ende der Veranstaltung muss ich sagen, das ich zumindest auch ein paar Preise erwartet hätte. Das liegt aber vermutlich bei dem Ausrichter.

      1. Offensichtlich hat Felix Hampel einen großen Anteil daran, dass die Webseite des HSK deutlich an Qualität gewonnen hat. Als ich im vergangenen Jahr die Webseiten der niedersächsischen Schachvereine ausgewertet hatte, reichte es nicht für eine Auszeichnung. Heuer gäbe es von mir einen Silbernen Springer. Anders würde ich die Webseite des Wilhelmshavener SC beurteilen. Auf die Punktzahl, die ich vor einem Jahr vergeben habe, käme ich bei Weitem nicht. Es sieht so aus, als hätte jemand die Luft rausgelassen. Kein Wort von der Landesblitzeinzelmeisterschaft. Weder vorher noch nachher. Auf der Startseite finden wir stattdessen die Paarungen der Vereinsmeisterschaft. Die 1. Runde fand vor einer Woche statt. Ergebnisse: Fehlanzeige.

  3. Danke für die Lorbeeren, aber man sollte darüber nicht die anderen Beteiligten vergessen!
    Jedenfalls habe ich mir die Notizen deshalb gemacht, damit ich zu allen Partien noch etwas weiß. Hat auch nicht 100% geklappt, aber so kriege ich mehr zusammen. Führt allerdings öfter auch zum knappen Erscheinen zum Rundenbeginn, werde ich aber wohl doch beibehalten. Leider ist das Partiengedächtnis nicht so gut, wie ich es mir wünschen würde, obwohl ich ja doch noch vieles zumindest ähnlich rekonstruieren kann.
    Dazu gehört zum Beispiel meine Partie gegen Jörg, bei der mir irgendwie ein Zug fehlt. Auf jeden Fall kann ich da dankbar sein, denn nach dem Anfang ging es irgendwie nur noch in die falsche Richtung. Bei der Stärke überrascht es mich ja schon, dass es mit der Vorqualifikation nicht gerreicht hat. Lerne: Schlaf wird nicht benötigt 😉
    Beim nächsten Mal dann!

  4. Hallo zusammen. Da ich an Wochenenden mit niedersächsischen Blitzentscheiden meist anderweitig in das Thema Schach eingebunden oder auch mal einfach so unterwegs war und vor allem wegen meiner erst- und wahrscheinlich einmaligen Qualifikation, war ich nach sehr langer Zeit wieder bei einem von uns zu verantwortenden Blitzturnier vor Ort.

    Ja: Es gibt Handlungsbedarf bei den Rahmenvorgaben (bzw. den m.E. notwendigen Absprachen mit dem jeweiligen Ausrichter) zu unseren Blitzturnieren. Vor Ort habe ich die Schwächen zum Abschluss (noch gedanklich als Spielender) eher am Rande wahrgenommen. Diese (auch hier geführte) Diskussion hat mich aber aufhorchen und intern in Richtung der Vertreter unseres Spielbetriebes reagieren lassen. Mit den Titelträgern (den vor Ort zu Ehrenden) habe ich bereits Kontakt aufgenommen bzw. werde dies zeitnah tun.

    Allen hier viele Grüße! Michael S. Langer

    1. Lieber Michael,
      ja, es gibt Handlungsbedarf. Ganz Niedersachsen schaut deshalb gespannt nach Hannover, wenn am 28. September die Weichen für eine rosige Zukunft gestellt werden. Vor einem Jahr wurden deine Visionen wie folgt dokumentiert:

      Michael S. Langer ruft in Erinnerung, dass vor zwei Jahren auf dem Kongress eine Zustandsanalyse durchgeführt wurde. Als Fazit wurde herausgearbeitet, dass es zwar eine Vereinskrise gibt, aber keine Schachkrise. Das Ehrenamt in Niedersachsen ist noch einigermaßen gut aufgestellt, nur wenige Posten sind unbesetzt. In Fortführung dieser Erkenntnisse wurde jetzt ein Brainstorming im kleinen Kreis durchgeführt, wie unsere Satzung geändert werden könnte, um für die zukünftigen Aufgaben flexibel aufgestellt zu sein. Spielbetrieb soll ermöglicht und nicht durch zu starre Regeln verhindert werden. Dabei sollte allen klar sein, dass in einem Flächenland immer eine gewisse „Unwucht“ besteht, diese kann nur gemildert werden, wenn wir uns von Grenzen freidenken. (Auszug TOP 9 Stand der Strukturreform)

      Alles supi! Ganz ehrlich: Es wird allenfalls Reförmchen geben. Die meisten Schachfunktionäre klammern sich an die starren Regeln. Kleines Beispiel: Die Seniorenblitzmeisterschaft 2018 war eine Farce. Lediglich 8 Senioren waren nach Osnabrück gekommen, von denen zwei nicht spielberechtigt waren. Es wurde praktisch eine Clubmeisterschaft des SV Hellern. Hartmut Weist (Seniorenreferent) schrieb dazu am 16.08.2018 auf der NSV-Seite:

      „Ich hoffe im nächsten Jahr auf eine gute Resonanz der Landesmeisterschaft der Senioren und dann natürlich auf eine entsprechende Teilnahme an der in diesem Turnier eingebetteten Blitzmeisterschaft.“

      Das nächste Jahr (2019) sah so aus:

      „Leider konnte NSV-Seniorenschachreferent und Turnierleiter Hartmut Weist nur 6 Teilnehmer zu diesem Turnier begrüssen, da beinahe alle Teilnehmer jeden Tag nach der Seniorenrunde nach Hause fuhren. So gehörten allein 4 Spieler dem heimischen SK Lehrte an.“

      Schon wieder eine Farce, obwohl Hartmut natürlich eine andere Erwartungshaltung hatte. Das Gegenteil war eingetreten. Die Probleme sind ja nicht neu, insofern gebe ich Hartmut keine Schuld. Seit rund 10 Jahren geht es mit den Seniorenmeisterschaften in Niedersachsen bergab. Neue Ideen? Fehlanzeige! Ein Blick in unser Nachbarland namens Sachsen-Anhalt, das nicht gerade als Touristenhochburg bekannt ist, sollte uns zu denken geben. Dort gab es heuer eine Rekordbeteiligung bei der Offenen Senioren-Landesmeisterschaft.

  5. Dubdidubdidubdub dub

    Michael hat sich gestern Abend telefonisch bei mir gemeldet. Es ist immer wieder vergnüglich, mit ihm über die Schachszene zu plaudern. Der Kreißsaal für Reformen befindet sich diesmal mitten in Hannover. Schau’n mer mal, ob wir anschließend eine Maus zu Gesicht bekommen. Vor zwei Jahren war der NSV-Kongress ein heiß diskutiertes Thema in unserem Blog. Es gab 42 Kommentare. Ich habe sie mir alle noch einmal durchgelesen. Es lohnt sich. Das Schlusswort deckt sich mit meiner Überschrift.

    Und noch etwas: Bei Sachsens anstehender Seniorenmeisterschaft zeichnet sich eine überwältigende Beteiligung ab. Vom Osten lernen, heißt siegen lernen! Aber man darf denen keine Wahlzettel in die Hand drücken…

  6. Entscheidend ist, sich immer den Spaß an der Sache zu bewahren

    Worum geht es? Um Schach. Wo steht das? Im Hallo-Wochenblatt vom 11. September 2019. Wer hat das gesagt? Friedmar Schirm (SK Lehrte). Wer hat ihn interviewt? Uwe Serreck (SF Barsinghausen). Wo finde ich das? Im Briefkasten oder vor der Haustür (vorausgesetzt ihr lebt in Hannover oder umzu). Was kostet das? Nichts.

    Eine ganze Seite hat das Anzeigenblatt unserer Nischensportart gewidmet. Ein Drittel davon bedeckt ein gelungenes Foto von Friedmar inkl. Schachbrett. Vor zwei Jahren hat Friedmar noch für die Schachfreunde Hannover gespielt, davor für den Hamelner SV und davor schätzungsweise für ein halbes Dutzend anderer Vereine. Jeder Lebensweg ist anders. Und das meine ich nicht despektierlich. Im Laufe meines langen Schachlebens bin ich Friedmar des Öfteren begegnet. Neben oder am Schachbrett. Guckt ihr z.B. Schachfundus-Hannover (1).

    Sowohl die Fragen von Uwe Serreck als auch Friedmars Antworten sind ausgewogen; obgleich diese ein wenig nach AKK klingen. Frage: Schach fristet ein Nischendasein. Was müsste im Deutschen Schachbund anders laufen? Antwort: Eigentlich sind wir finanziell gar nicht so schlecht aufgestellt. […]

    Wenn mir jemand die Frage gestellt hätte, hätte ich zuletzt an Geld gedacht, sondern zuerst an Friedmars Credo in der Überschrift: Spaß. Wie passt neuzeitlicher Spaß mit altväterlichen Strukturen zusammen? Wer nicht in einer Nische verharren will, muss sich mutig den Herausforderungen einer sich rasant wandelnden Zeit stellen. Der nächste NSV-Kongress bietet dazu eine Gelegenheit.

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