Ende schlecht, alles schlecht

Unseren letzten Mannschaftskampf gegen Nordhorn-Blanke mussten wir nicht verlieren. Die 3,5:4,5 Niederlage war so unnötig wie einige andere Niederlagen in dieser Saison. An dieser Serie bin ich nicht schuldlos. Im vergangenen Jahr konnte ich noch wesentlich zum Aufstieg beitragen, in dieser Saison konnte ich den Abstieg durch ein miserables Ergebnis nicht verhindern. Hier und da ein voller Punkt meinerseits, und wir hätten die Klasse gehalten. Heute war auch mehr drin, aber irgendwie fehlt mir derzeit der Durchblick. 

Ein allgemeines Fazit mögen unser Mannschaftsführer, der heute verhindert war, und/oder andere Mannschaftskameraden ziehen. Was meine eigene Zukunft in der Mannschaft angeht, werde ich demnächst entscheiden. Es wird vom Ergebnis eines Schachturniers abhängen, an dem ich über Ostern teilnehmen werde. Bekanntlich bin ich ab Mai in Rente. Vielleicht habe ich dann den Kopf frei, vielleicht auch nicht. Vielleicht gibt der Inhalt einfach nicht mehr her. 

Zum Abschluss der Oberliga-Saison möchte ich euch meine heutige Partie zeigen. Spannend war sie allemal, aber die schwerwiegenden Fehler habe ich am Ende trotz besserer Zeit gemacht.

Hoellmann, Ludger (2159) – Streich, Gerhard (2151) [D36]

SFH-SV Nordhorn-Blanke (9), 06.04.2014

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 d5 4.cxd5 exd5 5.Lg5 Le7 6.Dc2 c6 7.e3 Sbd7 8.Ld3 h6 9.Lh4 0-0 10.Sf3 a5 11.h3 Te8 12.0-0 Se4 13.Lxe7 Dxe7 14.a3 Sxc3 15.Dxc3 a4 16.b4 axb3 17.Dxb3 Mit meiner Stellung war ich nicht unzufrieden. Vielleicht war mein folgender Zug nicht der stärkste. 17…Df6?! besser 17… Dd6 oder 17… b6 18.a4 g5 Ich träume von einem Angriff auf dem Königsflügel. Die nächsten Züge gehören zu meinem Plan. 19.Lc2 Kg7 20.Dd3 Th8 21.Tae1
Höllmann-Streich 21. Zug21… Sb6? Verpasst eine gute Gelegenheit mit 21… b6 nebst La6. Nun hängt entweder der Bauer a3 oder der auf h3. Aber glücklich werde ich damit nicht. 22.Se5 h5 23.f4 g4 24.f5 gxh3 25.gxh3 Sxa4?! 26.Te2 Sb2 27.Tg2+ Kf8 28.Db3 Sc4 29.Sxc4 dxc4 30.Dxc4 De7 31.e4 Tg8 32.Txg8+ Kxg8 33.Kh2 Ta3 34.Tg1+ 
Höllmann-Streich 34. Zug34… Kh8? [34…Kf8] 35.De2 Lxf5? [35…Dh4 36.Dg2? (36.Ld3!+-) 36…Df4+ 37.Kh1 Df3=] 36.Dxh5+ Lh7 37.e5 1-0

SFH3 – SK Wennigsen: Je oller, je doller

Der Kampf unserer dritten Mannschaft gegen den SK Wennigsen ist nun schon fast eine Woche her – trotzdem fand ich ihn bemerkenswert genug, um Euch hier noch davon zu berichten.

Es werden in diesem Jahr 30 Jahre, seit denen ich in Vereinen Schach spiele, die meiste Zeit davon bei den SFH. Da lehnt man sich in einem schwachen Moment schon mal aus dem Fenster und glaubt: Viel Neues kommt nicht mehr. Kennste alles schon. Ich werde alt. Und so weiter…

Bei unseren letzten Mannschaftskämpfen wurde ich eines besseren belehrt. In der 5. Runde hat die Dritte gegen den Blindenverein SK Turm gespielt: Im Sperrmüll-Ambiente eines abgewrackten Hinterzimmers der Kleefelder Raucherkneipe „Bei Edgar“. Kompliment an Martin für seinen diplomatischen Bericht dazu! Vergleichbares ist mir in 30 Jahren nicht untergekommen (den Raum 10 im FZH sehe ich seither mit anderen Augen). Dann die 6. Runde, maximaler Kontrast: Mit der ersten Mannschaft in Lüneburg! Bei Lüneburg spielt – infolge eines ziemlich dubiosen Spielverbots für Bundesliga und 2. Liga – am ersten Brett Falko Bindrich, ein Großmeister mit nicht weniger als ELO 2577. Man ahnt es bereits: Das ist mir in 30 Jahren noch nicht untergekommen.

7. Runde, zurück in den „Niederungen“ der Bezirksklasse. Durch herausragende Spielstärke stach auf dem Papier niemand hervor. Dafür durch Alter: Lässt man bei unserem Gast, dem SK Wennigsen, ein paar Bretter außen vor, dürfte der Rest der Mannschaft einen Schnitt von 75, wenn nicht 80 Jahren aufgewiesen haben. Nee, an vergleichbares kann ich mich auch hier nicht erinnern.

Einer der rüstigen Wennigser Senioren war mir schon in der letzten Saison besonders aufgefallen, und auch diesmal spielte er gegen Martin am vierten Brett die längste Partie. Die Rede ist von Günter Heimberg. Für eine knallharte Recherche keine Kosten und Mühen sparend, habe ich den Mann gerade mal gegoogelt, und erfahre in den Calenberger Online News: Der jetzt 87-jährige hat 2013 das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ erhalten, für seine „besonderen Verdienste um das Allgemeinwohl und sein Engagement für den Sport in den vergangenen 60 Jahren“. Heimberg wurde 1949 Mitbegründer des Schachklubs Wennigsen, nachdem er sich in dreieinhalb Jahren Kriegsgefangenschaft intensiv dem Schachspiel gewidmet hatte. Von 1952 bis 2013 war er über sechs Jahrzehnte 1. Vorsitzender seines Vereins, unter anderem organisierte er in Wennigsen Großveranstaltungen wie die Deutsche Damenmeisterschaft 1961 oder den Niedersächsischen Schachkongress 1955. Kurzum: Als ich 1984 gerade erst anfing, hatte der Mann schon 35 höchst aktive Vereinsjahre auf dem Puckel. Und wenn ich im Jahr 2054 noch so gut und vital Schachspielen können sollte wie ein Günter Heimberg jetzt, wäre ich wohl ganz zufrieden.

Für leuchtende Vorbilder unter älteren Jahrgängen bräuchte ich natürlich gar nicht erst bis zum Deister zu schauen. Auch bei den Schachfreunden wird man fündig, und auch bei unserem Mannschaftskampf gegen Wennigsen: Hermann Schulz fuhr mit forschem Angriffsspiel einen flotten Sieg ein und leitete so den ungefährdeten Erfolg unserer Dritten ein. Umso respektabler, weil Hermann von einer Augenoperation noch deutlich gezeichnet und beeinträchtigt war. Sollte sein Gegner später geträumt haben, von  einem einäugigen Piraten überfallen worden zu sein, würde es mich nach dieser Partie nicht wundern.

Freddy setzte schon durch bloße Anwesenheit ein positives Signal: Noch zwei Tage zuvor sah es danach aus, dass er sich in der zweiten Mannschaft festspielen müsste – die Aufstiegsambitionen unserer Dritten hätte das nicht gerade untermauert. Stattdessen steuerte er nun einen wichtigen Sieg am zweiten Brett gegen den nominell stärksten Wennigser Bernd Haletzki bei, welcher im Vorjahr noch Andreas Herrmann ein Remis abgetrotzt hatte. Mit Weiß und aus seiner bekannten Eröffnung heraus verfügte Freddy bald über einen Mehrbauern, der als Isolani auf e3 allerdings von allen Schwerfiguren des Gegners ins Visier genommen wurde. Das hätte ein langwieriges Endspiel werden können, doch als der Wennigser auch noch seine verbliebenen Bauern mobil machte, nutzte Freddy geschickt die Gelegenheit zu einem schwerwiegenden Konter gegen den schwarzen König.

Peter dürfte in der gesamten Bezirksklasse (im gesamten Bezirk?) der Spieler mit der weitesten Anreise sein. Erfreulich, dass er mit seinem neuerlichen Erfolg dann die Weichen klar auf Mannschaftssieg stellte, nachdem Willi und André guten Gewissens mit ihren Gegnern Punkteteilungen vereinbart hatten. Bei 4:1-Führung und vielversprechenden Aussichten auf den übrigen Brettern  konnte auch ich selbst in Ruhe prüfen, ob sich aus jener Eröffnung, mit der ich in Lüneburg nach 10 Zügen remisiert hatte, vielleicht doch etwas mehr herausholen ließ. Nach 38 Zügen bescheinigt Fritz mir satte 0,68 Stellungsvorteil… Carlsen und Fritz hätten bestimmt noch weitergespielt, ich dagegen sah im Endspiel keine Verwertungsmöglichkeiten mehr und bot Remis.

Den vorletzten Punkt zu unserem ungefährdeten 6,5:1,5-Erfolg steuerte dann unser Mannschaftsführer bei – nachdem Ulrich in dieser Saison fast schon das Remis abonniert zu haben schien. Und schließlich musste dann auch Günter Heimberg feststellen, dass sein Läuferendspiel gegen Martin einfach nicht zu halten war. „Für mich kann eine Schachpartie so spannend sein wie ein Kriminalroman. Allerdings wird beim Schach im Gegensatz zum Krimi erst am Ende einer erledigt“, soll Heimberg in seiner Dankesrede bei der Verleihung des Verdienstkreuzes gesagt haben. Mit seinen 87 Jahren hat er den Vorsitz in Wennigsen inzwischen wohl niedergelegt, wird aber in den Bezirkslisten immer noch mit einem Vorstandsamt aufgeführt: Als Jugendwart.

 

 

 

Verflixt, verflaxt, verfluxt!

Die gute Nachricht vorweg: Manfred Hermann hat unseren Blog gelobt. Die schlechte Nachricht: „Es ist zum Kotzen!“ Uns will in dieser Saison einfach nichts gelingen. Ich mache dabei keine Ausnahme. Wenn du dreißig Züge lang besser und am Ende mit leeren Händen dastehst, fühlst du dich von deinen Endorphinen im Stich gelassen. Oder waren es die bösen Geister? Bevor ich mit denen abrechne, zeige ich euch meine Partie gegen den Schachfreund Bürckner vom SK Union Oldenburg.

Streich, Gerhard (2164) – Bürckner, Hartmut (2158) [A40]

SFH-SK Union Oldenburg, Oberliga Nord (7) 23.02.2014

1.Sf3 g6 2.d4 Lg7 3.c4 e6 Bereits an dieser Stelle endet die Theorie. Ich taufe die Eröffnung auf „Oldenburger Kohl und Pinkel“. 4.Sc3 Se7 5.Lf4 d6 6.Dd2 h6 7.h3 Sd7 8.e4 b6 9.Le2 Lb7 10.0-0 g5 11.Lh2 Sg6 12.Tfd1 g4?! 

Streich-Brückner 12. Zug13.hxg4 Sf6 14.Dc2 [14.d5 Sxg4 15.Lg3 h5 16.dxe6 fxe6 17.c5 bxc5 18.Lb5+ Ke7±; 14.c5 Sxg4 15.Lg3 dxc5 16.dxc5 Dxd2 17.Sxd2 S4e5 18.Sb5±] 14…Sxg4 15.Da4+ Ursprünglich wollte ich Lg3 spielen, wusste aber nicht, was sich nach dem Bauernvorstoß h6-h5-h4 ergibt. Es wäre eine phantastische Variante geworden, wie folgendes Abspiel beweist: [15.Lg3 h5 16.c5 h4 17.Sxh4 Txh4 18.cxd6 cxd6 19.Sb5 Tc8 20.Da4 Kf8 21.Sxd6 Sf4 22.Lxg4 Txg4 23.Lxf4 Txf4 24.Sxb7 De7 25.Dxa7 Txe4 26.Dxb6 Tb8 27.Dc5 Lxd4 (27…Txb7? 28.Dc8+ De8 29.Dxb7+-) 28.Dxe7+ Kxe7 29.Sa5 Tc8+=] 15…Kf8 16.c5 Sxh2 17.Kxh2 Sh4 18.Kg1 Tg8 19.cxd6 [Mit c6 hätte ich Schwarz einschnüren können, aber eine offene Stellung erschien mit chancenreicher. 19.c6 Sxf3+ 20.Lxf3 Lc8 21.e5±] 19…Sxf3+ 20.Lxf3 cxd6 21.Tac1 a6 22.Da3 Lf6 23.Se2 Le7 24.d5 exd5 25.exd5 Tg5
Streich-Brückner 25. ZugAn dieser Stelle fühlte ich mich pudelwohl. Am besten hätte ich meinen Raumvorteil mit 26. Sd4 und der Absicht Sc6 ausbauen können. Dazu hätte ich folgende Variante sehen müssen: [26.Sd4! Lxd5? 27.Lxd5 Txd5 28.Df3 droht Se6+ oder Sc6 28…Txd4 29.Txd4+-] 26.Sg3Tc8 27.b4 [27.Txc8 Lxc8 28.De3] 27…Te5 28.Dd3 Lg5 29.Txc8 Lxc8 30.Dc4?! [30.Dh7 Df6 31.Se4 Df5 32.Dh8+ Ke7 33.a4 Kd7 34.Td4 Ke7 35.Tc4 Ld7 36.Db8 Dg6 37.Dxb6 Txd5 38.Tc7 Te5 39.Dxa6±] 30…Lb7 31.Le4?! Mit der Absicht, meinen Springer auf f5 zu platzieren, doch mit einem Damenschwenk kann Schwarz kontern. [besser 31.Dc2 Kg8 32.Sf5 b5] 31…Dc8! 32.Dd4 [32.Dd3 Dg4] 32…Dg4 33.Dd3? Zum ersten Mal verpasst mir Deep Fritz ein Minuszeichen. Irgendwie habe ich den Faden verloren, aber auch Schwarz findet nicht den stärksten Zug. [33.Tf1 Lxd5 34.Dxb6 Lxe4 35.Dxd6+ Te7 36.Sxe4 Dxe4 37.f4 unklar]
Streich-Brückner 33. Zug33…Lf4? [Der Läufer gehört auf die andere Seite: 33…Lh4! 34.Lf3 Dxb4 -+] 34.Lf3 Dh4 35.Sf1 Schon bin ich wieder im Plus. 35…Lg5 36.a3 [Oder:  36.Dc3 Ld8 37.Se3 Tg5 38.g3 Lf6 39.Dd2 Ld8 40.Lg2 Dh5=] 36…b5 37.Dh7 Ld8 38.g3? Langsam befinde ich mich auf der Verliererstraße. 38…Df6 39.Kg2 Tf5 40.Sh2? [Rettung versprach: 40.Sd2! Lxd5 41.Lxd5 Txd5 42.Se4 De6 43.Th1÷] 40…h5 41.g4? [41.Td4! Bei knapper Bedenkzeit finde ich in der komplizierten Stellung nicht die stärksten Züge. 41…Lb6 42.Th4 Lxd5 43.Lxd5 Txf2+ (43…Txd5 44.Tf4±) 44.Kh3+-] 41…Tg5 Jetzt stehe ich erstmals richtig auf Verlust. Deep Fritz verpasst mir ein Minus von 2,0. 42.De4 Lb6 43.Td2 Kg8? [43…Kg7-+] 44.Kg3 Te5 45.Dd3 Ld8 46.Te2 hxg4?! [46…Dh4+ 47.Kg2 Lf6 48.Tc2 hxg4 49.Sxg4 Tg5-+] 47.Sxg4 Noch wehre ich mich. 47…Dh4+ 48.Kg2 Txe2 49.Dxe2 Kf8 50.De4 Lc8 51.Df4 [51.Se3 Lh3+ 52.Kg1 Dxe4 53.Lxe4 Lf6-+] 51…Le7 52.Le2 f5 53.f3 Dg5!
Streich-Brückner 53. ZugNach dem erzwungenen Damentausch ist das Endspiel für mich verloren. Den Nachweis wollte ich meinem Gegner ersparen. 0-1

Es war eine spannende Partie auf gutem Oberliga-Niveau. Dennoch musste ich am Ende auf beiden Seiten mehr Fragezeichen verteilen, als ich ursprünglich glaubte. Natürlich bin ich über den Partieausgang enttäuscht. Gratulation an meinen Gegner. Er hat nach zweifelhafter Eröffnungsbehandlung seine Chancen genutzt. Ich nicht. Für mich bleibt die Hoffnung, dass sich mein Durchblick erhöht, wenn ich den Arbeitsstress los bin. Derzeit befinde ich mich auf meiner Abschiedstournee. In rund drei Wochen ist Schluss damit. Oh Gott, ich werde Rentner! Sind das nicht die alten Säcke, die man als Jugendlicher nicht ernst genommen hat? – Am späten Samstagabend bin ich von meinem Sylt-Aufenthalt zurückgekehrt. Wie versprochen, habe ich den Nordfriesen beim Austreiben der bösen Geister zugesehen. Es ist zwar makaber, wenn die Strohpuppe (das Petermännchen) in Flammen aufgeht, aber offenbar nutzlos, da böse Schachgeister gegen Feuer immun sind.

Biikebrennen 2014
Biikebrennen 2014

Meine Überschrift stammt übrigens aus „Benjamin Blümchen und die Astrofanten“. Zum Nachspielen der Partie guckt ihr in meinen Kommentar.

Über Endorphine und böse Geister

In der heutigen Ausgabe der HAZ gibt es einen Artikel mit der Überschrift „Schönheit macht süchtig“. Der Untertitel lautet „Attraktive Frauengesichter wirken auf Männer ähnlich wie Drogen“. Wer hätte das vermutet? Das liegt an den Endorphinen. Zu dieser Erkenntnis konnten nur Psychologen in langen Versuchsreihen kommen. Der normale Mann hat sich stets gefragt: „Was ist mit mir los?“ Das führte nicht selten zu einem verkorksten Leben, denn ein schönes Gesicht hält nicht lebenslänglich. Bekanntlich verblüht Schönheit mit der Zeit, und dann steht Mann mit leeren Händen da. Dergestalt ist es naheliegend, dass sich mancher verzweifelte Mann wünscht, eine Drohne zu sein. Die stirbt nach Begattung der Bienenkönigin.

Warum erzähle ich das? Antwort: Das war ein abschreckendes Beispiel, aber Endorphine können durchaus nützlich sein. Vor allem wenn es um schöne Schachpartien geht. Horst-Peter hat so eine im Jahr 1981 gespielt. Es ging um den Aufstieg zur Regionalliga Nord gegen den SK Union Oldenburg, also den Schachverein, den wir in der Oberliga das nächste Mal zu Gast haben. Horst-Peter hat gewonnen, wir haben gewonnen. Das war sehr schön (für uns). Da Schachpartien nichts von ihrer Schönheit einbüßen, und seien sie noch so alt, möchte ich mit Veröffentlichung dieser Partie das Endorphinsystem unserer ganzen Mannschaft zum Kochen bringen. Es handelt sich um Horst-Peters Original-Kommentar aus dem Jahr 1981.

Dr. Anhalt (SF Hannover) – Rickers (SK Union Oldenburg) [D19]

Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord, 1981

[Kommentar: Horst-Peter Anhalt] 

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.Sf3 dxc4 5.a4 Das sogenannte Tschechische System: Weiß verhindert, daß Schwarz den Gambitbauern mit 5…b5 verteidigt. 5…Lf5 6.e3 e6 7.Lxc4 Lb4 8.0-0 Sbd7 9.De2 0-0 10.e4 Lg6 11.Ld3 Lh5 12.e5 Sd5 13.Se4 Le7 Dieses Abspiel ab 6.e3 heißt Holländische Variante und ist theoretisch weit erforscht. Weiß verfügt über Raumvorteil, besitzt jedoch unbewegliche Zentrumsbauern, während Schwarz eine beengte, aber sichere Stellung aufweist und am Damenflügel aktiv werden kann. Üblich ist jetzt 14.Ld2 c5 15.Sxc5 Sxc5 16.dxc5 Lxc5 17.Tfc1 Le7! mit ausgeglichenen Chancen. 14.Sg3!?
Anhalt-Rickers 14.Zug14…Lg6 15.Lxg6 hxg6 16.Se4 Dc7? Ein schablonenhafter Zug; besser war 16…c5. 17.Lg5 Tfd8 18.Lxe7 Sxe7 19.b4 a5 20.b5 Sb6 Weiß hat die Initiative am Damenflügel übernommen; nach 20…cxb5 21.Dxb5 bleibt der schwarze b-Bauer rückstündig, und die weißen Türme besetzen zuerst die offenen Linien. 21.Tfc1 Sf5 22.Td1 Sd5 23.Tac1 Sb4 24.g4! Die schwarzen Springer stehen zwar zentral und optisch eindrucksvoll, leisten aber nichts für die Verteidigung gegen den weißen Angriff am Königsflügel. 24…Se7 25.Sfg5 Sed5 26.Df3 Te8 27.Dh3 Sf4
Anhalt-Rickers 27.Zug28.Dh7+ Kf8 29.Dh8+ Ke7 30.Dxg7 mit den Drohungen Dxf7+ und Dxf6+ mit Gewinn des schwarzen Sf4 30…Se2+ 31.Kf1 Sxc1 32.Dxf7+ Kd8 33.Sxe6+ Txe6 34.Dxe6 Die schwarze Stellung ist verloren; es droht sowohl einfach 35.Txc1 als auch 35.Dg8+ nebst 36.Dxa8. Schwarz versucht vergeblich, das Spiel durch einen scharfen Gegenangriff zu komplizieren. 34…cxb5 35.Sd6 Dc6 36.d5 Dc2 37.De8+* Kc7 38.De7+
Anhalt-Rickers 38.ZugSchwarz gab auf, weil er das Matt nicht vermeiden kann, z.B. 38…Kb8 [38…Kb6 39.Dxb7+ Kc5 40.Dxb5#] 39.Dxb7# Eine spannende Partie!

*Anmerkung von Gerhard: Einen Tick schneller ging 37.Sf7+ Kc7 38.Dd6+ Kc8 39.Dd8#

Wie gewohnt könnt ihr die Partie in meinem Kommentar nachspielen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf ein Phänomen hinweisen, und zwar das der „Zufallshäufung“. Horst-Peter hat damals gegen Gerd Rickers gespielt. Rickers war und ist 15 Jahre älter als Horst-Peter. Mittlerweile spielt Rickers beim Fehntjer SK. Das Phänomen, von dem ich spreche, bezieht sich auf den Namen und dessen Varianten. Am letzten Sonntag habe ich in Lüneburg gegen den sympathischen Schachfreund Uwe Rick gespielt, einen Tag später traf ich mich auf Sylt mit einem Bauleiter namens Ricker, eine Woche zuvor hatte ich ein Gespräch mit dem Bauleiter eines Mitbewerbers, dessen Name Rickertsen lautet. Vor ein paar Jahren habe ich für den Reeder Rickmers auf Sylt eine Datscha errichtet. Und jetzt greife ich ins Archiv und ziehe den Namen Rickers. Boah eh!

Zu dieser Zufallshäufung möchte ich eine aktuelle Analogie zum Besten geben: Gestern trainierte ich in meinem Fitnessstudio. Ich saß gerade auf dem Beinstrecker, als mir gegenüber von der Beinpresse jemand zurief. Es war ein ehemaliger Kollege, der unser Büro vor 4 Jahren verlassen hat. „So ein Zufall!“, rief er erstaunt, „vier Jahre lang bin ich keinem Kollegen begegnet, vor einer Woche traf ich Kollegin M., vor zwei Tagen Kollegin C. und jetzt dich!“

Die Mathematiker unter euch haben dafür sicher eine Erklärung. Vielleicht auch für den Zufall, dass meine beiden letzten Partien auf die gleiche Art und Weise endeten, nämlich mit einer Turmschaukel, die zu einer Zugwiederholung führte und mit Schachgeboten verbunden war. Solch eine Konstellation hat man selten auf dem Brett. Und nun zweimal hintereinander!?

Möglicherweise mischen sich Trolle und Geister in unser Leben ein. Die Nordfriesen haben dagegen eine pragmatische Lösung. Sie vertreiben die bösen Geister durch ein Biikebrennen. Das findet jedes Jahr zur gleichen Zeit am 21. Februar statt, also am kommenden Freitagabend. Da unsere Pechsträhne in der Oberliga anhält, werde ich die Gelegenheit nutzen, dem Schauspiel beizuwohnen. Womöglich erwische ich dabei den bösen Geist, der uns das Siegen verwehrt.

Archivbild: Biikebrennen am 21.02.2013 auf Sylt
Archivbild: Biikebrennen am 21.02.2013 auf Sylt

Otto Borik

Unser nächstes Heimspiel in der Oberliga werden wir gegen die SG Bremen bestreiten. Am 1. Brett spielt IM Otto Borik. Die jüngeren unter euch werden mit dem Namen vermutlich nicht viel anfangen können. Für mich ist die Begegnung ein Anlass, wieder nostalgisch zu werden. Dazu habe ich den Ingo-Spiegel des Deutschen Schachbundes aus dem Jahr 1980 hervorgeholt. Ingo-Zahlen waren die Vorläufer der DWZ-Zahlen. Damals lief die Auswertung nicht so professionell wie heute – Personal-Computer gab es noch nicht –, aber im Großen und Ganzen spiegelten sie die Leistungsstärke der deutschen Schachspieler wider. Mit einer Ingo-Zahl von 47 (je kleiner desto besser) lag Otto Borik auf dem 7. Platz der Bestenliste noch vor GM Wolfgang Unzicker. Ein Jahr später war er sogar auf den 4. Platz geklettert; lediglich die Großmeister Robert Hübner, Lothar Schmidt und Helmut Pfleger lagen vor ihm.

Otto Borik ist gebürtiger Tscheche. Anfang der siebziger Jahre kam er nach Deutschland, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und wurde bis 1984 in Bochum sesshaft. Dort eilte er von Erfolg zu Erfolg. Er spielte am 1. Brett der SG Bochum in der Bundesliga, wurde NRW-Meister, Deutscher Blitzmeister und Nationalspieler. Zweimal nahm er an Schacholympiaden teil: 1978 in Buenos Aires und 1980 in Malta.

Im Jahr 1979 kam mir eine doppelte Ehre zuteil. Zum einen, den Landesverband Niedersachsen am 1. Brett zu vertreten und zum anderen, gegen Otto Borik anzutreten. Wie ihr dem Ingo-Spiegel entnehmen könnt, war ich damals mit Horst-Peter in der Rangliste weit oben platziert. In Ibbenbüren kam es zum Freundschafts-Länderkampf zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zwei Partien waren angesetzt, jeder Spieler hatte somit einmal Weiß und einmal Schwarz. In der ersten Partie hatte ich Weiß. Es gelang mir mühelos, die Partie ausgeglichen zu halten, und so endete sie nach 27 Zügen ohne nennenswerte Höhepunkte mit einem Remis. Die Partie könnt ihr im Kommentar nachspielen. Mit den weißen Steinen hat mich Otto Borik indes an die Wand gespielt, weil er eine Variante in der Sveshnikov-Verteidigung besser kannte als ich. Da, wo meine Vorbereitung endete, wusste er – zu meinem Nachteil – die richtige Fortsetzung.

Im selben Jahr dieser beiden Partien brachte Otto Borik das Schach-Magazin 64 auf den Markt. Von dieser Absicht hatte mir erstmals Helmut Reefschläger berichtet. Helmut konnte sich nicht vorstellen, dass man eine zweiwöchentliche Schachzeitung für einen geringen Kaufpreis wirtschaftlich verlegen kann. Anscheinend hat es dennoch geklappt. Das Magazin 64 gibt es immer noch, und ich bin stolz darauf, ein Abonnent der ersten Stunde zu sein. Seit 35 Jahren weiß ich die Qualität dieser Schachzeitung zu schätzen. Dass sie so ist, wie sie ist, ist ein Verdienst von Otto Borik. Die unentwegte Arbeitsbelastung hat sicher dazu beigetragen, dass seine Spielstärke abgenommen hat. Mittlerweile ist er auf den 695. Platz der deutschen Rangliste abgerutscht. Das ist kein Grund, ihn zu unterschätzen. Von Boriks Erfolgen und seinem aktuellen Listenplatz können wir nur träumen. Unser 1. Brett wird dennoch selbstbewusst antreten, gleichwohl, ob Otto Borik oder jemand anders der Gegner sein wird.

**********************************************************

Ergänzung am 25.09.2015

Ibbenbüren 1979 Länderkampf Otto Borik (NRW) – Gerhard Streich (Niedersachsen)
Ibbenbüren 1979 Länderkampf Otto Borik (NRW) – Gerhard Streich (Niedersachsen)

Versemmelt

Es gibt Momente im Leben, die man am liebsten sofort rückgängig machen möchte. Geht leider nicht. Im Schach schon gar nicht. Und so verdarb ich durch einen unglaublichen Fehler meine eigene Partie und den Sieg unserer Mannschaft gegen die Mannen vom HSK/Lister Turm. Nach knapp 5 Stunden Spielzeit hatte ich folgende Stellung auf dem Brett: 

Streich, Gerhard (2170) – Denger, Philipp (2081)

HSK/Lister Turm – SF Hannover (4), 15.12.2013

Stellung nach 59...Kh2-h3
Stellung nach 59…Kh2-h3

60.Sxh6?? Diese „Kombination“ hatte ich seit einigen Zügen vor Augen. Statt elegant ins Remis abzuwickeln, fiel ich anschließend aus allen Wolken. Dabei war das Remis kinderleicht zu erzielen. Ich musste nur zum naheliegenden Zug 60. g5 greifen: 60… Lxg5 61.fxg5 hxg5 62.Sxg7 g4 63.Sf5 nebst Remis. Schwarz kann den Bauern nicht umwandeln. 60…gxh6 61.g5 Lxg5! Das war die Crux. Schwarz schlägt natürlich mit dem Läufer statt mit dem Bauern. Für dieses Versehen ernenne ich mich freiwillig zum Vollpfosten des Monats. 62.fxg5 hxg5 0-1 

Es war meine erste Niederlage seit rund 10 Jahren. Verlieren gehört zum Handwerk. Diese war indessen besonders bitter. Meinem jungen Gegner möchte ich trotzdem ein Kompliment machen. Er hat stark gespielt. Mit der Damenindischen Verteidigung (E15) konnte er schon früh die Partie offen gestalten und mich nach dem Mittelspiel in eine passive Rolle drängen. Das Material war stets ausgeglichen. Bis zu meinem Black-out galt das auch annähernd für die Partie. C’est la vie.

Pokal-Krimi in Barsinghausen

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. An diese abgedroschene Fußball-Floskel mussten wir heute zwischendurch mal denken. Aber der Reihe nach:

Mit einer ordentlichen Mannschaft reisten wir am ersten Advent nach Barsinghausen. Peter Anhalt an Brett 1, Achim Cablitz an Brett 2, Torsten Gans an Drei und ich an Vier wollten in die nächste Runde einziehen.

Nach etwas mehr als einer Stunde war die Partie von Achim gegen den frisch gebackenen Vater Björn Hilker beendet. Doch nicht wie üblich mit Remis, sondern Achim hatte seine Dame eingestellt und sofort aufgegeben. Das bedeutete, das die anderen Bretter mehr riskieren mussten. Nach zwei Stunden konnte ich dann den Ausgleich herstellen, mein Gegner kolabierte in leicht schlechterer Stellung und übersah dann noch meine einzügige Mattdrohung. Mit aufkommender Zeitnot blieb Peter gegen Detlev Eike nix anderes übrig als Remis zu machen. So kam es auf Torsten an, der mit einem Mehrbauern ins gleichfarbige Läuferendspiel ging. Doch ein Sieg war keineswegs klar. Zwischendurch war die Partie tot remis, was das Pokalaus bedeutet hätte. Doch nach 101 Zügen und fast 7 Stunden Spielzeit reichte der Gegner dann doch noch die Hand zur Aufgabe rüber. Vielleicht reiche ich später noch ein paar Partiefragmente nach. Schönen Sonntag noch!

Fighting Chess in der Oberliga!

Dass der Abstiegskampf nicht nur in der Fußballbundesliga mit Härte verbunden ist, zeigte sich auch am Sonntag in der Begegnung der Schachfreunde mit dem Hamelner SV: 1:3 Punkte traten gegen 0:4 Punkte an. Es entwickelte sich ein spannendes Match, zunächst zugunsten der Hannoveraner, die in zwei Weißpartien (Bernd und Gerd) ihre Erfahrung gegen junge Hamelner zeigten und – in der Oberliga selten – Miniaturen (d.h. Siege in weniger als 20 Zügen) produzierten. Dazu ein Remis vom Grippe geschwächten Arthur, und die Welt schien in Ordnung. Bei zwei Gewinnpartien verliert man den Mannschaftskampf zumeist nicht.
Das erste Ungemach erschien jedoch an Dennie´s Brett, der nach offensiver Eröffnung um seinen unrochierten König fürchten musste und eine Qualität einbüßte. Uwe stand zugleich sehr passiv, wenn auch objektiv gesehen auf Unentschieden.
Also musste man sich auf die ersten 3 Bretter konzentrieren, wo Hameln mindestens an den Spitzenbrettern nominelle Vorteile genoss. Peter an Brett 1 hatte mit Schwarz eine dynamische Stellung mit weißer Initiative und Raumvorteil auszuhalten, während Andreas einen schweren Sizilianer spielte und beide entsprechend viel Zeit verbrauchten. Bei Tom an Brett 3 schien nach taktischer Eröffnung alles im Lot der Remisbreite, aber auch hier hatte Weiß schlicht mehr Raum.
Zur Zeitkontrolle klärte sich wie gewohnt fast alles auf: Uwe erreichte eine offensive Remisstellung, Dennie verlor, Tom erreichte ein Bauernendspiel mit beiderseitigen Freibauern, letztlich ein Damenendspiel mit Dauerschach. Andreas verlor auf Zeit (eigentlich bei 30 Sekunden Aufschlag pro Zug schwer möglich), hatte aber bereits leichte Stellungsnachteile bei beiderseitiger Zeitnot. Peter verlor einen Bauern und stand dadurch im Doppel-Läufer-Endspiel auf verlorenem Posten. Drei zu zwei Gewinnpartien für Hameln also, die damit dank der Klasse an den Spitzenbrettern das Blatt noch wendeten.

Ausblick: Laut Liga-Orakel blüht damit beiden Teams mit großer Wahrscheinlichkeit der Abstieg. Da nach gleicher Quelle aber alle(!) Kämpfe in der Oberliga statistisch zwischen 3-5 und 5-3 ausgehen, hängt es immer an einzelnen Partien, die wir – wie bereits gezeigt! – ja durchaus auch selbst gewinnen können. Eine gesunde Mixtur aus solidem Aufbau und Fighting Chess sollte es also richten können. Mit 3:3 Siegen aus den übrigen Runden sollte man den Klassenerhalt erreichen.

3.Mannschaft, es läuft weiter nach Plan

Nach einigen Irrungen und Wirrungen (auch mit Navi ist es manchmal nicht so einfach ans richtige Ziel zu kommen) traten wir heute in Bestbesetzung in Wunstorf an. Als Letzter trat Andre mit etwa 10 Minuten Verspätung ans Brett, eine halbe Stunde später verließ er es als Erster auch schon wieder und wir führten 1:0. Sein trockener Kommentar dazu: Wenn man so etwas spielt sollte man sich zumindest ein bißchen auskennen.Diesen Sieg im Rücken und die Aussicht auf weitere Punkte veranlassten daraufhin Willi seinem Gegner die Hand zum Remis zu reichen. Wenig später folgte Ulrich und ich fühlte mich an den letzten Spieltag erinnert. Diesmal war aber leider nichts mit “Schichtende zur Mittagsstunde“. Es ging aber erstmal munter weiter, Peter hatte aus der Eröffnung heraus mächtig Druck den er schon bald in einen Damengewinn ummünzte. Sein Gegener wehrte sich noch etwas, konnte unsere 3:1 Führung aber nicht mehr verhindern. Die nächsten beiden Entscheidungen habe ich leider nicht mitbekommen. Fredrik einigte sich mit seinem Gegner auf ein Remis und mit seinem Sieg an Brett 1 machte Olaf dann heute den Sack zu. Was dann folgte war aber noch ziemlich zäh. Ich landete in einem (ich glaube gewonnenen) Turmendspiel, dass ich am Ende aber fast noch in ein Remis verpatzt hätte. Im Schach verliert aber zum Glück immmer der letzte Fehler und den machte heute mein Gegner. Als alles entschieden war, musste sich Hermann noch einige Stunden von seinem Gegner in einem Leichtfigueren-Endspiel (Springer+Bauern gegen Läufer+ Bauern) quälen lassen. Er verteidigte sich aber sehr umsichtig und hatte mit seinem Springer am Ende sogar noch die etwas besseren Perspektiven. Da seine Thermoskanne aber bereits leer war und die Sonne sich endlich durch die Wolken gekämpft hatte, wollte er die noch immer remisliche Partie nicht noch in die Länge ziehen. Am Ende hieß es also 6:2 und es war auch so ungefährdet wie es sich anhört. Schade nur, dass die Stadthäger heute übersehen haben dass “Turm Hannover” generell immer zu Hause spielen darf. In Stadthagen sitzend haben sie ein 0:8 (kampflos) eingefahren und Turm Hannover mit diesem leichten Sieg die Tabellenführung geschenkt. In der nächsten Runde treten wir gegen Stadthagen an. Das wird sicherlich noch mal eine Hürde die nicht so problemlos zu nehmen ist (wenn sie denn antreten….).